Böttcher/-in

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 419 € bis 744 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Wer denkt bei Böttcher schon an einen Bottich, gibt’s sicher auch noch, macht der Böttcher  wohl auch, aber die hohe Kunst ist doch der Fassbau, der ort in dem die Weine reifen. Ein guter Rotwein im Barrique(Eichenfass) ausgebaut gilt dem Kenner immer noch als etwas Besonderes. Nicht jeder Wein veträgt die herbe Säure des Eichenholzes und deshalb gehört Wissen und Erfahrung zu dieser Art der Weinreife im Fass. Die Qualität des Weines wird ebenso von der Qualität des Traubenjahrgangs wie auch von der des Fassholzes bestimmt. Da Barriques von Verwendung zu Verwendung durch Abgabe der im Holz enthaltenen Tanninsäure im Laufe der Zeit ihre spezifische Aromakraft verlieren. folgt daraus, dass immer wieder neue Fässer mit frischem Holt hergestellt werden müssen. Wäre dem nicht so, dann wäre der Markt bald schon mit Fässern gesättigt und für den Beruf des Böttchers/der Böttcherin sähe es schlecht aus.

So aber müssen Böttcher/-innen solange Wein und auch Whiskey, ja auch spezielle Sorten Bier getrunken werden immer wieder aufs neue Fässer bauen. Auch die Reparatur defekter Fässer fällt in das Arbeitsgebiet des Böttchers/der Böttcherin; oft verwendet man Fässer nach mehrmaligem Gebrauch weiter zur Lagerung von Whiskey. Aber außer für den Getränkeausbau schafft der/die Böttcher/-in auch Bottiche für die Sauna, Holzbadewannen und naturbelassene Pflanzkübel für die Gartenterrasse.

Als Böttcher/-in wählst du das Holz für den späteren Fass- und Bottichbau aus. Geschmack und Farbe des Weins oder Whiskeys werden von dieser Auswahl beeinflusst. Die über längere Zeit gelagerten Holzvorräte für den Fassbau werden als Fassdauben mit bauchiger Mitte und sich verjüngenden Enden auf Schablonen passgenau sorgfältig angeritzt und geschnitten. Die Dauben werden mit Feuchte und Feuertrocknung gebogen und schließlich im Fassboden verankert und mit dem Fassreifen umspannt. Übrigens begegnest du in Weinbaugebieten manchmal der Straßenbezeichnung “Am Daubhaus” und dann weißt du, dass hier einst etwas außerhalb der Ortschaft ein Böttcher sein Handwerk betrieben hat. So im größten Weinanbaugebiet Duetschlands in Rheinhessen und daselbst in der Stadt Oppenheim. Am Schluss werden Ventile, Hähne und Stutzen eingearbeitet.

Vorausetzungen

Keine Anforderungen an einen Schulabschluss, aber eine guter Hauptschulabschluss mit besonderer Stärke in Mathematik, räumlichem Vorstellungsvermögen und einer Neigung zu sorgfältigem Handwerklichen Arbeiten solltest du schon mitbringen.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung machst du in Handwerksbetrieben: Böttchereien, Küfnereien oder Büttnereien. Wenn du fragst, gibt es denn noch Böttchereien in Deutschland? Ja, sicher, zum Beispiel schau’ mal hier: http://www.stettin.de/de/deutschland/handwerkeradressen/boettchereien-und-kuefereien.htmlDie schulische Ausbildung wird bei geringer Bewerberzahl auch länderübergreifend durchgeführt.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Bereich

  • 1. Ausbildungsjahr 419 - 560 €
  • 2. Ausbildungsjahr 480 - 648 €
  • 3. Ausbildungsjahr 583 - 744 €

 

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Böttcher/-innen arbeiten nach der Ausbildung in kleinen Handwerksbetrieben, in Böttchereien, Küfereien oder Büttnerereien; die Begriffe werden regional unterschiedlich für das gleiche Handwerk gebraucht. Das durchschnittliche Gehalt liegt bei etwa 2500 €/m bis 2900 €/m. Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich als Böttchermeister/-in oder in der Selbständigkeit.

Und jetzt?