Edelsteinfasser/-in

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Ausbildungsvergütung: 853 € bis 1055 €
  • Dauer: 42 Monate
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Edelsteine zeichnen sich vor allem durch ihre Härte, Farbe, Brillanz und ihre Seltenheit aus. Wer einmal gesehen hat wie schlammige Flussablagerungen aus 20 bis 30 Meter tiefen, lehmigen Löchern entlang von Flussläufen mühsam mit kleinen Körben von Etage zu Etage nach oben gebracht, ausgewaschen und dann sorgfältig nach so kleinen vielleicht verwertbaren Steinen abgesucht werden, der bekommt einen gehörigen Respekt vor der Arbeit dieser Edelsteinjäger.

Beim Edelsteinfasser oder der Edelsteinfasser/-in kommen meistens bereits geschliffene Edelsteine auf den halbrunden Arbeitstisch. Aber auch Rohedelsteine wie Opal werden mit dem Wirtsgestein zusammen als Anhänger gern verarbeitet. Neben dem wohl bekanntesten Edelstein dem Diamanten, fasst der/die Edelsteinfasser/-in auch Goldtopaz, Saphir, Smaragd, Turmalin, Demantoid, den vielfarbigen (Pleochroismus) Alexandrit, Peridot und Rubin, um nur einige zu nennen.

Die Kunst des/der Edelsteinfassers/-in besteht darin bei größeren Steinen deren Wirkung und Eigenart zur Geltung kommen zu lassen, den wertvollen Stein also nicht in der Fassung zu erdrücken. Kleinere Steine werden oft flächenhaft angeordnet, häufig auf Armbändern oder massigeren Edelmetallringen. Die Anordnung der Steine und ihre Halterungen werden vor Beginn der Arbeit in Skizzen festgelegt, so dass ein gewisses zeichnerisches Talent vorhanden sein sollte.

Vielfach werden Entwürfe mit den Kunden vorbesprochen, insbesondere wenn es sich um Kelche im sakralen Umfeld oder wertvolle Pokale handelt. Auch die Umarbeitung von älteren Erbstücken in modernere Formen gehört zu den Aufgaben des/der Edelsteinfassers/-in.

Das Arbeitsgerät besteht aus Feilen, Sägen, Feinzangen, Polierscheiben und Lötkolben und das Material aus Edelmetaldrähten und -blechen. Um Materialverluste zu vermeiden ruht auf dem Schoß ein Lederschurz, von wo Reste der Edelmetalle zurück gewonnen werden können.

In der industriellen Serienfertigung, die allerdings heutzutage weitgehend ins Ausland verlagert ist, werden auch bereits vorgefertigte Fassungen verwendet.

Voraussetzungen

Keine rechtlich begründeten Anforderungen an einen Schulabschluss. Besondere Neigung zu Werken/Technik und Mathematik sind aber wünschenswert.

Ausbildung

Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in der Schmuck herstellenden Industrie und in Gold- und Silberschmiede-Werkstätten statt. Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein in Pforzheim (Baden-Württemberg)

Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im oberen Bereich

  • 1. Ausbildungsjahr   853 €
  • 2. Ausbildungsjahr   903 €
  • 3. Ausbildungsjahr   982 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1055 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Edelsteinschleifer/-innen arbeiten in Betrieben der Schmuck herstellenden Industrie und in Gold- und Silberschmiedewerkstätten. Das Gehalt liegt bei etwa 2400 bis 2750 €/m. Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich durch Weiterbildung zum/zur Gold- und Silberschmiedemeister/-in. Wenn die Voraussetzungen für den Hochschulbesuch erfüllt sind kann der Bachelor Schmuckdesign angestrebt werden. Dieser Studiengang wird an der Fachhochschule Idar-Oberstein angeboten.

Und jetzt?