Bauwerksmechaniker/-in für Abbruch- und Betontrenntechnik

  • Mindestschulabschluss: keiner, üblich Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 609 € bis 1337 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Als Urbild des Bösen lässt Goethe in dem berühmten Schauspiel Faust den Teufel (Mephisto) sagen: »Ich bin der Geist, der stets verneint!/Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,/Ist wert, dass es zugrunde geht«, so wird die Zerstörung als Teil des Bösen charakterisiert. Aber nicht doch, denn geordnete Zerstörung oder vorrangig der Abbruch von Gebäuden ist das Markenzeichen des/der Bauwerksmechanikers/-in für Abbruch- und Betontrenntechnik. Weil auch Baumaterialien nach einem Abbruch wieder verwendet oder genutzt werden sollen beginnt die Arbeit mit einem Rückbau, bei dem verschiedene Materialien getrennt, wie beim Hausmüll, gelagert und möglicherweise weiter genutzt werden. Solche Baustellen sind zunächst sorgfältig zu sichern, um die Umwelt weitgehend vor Staub- und Lärmbelästigung zu schützen. Estriche, die häufig als Fließestrich auf Anhydrit/Gips-Basis eingebaut wurden, sind bei der Entkernung eines Gebäudes von Betonabbruch zu trennen, weil eine Vermischung dieser Materialien eine Wiederverwendung des Altbetons als Zuschlag unmöglich machen würde. Gips und zementhaltige Produkte sind immer zu trennen. Brennbares Material wie Parkett, Einbaumöbel, Holztrennwände kann entsprechend aufbereitet zur Energiegewinnung in Verbrennungsanlagen genutzt werden. Für Gipskartonplatten gilt das gleiche wie für Estriche auf Anhydritbasis.

Nach der vollständigen Entkernung erfolgt der Abbruch durch Sägen und Schneiden, durch die Abbruchbirne oder sogar durch eine spektakuläre Sprengung. Die Trennung dieses Schutts erfolgt nach der Abfuhr in speziellen Wiederaufarbeitungsbetrieben (Recycling). Große Stahlträger und miteinander verzahnte Stahlbewehrungen sind aber vor dem Abtransport kleinteilig zu trennen.

Da der Schalungsbau vor Betonierarbeiten eine aufwändige Maßnahme ist, ist es oft kostengünstiger Wand- und Deckenelemente als geometrisch einfache Platten zu gießen und erst anschließend Durchlässe für Ver- und Entsorgungsleitungen nach vorgegebenen Plänen zu Bohren oder herauszuschneiden. Diese Arbeiten gehören ebenfalls zur Bauwerksmechanik. Bauwerksmechaniker und -mechanikerinnen betonieren auch Decken und Wände, stellen die erforderlichen Schalungen her und sorgen für ausreichende Bewehrung bei Stahlbeton. Auch beim Einbau vorgefertigter Stahlbetonfertigteile, der Abdichtung von Fugen und den Maßnahmen für Kälte-, Wärme-, Schall- und Brandschutz sind sie gefragt. 

Eine ganz besondere Aufgabenstellung für die nächsten Jahrzehnte wird der Rückbau stillgelegter Kernkraftwerke sein. Es ist eine Jahrhundertaufgabe.

Eine Übersicht über die Bandbreite der Tätigkeiten aus einer Zusammenstellung der Agentur für Arbeit siehst du hier:

vorbereitende Arbeiten

  • Baustellen einrichten und verkehrssichernde Maßnahmen durchführen (z.B. Absperrungen aufstellen)
  • Geräte, Maschinen und Baumaterialien anfordern bzw. transportieren, lagern oder bereitstellen

Abbruch- und Rückbauarbeiten

  • Bodenbeläge, Möbelhölzer und Deckenplatten ausbauen
  • Estrich von Stahlbetondecken trennen
  • Gefahrstoffe und kontaminierte Bauteile wie künstliche Mineralfasern, Gussasphalte, Bitumenkleber und sbesthaltige Baustoffe ausbauen
  • Parkett ausbauen, separieren und dem behördlich genehmigten Verwertungsweg zuführen
  • Kleberschicht durch Fräsen vom darunterliegenden Beton lösen, Fräsgut verpacken und entsorgen
  • asbesthaltiges Material ausbauen, binden, verpacken und fachgerecht entsorgen
  • Stahlkonstruktionen mithilfe von Hydraulikbaggern abbauen
  • Bodenplatten, Keller und Stützenfundamente abbrechen
  • Bauwerksteile z.B. mit Baggern eindrücken oder einreißen
  • Sprengungen vorbereiten
  • Geländevertiefungen auffüllen

Baumaschinen und -geräte im Bereich Hochbau führen und bedienen
Ausführungsqualität der Arbeiten prüfen
Maurer- sowie Beton- und Stahlbetonarbeiten

  • Öffnungen in Stahlbeton schneiden (mit Betonsägen und Bohrern)
  • Mauerwerk nach spezifischen Verbandsarten aus künstlichen und natürlichen Steinen herstellen
  • Decken, Wände und weitere Bauwerksteile betonieren, vorgefertigte Bauteile montieren
  • Estriche herstellen, insbesondere Zementestriche auf Betondecken verlegen
  • Wärmedämmungen anbringen und Wand- und Deckenputzarbeiten ausführen
  • Schalungsmaterial aus Holz, Metall, Kunststoff nach Schalungszweck und Schalungstechnik auswählen und Schalung errichten
  • Bewehrungen nach Bewehrungsplan maßgenau einbringen und verankern
  • Betonmischungen nach Vorgabe in Betonmischanlagen auf Baustellen herstellen bzw. angelieferten Transportbeton einbauen
  • Beton verdichten, Nachbehandlungsarbeiten ausführen

Voraussetzungen

Zwar gibt es keine zwingenden Zugangsvoraussetzungen zu diesem Ausbildungsberuf, jedoch werden bevorzugt Bewerber/-innen mit Hauptschulabschluss oder einem mittleren Abschluss eingestellt. Körperlich sollte man für diese trotz aller Hilfsmittel schwere Arbeit recht robust sein.

Ausbildung

Eine breite Ausbildung in Material- und Maschinenkunde, den Rückbautechniken und den gesetzlichen Entsorgungswegen erhältst du im Betrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildungszeit erstreckt sich über 3 Jahre.

Ausbildungsvergütung

Die mit der IG Bau ausgehandelten Vergütungen liegen im

  • 1. Ausbildungsjahr zwischen    609 und  690 €
  • 2. Ausbildungsjahr zwischen    836 und 1060 €
  • 3. Ausbildungsjahr zwischen   1060 und 1337 €

Berufseinstieg und Perspektive

Mit dieser Ausbildung findest du eine Anstellung bei Abbruchunternehmen, bei Unternehmen für Gebäudeentkernung und bei Betonbohr- und Betonsägebetrieben. Einstiegsgehälter liegen zwischen 2300 und 2800 €.

Mit Weiterbildungsmaßnahmen kannst du die Führungsposition eines Poliers anstreben. Auch der Weg in die Selbständigkeit bietet sich an.

Und jetzt?