Fachangestellte/-r Bäderbetriebe

  • Duale Ausbildung
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 860 € - 1000 € 
  • Mindestschulabschluss: keiner
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Fachangestellte für Bäderbetriebe haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, indem sie durch ihre Gegenwart und Umsicht einen reibungslosen und sicheren Betrieb für die Badegäste gewährleisten. Ständig müssen sie daran denken, dass sich Menschen und besonders Kinder durch Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit leicht in Gefahr bringen. Schwimmbäder sind öffentliche Einrichtungen in denen Badeordnungen einige Verhaltensregeln vorschreiben. Auf die Einhaltung müssen Fachangestellte für Bäderbetrieb achten und sie mit Freundlichkeit durchsetzen. Wer aber dauerhaft dagegen verstößt, wird mit Bestimmtheit des Bades verwiesen. Bei Diebstahl und schweren Belästigungen werden die Fachangestellten die Polizei hinzuziehen. Bei kleineren Verletzungen leisten sie Erste Hilfe und organisieren in Notfällen Rettungssanitäter und ärztliche Hilfe. Sie geben Schwimmuntericht, bilden im Rettungsschwimmen aus, betreuen Wassergymnastik und nehmen mit der entsprechenden Berechtigung auch Schwimmprüfungen ab.

Neben diesen Tätigkeiten, die der Badegast oft auch sieht und wahrnimmt, erledigen die Fachangestellten aber auch andere Aufgaben.

Die technischen Einrichtungen und der Zustand des Wassers sind regelmäßig zu prüfen und auf bestimmten Normwerten zu halten. Das Wasser in öffentlichen Bädern wird ständig umgepumpt und aufbereitet: Filter, Umwälzpumpen und chemische Parameter des Wassers sind zu kontrollieren,  zu reinigen und  zu kalibrieren. Bei Freibädern sorgen sie in der Herbst- und Winterzeit dafür, dass alle Außenbereiche wasserfrei sind und das Becken gegen Laubfall geschützt ist.

Nicht nur in der Sonne herumspazieren, wie manch einer meinen könnte, ist die Aufgabe der Fachangestellten, nein, ein Badebetrieb erfordert auch Verwaltungsaufwand. Chemikalien für die Sauberkeit der Anlage, zur Unterdrückung von Keimen im Nutzwasser sind zu bestellen und der Verbrauch zu kontrollieren. Die Tageseinnahmen sind abzurechnen, eventuell müssen die Zeugnisse für diverse Schwimmprüfungen erstellt und ausgegeben werden. Da müssen die Fachangestellten schon wissen, wer mit welchem Ziel teilgenommen hat. Im Schwimmbad gibt es auch Sonderveranstaltungen: morgens kommen Schulklassen zum Unterricht, am Abend trainiert der Schwimmverein, am Wochenende sind vielleicht sogar Schwimmwettkämpfe zu betreuen. Die Presse kommt vorbei und möchte sich informieren, da wollen die Fachangestellten schon lesen wie toll es in ihrem Bad zugeht. Auch diese Form der Öffentlichkeitsarbeit will gut vorbereitet sein und bedarf eines gewissen Zeitaufwands. Ein schöner Beruf, bei dem man immer mit vielen Menschen zu tun hat und auf der faulen Haut kann man da auch nicht liegen. 

Voraussetzungen

Rechtlich bestehen keine Anforderungen an einen Schulabschluss, aber deutlich über 50% der Bewerber hatte 2013 einen mittleren Bildungsabschluss; auch Bewerber mit Hauptschulabschluss und Hochschulzugangsreife ergreifen diesen Beruf. Die persönlichen Stärken der Bewerber sollten auf Mathematik, Physik, Deutsch, Biologie, Sport, sowie Werken/Technik liegen.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in Frei- und Hallenbädern, Freizeitbädern, See- und Strandbädern statt. Dazu kommen noch Werkstätten und Gebäude für technische Anlagen, z.B. Wasseraufbereitungsanlagen. Die Berufsschule übernimmt die schulische Ausbildung.

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

für die Länder Bremen, Niedersachsen in Zeven (Niedersachsen): Kivinan - Das berufliche Bildungszentrum in Zeven

für die Länder Rheinland-Pfalz, Saarland in Trier (Rheinland-Pfalz): Berufsbildende Schule für Gewerbe und Technik Trier

für die Länder Sachsen, Thüringen in Chemnitz (Sachsen): Berufsschulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen

für die Länder Brandenburg (Auszubildende aus dem Umkreis Berlin besuchen nach Absprachen zwischen Berlin und Brandenburg die Berufsschule in Berlin), Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt in Wittenberg (Sachsen-Anhalt): Berufsbildende Schulen Landkreis Wittenberg Berufsschulzentrum

für die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein in Neumünster (Schleswig-Holstein): Walther-Lehmkuhl-Schule Reg. Berufsbildungszentrum der Stadt Neumünster

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Bereich und orientiert sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst

  • 1. Ausbildungsjahr   860 €
  • 2. Ausbildungsjahr   900 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1000 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Fachangestellte für Bäderbetriebe finden Anstellung in öffentlichen und privaten Frei- und Hallenbädern, See- und Strandbädern, Meerwasser- und Wellenbädern oder Fitnesszentren.

Das Gehalt liegt bei 2480 bis 2740 €/m nach TVöD.

Aufstiegsmöglichkeiten sind gegeben durch die Ablegung der Prüfung zum/zur Bademeister/-in. Mit der Hochschulreife kann der Bachelor in Sportmanagement und -ökonomie erreicht werden.

Lehrgänge zur Aneignung von Spezialwissen im technischen und Freizeitbereich, sowie im Gesundheits- und Rettungswesen runden die berufliche Weiterbildung ab.

 

Und jetzt?