Bootsbauer/-in Fachrichtung Technik

  • Mindestschulabschluss: keiner, jedoch überwiegend Bewerber mit Hochschulreife
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 420 € bis 956 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Ein Hauch von Urlaub umweht uns, wenn wir am Meer, an einem Binnensee oder einem unserer großen Ströme und Flüsse eine Marina, einen Boots- und Yachthafen sehen. Daneben kennen wir am Meer auch die Fischkutter und haben nach einem Urlaub am Watt noch lange das Tuckern der Dieselmotoren im Ohr, in den Häfen beobachten wir das geschäftige Treiben kleiner Barkassen und anderer Nutzfahrzeuge. Auch die wendigen Boote der Wasserschutzpolizei der Feuerwehr, die Seenotrettungskreuzer und Tauchboote der Marine und andere mehr zählen dazu. Nun irgendjemand muss ja diese große Menge von Booten und Yachten auch warten und die technischen Einrichtungen installieren. Wenn dir das Spaß macht und du dich für dein Leben lang dazu berufen fühlst, dann werde Bootsbauer/-in entweder in der hier behandelten Fachrichtung Technik oder in der Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau.

Bootsbauer/innen der Fachrichtung Technik montieren alle technischen Einrichtungen vom Antriebssystem über die elektronischen Einrichtungen bis hin zu Energiespeichern, Feuerlöscheinrichtungen und den Ankerwinden. Neben der Installation gehört auch die Wartung und Fehlersuche bei Störfällen, sowie die Sicherung der Betriebsbereitschaft nach einer eventuellen Winterruhe zu den Aufgaben der Bootstechniker/-innen.

Von den Motoren für Antrieb, Kühlaggregate über Navigationselektronik und Funkeinrichtungen umfasst das Aufgabenfeld ein breites Spektrum.

Bei Wartungs- oder Installationsarbeiten richten sie sich nach Kabellaufplänen, Herstellerangaben und auch Vorgaben von Konstrukteuren und Eignern. Strikt befolgen sie die Sicherheitsbestimmungen und gesetzlichen Vorschriften z.B. zur Installation von Gasanlagen.

Wenn sie Aggregate zusammenbauen, sind sie in Werkshallen tätig oder auch im Freien, etwa in Außenanlagen von Werften und in Docks, wo sie Wärme, Kälte, Zugluft und Feuchtigkeit ausgesetzt sein können. Montagearbeiten an Bord von Wasserfahrzeugen finden im Dock oder zu Wasser statt. Je nach Größe eines Bootes arbeiten Bootsbauer/innen der Fachrichtung Technik auch auf Arbeitsgerüsten, teilweise in einigen Metern Höhe. Hierfür müssen sie schwindelfrei sein.

Bei der Montage großer und schwerer Komponenten wie Motorenteile oder Ankereinrichtungen ist eine gute körperliche Konstitution notwendig. Die Zusammenarbeit mit Kollegen ist beim Ein- und Ausbau solcher Aggregate oft unausweichlich und erfordert ein kommunikatives Verhalten.Einen Überblick über vielseitigen Aufgaben gibt diese Zusammenstellung der Arbeitsagentur für Arbeit

boots- bzw. schiffstechnische Einrichtungen einbauen, warten und reparieren

  • Arbeitsabläufe planen und dokumentieren
  • technische Unterlagen anwenden
  • Maschinen, Wellen und Ruderanlagen einbauen und montieren
  • Masten und Spieren ausrüsten, Riggsysteme montieren, trimmen und warten
  • Ver- und Entsorgungseinrichtungen montieren, z.B. zur Trinkwasserversorgung
  • Schalt- und Installationspläne für bordtypische Netzsysteme erstellen
  • bordelektrische bzw. bordelektronische Komponenten wie Datenleitungen installieren und warten
  • Löten, Schweißen, Nähte verputzen, Lackierungsarbeiten durchführen
  • Instandsetzungs- und Überholungsarbeiten ausführen
  • technische Anlagen bzw. Systeme prüfen und bei Störungen Fehlerursachen feststellen und beheben, Schäden an technischen Einrichtungen reparieren
  • Einzelbauteile nach technischen Vorgaben herstellen
  • Boote transportieren und lagern
  • technische Anlagen und Systeme ein- und auswintern, z.B. Tankanlagen korrosions-und frostsicher einwintern
  • Kunden beraten und informieren

 

Voraussetzungen

Keine Anforderungen an einen Schulabschluss, aber die Mehrzahl der Bewerber hatte 2013 die Hochschulreife, es golgten Abschlüsse mit mittlerer Reife und lediglich 15% begannen mit einem Haupschulabschluss. Die persönlichen Stärken der Bewerber sollten auf Mathematik, Physik, Werken und Technik liegen.

Ausbildung

Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in Bootsbaubetrieben und Bootswerften statt. Die schulische Ausbildung wird länderübergreifend durchgeführt.

Bootsbauer und Bootsbauerin (BBiG/HwO)
Schleswig-Holstein (Lübeck-Travemünde)
Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck in der Hansestadt Lübeck Landesberufsschule für Bootsbauer Wiekstr. 5 23570 Lübeck-Travemünde Telefon-Nummer: 04502/887400 Telefax-Nummer: 04502/887407 
für die Bundesländer
BW, BY, BE, BB, HB, HH, HE, MV, NW, RP, SN, ST, SH

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Bereich

  • 1. Ausbildungsjahr 420 - 830 €
  • 2. Ausbildungsjahr 450 - 866 €
  • 3. Ausbildungsjahr 481 - 907 €
  • 4. Ausbildungsjahr 510 - 956 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Bootsbauer/-innen der Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau arbeiten Bootsbaubetrieben und Bootswerften. Das Gehalt liegt anfänglich bei etwa 2000 €/m und steigert sich mit zunehmender Berufserfahrung bis aud 3400 €/m. Eine Zusatzqualifikation zum Europaassistenten/Handwerk sollte parallel zur Ausbildung angestrebt werden.

Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich als Bootsbaumeister/-in oder für Bewerber mit Hochschulreife durch ein Studium des Schiffbaus.

Und jetzt?