Behälter- und Apparatebauer/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 800 € bis 1100 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Wenn du an einem Betrieb der Chemischen Industrie, der Getränke- oder Nahrungsmittelindustrie vorbeifährst, dann fallen zuerst große Behälter, also Silos aller Art ins Auge. Sie enthalten entweder Ausgangsstoffe, Zwischenprodukte oder Endprodukte bevor diese in kleinere Gebinde verpackt werden. Außer diesen Aufbewahrungsbehältern befinden sich oft in Gebäuden die Reaktionsbehälter in denen Stoffe zu neuen Verbindungen umgesetzt werden. Bei zahlreichen Reaktionen ist das Volumen der Endprodukte größer als das der Ausgangsstoffe, so dass eine Druckerhöhung bei konstanter Temperatur stattfindet. Manche Reaktionen gasförmiger Komponenten laufen nur bei höheren Drücken ab. Ebenso erfordern bestimmte Reaktionen eine wesentlich höhere Temperatur, als es der Umgebungstemperatur entspricht. Für alle diese Fälle gilt es die geeigneten Metalle auszuwählen und durch Schweißen und/oder Löten druckfest und temperaturbeständig zu verbinden.

Daneben gibt es aber auch kleinteilige Arbeiten aus Kupferblechen, wenn offene Kessel z.B. für die Käsezubereitung nach alten Methoden verlangt werden.

Alle Arbeiten beginnen, wie im Karrosseriebau, mit dem Blech.  Die von den Rollen abgenommenen Bleche müssen genau zugeschnitten werden, damit am Ende nach der Verformungsarbeit die gewünschten räumlichen Körper daraus entstehen. Wo Leitungen ansetzen sollen sind die Durchlässe sauber auszuschneiden, damit später die Schweißnaht als Schwachstelle so schmal wie möglich wird. Der/die Behälter- und Apparatebauer/-in hat hier in der Regel große, schwere Teile zu bewegen und zusammen zu fügen.

Wer schon einmal im Brauhaus einer Bierbrauerei war hat eine Vorstellung wie eine Gesamtanlage, die von einem/-r Behälter.- und Apparatebauer/-in gefertigt worden ist, am Schluss aussieht. Auch bei einem Dampferzeuger, denke da ruhig mal an eine gute, alte Dampflokomotive, ist der Hauptraum nur ein großer Druckkessel. In Großkraftwerken werden die Wände der Feuerungskessel mit unzähligen Rohrleitungen als Wärmetauscher genutzt; der erzeugte Dampf treibt Turbinen zur Wandlung der mechanischen  in elektrische Energie, damit uns ein Licht aufgeht. Wer stellt wohl die Rohrleitungen für den Dampftransport aus dem Feuerungskessel her?

Von der Konstruktionszeichnung bis zum fertigen Apparat ist es ein langer Weg mit vielen Arbeitsschritten und das erfordert eine reibungslose Zusammenarbeit im Team oder der Arbeitsgruppe. Das fertige Produkt wird häufig beim Auftraggeber das erste mal komplett montiert. Bei der schrittweisen Inbetriebnahme werden soche Anlagen dann oftmals kalt abgedrückt, um auch  kleinste Undichtigkeiten aufzuspüren. Bei dieser Abnahme der montierten Gesamtanlage zieht der Auftraggeber schon Ingenieure von Überwachungsvereinen hinzu. Aus einem solchen Überwachungsverein für die Abnahme und regelmäßige Kontrolle von Druckbehältern bei Dampfmaschinen und Lokomotiven ist schließlich der Technische Überwachungsverein, allen bekannt als TÜV, entstanden. Lange her, war so um die MItte des 19. Jahrhunderts.

Die Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick nach einer Zusammenstellung der Bundesagentur für Arbeit:

Blechbauteile in der Werkstatt herstellen und ggf. vormontieren

  • Maße aus den technischen Unterlagen übernehmen und anzeichnen (anreißen)
  • Metallbearbeitungsmaschinen bedienen und unterschiedliche Metallbearbeitungs- und -verbindungstechniken anwenden
  • Bleche, Profile und Rohre z.B. durch Scheren, Sägen, Brennschneiden, Stanzen auf das geforderte Maß zuschneiden
  • Bauteile z.B. durch Biegen, Aufweiten, Drücken, Bördeln in die maßgerechte Form bringen
  • Blechstücke aus Kupfer und anderen Metallen ggf. vorwärmen und zu Töpfen, Pfannen und Kannen umformen
  • an Gefäßen Haltegriffe befestigen
  • Rohrgewinde schneiden, Rohranschlussstutzen und Armaturen einbauen
  • Bauteile zu (noch transportablen) Baugruppen in der Werkstatt vormontieren, diese dabei z.B. in die richtige Montagelage bringen, nach Maß und Winkligkeit ausrichten und verschweißen, löten oder verschrauben/flanschen
  • ggf. einzelne Baugruppen/Bauteile dichtschweißen

Bauteile zu versorgungs- und verfahrenstechnischen Apparaten zusammenbauen und prüfen

  • ggf. vorgefertigte Bauteile/Baugruppen fachgerecht anschlagen, sichern und transportieren, geeignete Hebezeuge, Anschlag- und Transportmittel auswählen und bedienen
  • Arbeitsplätze auf Montagebaustellen einrichten, ggf. Hilfskonstruktionen und Arbeitsgerüste aufstellen
  • Teile für den Zusammenbau vorbereiten (soweit dies nicht schon in der Vormontage geschehen ist), dabei z.B. Fügeflächen säubern, Bauteile mit Schweißpunkten zusammenheften
  • Bauteile durch Schweißen zusammenbauen (Dichtschweißen), soweit dies nicht durch spezielle Schweißfachkräfte geschieht
  • Armaturen, Mess- und Steueranlagen einbauen
  • Schweißnähte nach den entsprechenden Prüfvorschriften prüfen und Dichtheitsprüfungen unter hohem Druck durchführen
  • ggf. bei der Abnahme von versorgungs- und verfahrenstechnischen Apparaten durch berechtigte Abnahmegesellschaften mitwirken

Apparate warten und instand halten

  • regelmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an versorgungs- und verfahrenstechnischen Apparaten ausführen
  • schadhafte Bauteile demontieren, Austauschteile herstellen und einpassen
  • Dichtheitsprüfungen durchführen

Arbeitsaufgaben planen und vorbereiten

  • der Umfang der Planungsarbeiten ist abhängig von der Arbeitsorganisation des Betriebes, d.h., in größeren Betrieben werden von der Arbeitsvorbereitung bereits relativ detaillierte fertigungs- und montagetechnische Vorgaben erstellt
  • technische Unterlagen wie Fertigungs-, Schweiß- und Montagepläne, isometrische Zeichnungen lesen, ggf. eigene Skizzen erstellen
  • benötigte Rohmaterialien und Halbzeuge, z.B. Bleche, Rohrleitungsteile, Rohrformstücke, Werkzeuge und Vorrichtungen, entgegennehmen, zusammenstellen und prüfen
  • Arbeitsabläufe festlegen, dabei eventuelle Transportwege berücksichtigen (insbesondere im Hinblick auf Größe und Gewicht der Bauteile und -gruppen)

Voraussetzungen

Als Voraussetzung für den Zugang zu diesem verantwortungsvollen Beruf wird mindestens der Hauptschulabschluss verlangt. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, gute Mathematikkenntnisse, Verständnis für Physik und Chemie sollten die Bewerber und Bewerberinnen mitbringen. Die Arbeit ist wegen des Hantierens mit großen Metallteilen auch körperlich schwer.

Ausbildung

Eine breite Ausbildung erhältst du im Betrieb und in der Staatlichen Gewerbeschule für Installationstechnik in Hamburg. Die gesamte Ausbildungszeit erstreckt sich über 3,5 Jahre.

Ausbildungsvergütung

Die mit der IG Metall ausgehandelten Vergütungen liegen im

  • 1.Ausbildungsjahr zwischen    800 und 950 €
  • 2. Ausbildungsjahr zwischen   900 und 1000 €
  • 3. Ausbildungsjahr zwischen   950 und 1050 €
  • 4. Ausbildungsjahr zwischen  1000 und 1100 €

Berufseinstieg und Perspektive

Mit dieser Ausbildung findest du eine Anstellung bei metall- und Maschinenbauunternehmen, die Kessel, Behälter oder schlüsselfertige Anlagen für verschiedene Anwendungen herstellen; außerdem hast du Zugang zu Gas- und Wasserinstallationsfirmen oder solchen, die Lüftungs- und Heizungsanlagen herstellen.

Die Einstiegsgehälter liegen im Bereich von 1800 bis 2700 € pro Monat.

Und jetzt?