Fachkraft - Hafenlogistik

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 520 € bis 590 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Häfen sind Tore zur Welt, von alters her lief der Austausch von Waren im Inland entlang der großen Flüsse, an den Küsten aber über die Binnen- und Weltmeere. Große Häfen ruhen nie, da geht es rund, Tag und Nacht, Tag für Tag und Woche für Woche und Du kannst mitten drin sein. Als Fachkraft für Hafenlogistik bist Du eine der wichtigen Personen, die die Logistik am Laufen halten. Und was ist nun Logistik? Wenn man Dir sagt, dass heute in einer modernen Armee auf einen kämpfenden Soldaten etwa sieben für seine Versorgung mit Munition, Verpflegung, Ausrüstung, Treibstoff kommen, dann bekommst Du eine Vorstellung davon was Nachschub bedeutet. Ebenso ist es bei allen anderen Herstellungsprozessen; in der Montagehalle eines Automobilwerkes müssen alle benötigten Einzelteile rechtzeitig am Ort der Montage eingetroffen sein, sonst stehen die Bänder still und die Arbeit, letztlich kommt die Wirtschaft  zum Erliegen. Im Hafen ist der schnelle Güterumschlag für ein- und ausgehende Rohstoffe und Waren und die Sicherstellung der richtigen Weiterleitung besonders wichtig. Das bezeichnet man als Hafenlogistik. Dafür benötigen wir Fachkräfte, die sich auskennen, Lösungen bereit haben, wenn es mal schwierig wird, aufmerksam sind und dann mit Zoll und Polizei zusammen arbeiten u.s.w. So vielfältig wie der Welthandel heute ist, so vielfältig ist auch der Hafen und die Aufgaben für die Fachkraft für Hafenlogistik.

Wenn die großen Containerschiffe noch auf hoher See dem Zielhafen zustreben, eilen Ihnen die Frachtpapiere voraus und Du organisierst die Entladung, Kontrolle, Zwischenlagerung und/oder Abholung der Waren. Das wird in der Regel schon eingespielte Routine sein, aber was wenn bei der Containerkontrolle von Saatgut plötzlich auch Pfanzenschädlinge entdeckt werden? Mit welchen Fachkräften musst Du nun sofort Kontakt aufnehmen?

Die allseits beliebten Bananen müssen grün auf den Stauden angeliefert werden und die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden, damit sie nicht überreif sind bevor sie überhaupt den kleinen Obstladen vor Ort erreichen. Beim Lagern dürfen sie nicht neben Äpfeln liegen, weil deren Ausdünstungen den Reifeprozess der Bananen in Gang setzen. So gibt es viele Zusammenhänge, die eine Fachkraft für Hafenlogistik beherrschen muss.

Für den Weitertransport muss die geeignete Transportkapazität in ausreichender Menge sichergestellt sein. Feinteilige Schüttgüter können oft direkt vom Seeschiff auf Binnenschiffe gesaugt werden, stückige Schüttgüter sollten mit Greifkränen umgeladen werden. 

Umgekehrt geht es bei der Ausfuhr von Waren zu, dabei wird es besonders interessant, wenn sehr große Maschinen oder Bauteile im Laderaum eines Frachtschiffes so zu verstauen sind, dass auch bei schwerer See keine Beschädigungen auftreten können.

Dabei müssen nicht selten zusätzliche Einbauten im Schiff vor Ort vorgenommen werden. Vorsorglich wird man den Versicherungsverteter der Transportversicherung zur Abnahme hinzubitten.

Ladepläne, und Entladungsreihefolgen, dann wenn mehrere Zielhäfen angelaufen werden sollen, werden mit Disponenten am Bildschirm erarbeitet und dokumentiert.Also langweilig ist anders, wenn man an die zahlreichen Vorgänge im Hafen denkt.

  • Eine Zusammenstellung der Aufgaben und Tätigkeiten von der Bundesagentur für Arbeit sei hier nochmals zitiert:
  • ein- und ausgehende Waren auf Menge und Beschaffenheit und auf ihre Übereinstimmung mit dem in den Ladepapieren angegebenen Zustand überprüfen
  • Maße und Gewichte der Ladung feststellen, berechnen und kontrollieren, Proben oder Muster ziehen
  • Be- und Entladung von Containern und Schiffen überwachen, Schiffsbewegungs- und Güterumschlagsdaten erfassen
  • Schäden sowie Maß und Anzahlabweichungen der Ladungsbehälter feststellen, protokollieren und Schiffsmakler/in oder Ablader informieren
  • Güter anforderungsgerecht einlagern und während der Lagerzeit überwachen, Gefahrgut sichern
  • den Weitertransport von Sendungen per Lkw, Bahn oder Schiff planen, Speditionen oder Empfänger der Ware benachrichtigen, ggf. Transportmittel bestellen
  • Ladungseinheiten zusammenstellen, Stau- bzw. Beladungspläne erstellen
  • Schifflagerräume und Verladeeinrichtungen auf die erforderliche Sauberkeit überprüfen
  • Fracht-, Versand-, Umschlagspapiere sowie Zollunterlagen bearbeiten, Verwaltungs- und Planungsaufgaben mithilfe von Standard-, Logistik- und Lagerverwaltungssoftware durchführen
  • kleinere Beschädigungen an Verpackungen oder Containern reparieren

Wie soll das alles einer allein schaffen?! Keine Angst du wirst nicht der Einzige sein, aber irgendwann wirst du alle Aufgaben kennengelernt haben und dann gibt es Aufstiegschancen.

Voraussetzungen

Wenn Du der Organisator mit Durchsetzungsvermögen und Überblick (schon mal ein Klassenfest organisiert, eine Freizeit bei den Pfadfindern, Trainingsplänefür den Spielbetrieb im Verein organisiert?) bist, dann erfüllst Du schon eine wesentliche Typisierung, also so ein “Hans Dampf in allen Gassen”! Als Voraussetzung erwartet man in der Regel einen mittleren Abschluss(Realschule), aber auch ein guter Hauptschulabschluss kann ausreichend sein und Sicherheit in Mathematik( Laderaumberechnungen u.s.w.), Englisch und Deutsch. Sogar gute geographische Vorstellungen sind nützlich, um gleich zu erkennen woher ein Schiff kommt oder wohin es fahren muss.

Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über drei Jahre und findet sowohl in einer Spedition oder direkt in einem Hafenbetrieb statt; daneben besuchst du auch die Berufsschule.

Im ersten Lehrjahr verdienst du 520 €, die Vergütung erhöht sich auf 555 und dann 590 € im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Die Einstiegsgehälter lagen bisher bei 2200 bis 2300 € ohne Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit.

Berufseinstieg und Perspektiven

Fachkräfte für Hafenlogistik sind gesucht, sie arbeiten in Speditionsunternehmen, direkt in Verwaltungen von See- und Binnenhäfen oder in Warenkontrollbetrieben in Seehäfen.Durch Weiterbildungsmaßnahmen können spezielle Kenntnisse erworben werden; schließlich kann man sich zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik ausbilden lassen. Mit der Hochschulreife ist ein Bachelorstudium für Schiffs- und  Reedereimanagement, Hafenwirtschaft möglich.

Und jetzt?