Chemielaborjungwerker/-in

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Dauer 24 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 753 € bis 936 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Ein Chemiker mit abgeschlossenem Hochschulstudium läuft mit einem Kunststoffeimer über den Hof seiner kleinen Einmannfirma, um aus einem Chemikalienlager ein Glasgefäß mit einer ätzenden Säure zu holen. Richtigerweise trägt er das Glasgefäß nicht in der Hand, sondern trägt es im Kunststoffeimer. Er hat diese kleine Tätigkeit richtig also effizient gemacht. Wenn er nun danach im Labor  die ätzende Flüssigkeit mit einer sorgfältig von ihm gereinigten Glaspipette(Messgerät zum Abfüllen kleiner Flüssigkeitsmengen) und mit einem einfachen Saug- und Hebegerät aus Gummi wiederum  aus einem Glasgefäß (keinesfalls aus der Originalflasche, die er zuvor aus dem Chemikalienlager geholt hatte) entnimmt, dann erinnert er sich einen Moment lang an eines der Grundpraktika im Chemiestudium. Aber hat er nun dafür Chemie studiert? Sicher nicht, denn er arbeitet nicht effektiv, er macht nicht die seiner Ausbildung gemäßen richtigen Arbeiten, aber was bleibt im übrig in einem Einmann-Betrieb. In einem größeren Chemieunternehmen werden die einzelnen Arbeitsschritte arbeitsteilig von Menschen mit unterschiedlicher Ausbildung erledigt, jeder wird ein wichtiges Glied einer langen Kette und jeder muss sich auf die Arbeit des anderen verlassen können. So entsteht höchste Effektivität, weil jeder sein Arbeitsgebiet beherrscht und alles richtig erledigt, also effizient arbeitet.

In dieser Kette bereiten Chemielaborjungwerker/-innen Versuchsanordnungen nach Vorgaben vor, setzen chemische Lösungen an, führen standardisierte chemische Operationen (Kristallisieren, Neutralisieren, Verdünnen, Filtrieren, Dekantieren, Destillieren und vieles mehr) durch, überwachen Versuchsabläufe, protokollieren Messergebnisse und bereiten sie für die Datenauswertung vor. Sie ermitteln mit modernen Messgeräten routinemäßig benötigte Daten bei laufenden Versuchsreihen oder in der Qualitätsüberwachung. Sie warten die Messeinrichtungen und führen mit Standards Kalibrierungen durch.

Während der Ausbildung werden handwerkliche Grundkenntnisse und Arbeitstechniken mit verschiedenen Materialien erlernt, das richtige Reinigen von Laboratoriumsgeräten und -apparaten gehört ebenso dazu wie das richtige Wiegen und Ablesen von Messinstrumenten.

Du lernst das genauere Hinschauen mit dem Binokular und Mikroskop, lernst die wichtigsten Chemikalien kennen, wirst Zerkleinerungs- und Mischtechniken kennenlernen und alle chemischen Grundoperationen. Am Ende der Ausbildung wirst du schon Versuchsapparaturen nach Skizzen oder mündlicher Information selbständig aufbauen und auf Funktionsfähigkeit prüfen können. Schließlich musst du noch lernen, wie Versuchsprotokolle angelegt werden und das es wichtig ist auch zunächst unwesentlich erscheinende Beobachtungen zu dokumentieren und weiter zu geben.

Voraussetzungen

Keine Anforderungen an einen Schulabschluss, aber die Mehrzahl der Bewerber hat einen mittleren Abschluss, dann folgen Bewerber mit Hauptschulabschluss Die persönlichen Stärken der Bewerber sollten auf Mathematik, Physik, Chemie liegen.

Ausbildung

Die zweijährige Ausbildung findet in Unternehmen der chemischen Industrie statt. Die schulische Ausbildung wird ergänzt durch die Berufsschule.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im oberen Bereich

  • 1. Ausbildungsjahr 753 - 854 €
  • 2. Ausbildungsjahr 791 - 936 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Chemielaborjungwerker/-innen arbeiten in Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Das durchschnittliche Gehalt liegt zwischen 2600 €/m und 3350 €/Monat. Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich zum/zur Chemielaboranten/-in. Über den zweiten Bildungsweg kann auch ein Studium der Chemie angestrebt werden.

Und jetzt?