Eisenbahner/-in im Betriebsdienst - Lokführer/-in und Transport

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 754 € bis 877 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Im Führerstand eines ICE morgens an der Meeresküste starten, durch die lieblichen Landschaften der deutschen Mittelgebirge dahingleiten, langsam in das Gewirr von Gleisen und Signalen vor den Bahnhöfen der großen Metropolen einfahren und wieder hinaus, als Herr über 11000 PS beschleunigt der Zug auf 300 km/h und rast den Alpen entgegen. Gerade einmal sechs Stunden von Hamburg bis München oder vier von Köln nach Berlin. Ja bis nach Paris fahren die schnellen vom Triebwagen gesteuerten Züge. Aber es gibt auch die ruhiger fahrenden Nahverkehrszüge, die zuverlässig an jedem Haltepunkt Fahrgäste ein- und aussteigen lassen, und die langen Güterzüge, die Waren aus dem Inland für den Export in ferne Länder zu den Hafenstädten bringen.

Bei den neuen ICE 3 gibt es keine Lok am Kopf oder Ende, denn dort sitzen die Fahrgäste und genießen den Blick, der früher dem Lokführer vorbehalten war. Der aber sitzt in der Mitte des Zuges und die Antriebsaggregate sind auf vier der acht Wagen verteilt. Der Name Lokführer ist auch nur noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Dampflokomotiven. Der Lokführer von heute fährt den 35 Millionen teuren ICE wie ein Pilot ein Flugzeug fliegt.

Die meisten Züge fahren aber im Nahverkehr und dazu müssen wir auch die S- und U-Bahnen in den Großstädten rechnen. Etwas langsamer geht es auch im Güterverkehr zu, immer aber lastet eine große Verantwortung für Menschen und Material einschließlich der transportierten Waren auf dem Lokführer oder Triebwagenpiloten.

So wie ein Pilot vor jedem Start zusammen mit dem Co-Piloten alle Funktionen der Maschine überprüft, so stellt der Lokführer den Zug zusammen (die Wagennummern müssen ja in der Reihenfolge mit den Wagenstandanzeigern auf den Bahnsteigen übereinstimmen. Die Betriebssicherheit ist festzustellen und eben wie beim Flugzeug die Funktion wichtiger technischer Elemente. Mit den Anweisungen des/der Eisenbahners/-in im Stellwerk fährt er die Lok zum Zug und koppelt beide Systeme.

De Fahrdienstleiter auf dem Bahnsteig gibt die Abfahrt frei, die Signale stehen auf grün und nach langsamer Ausfahrt aus dem Bahnhof nimmt der Zug Fahrt auf. Der gesamte Zugverkehr wird über die Stellwerke von Eisenbahnern/-innen im Betriebsdienst der Fachrichtung Fahrweg gesteuert; daher besteht ständig enger Kontakt. Außerdem hält der Lokführer bei Personenzügen Kontakt zum Zugführer und dem übrigen Bordpersonal.

Über Funksignale werden die Stellwerke über den Zustand wichtiger Aggregate ständig informiert. Dennoch wird die Erfahrung des Lokführers besonders bei Störungen immer wieder gebraucht. Die Verbindung zum Stellwerk kann unterbrochen sein, ein Signal informiert über Störungen im Bremssystem. Jetzt müssen sofort Maßnahmen eingeleitet werden, die durch strenge Betriebsanweisungen geregelt sind, solche Maßnahmen kennt der Triebwagenführer und handelt schnell und zielführend.

Züge fahren Tag- und Nacht, so dass man auch Schichtdienst in Kauf nehmen muss; bei Fernzügen muss man an der Endhaltestelle erst einmal eine Nacht in einem Hotel verbringen, bevor es am nächsten Tag wieder zurück geht.

Voraussetzungen

Keine Anforderungen an einen Schulabschluss; es wurden in der Vergangenheit Bewerber mit Hauptschulabschluss, mittlerem Schulabschluss und Hochschulreife eingestellt.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in Eisenbahnunternehmen statt. Die schulische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit

für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in Hamburg (Hamburg): Staatliche Gewerbeschule Verkehrstechnik, Arbeitstechnik, Ernährung G20

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Bereich

  • 1. Ausbildungsjahr 754 €
  • 2. Ausbildungsjahr 815 €
  • 3. Ausbildungsjahr 877 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Eisenbahner/-innen im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport finden Anstellung bei Eisenbahnunternehmen. Das Gehalt liegt bei etwa 2500 bis 2800 €/m. Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich durch Weiterbildung zum/zur Meister/-in für Bahnverkehr. Aufstiegschancen ergeben sich über ein Studium, was in Einzelfällen auch ohne Hochschulreife möglich ist.

Und jetzt?