Fachkraft Straßen- und Verkehrstechnik

  • Mindestschulabschluss: Hauptschule
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 807 € bis 911 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Straßen und die zugehörigen technischen Bauwerke wie Durchlässe, Brücken, Kreisverkehre, etc. sind das Adersystem eines blühenden Wirtschaftsortes wie Deutschland. Heute wird die Montage von Kraftfahrzeugen am Band durch die rechtzeitige Zulieferung der Einzelteile ermöglicht, statt riesige Lager anzulegen: “just in time” nennt man dieses Prinzip. Die Vorratsbewirtschaftung liegt also auf der Straße. Straßen und besonders Brückenbauwerke unterliegen einem erheblichen Verschleiß durch höhere Fahrgeschwindigkeiten und Lasten der Transportmittel; hier allerdings dürfte sich für die Zukunft eine Begrenzung abzeichnen. Jedoch wurde gerade in den vergangenen 30 bis 40 Jahren die Leistungsfähigkeit der Lastkraftwagen enorm gesteigert, die älteren Fahrbahnen und Brückenbauwerke waren an diese Entwicklung nicht angepasst. Viele Studien von rollenden LKW-Reifen zeigen, dass das Rad eben nicht nur sanft abrollt, sondern springt und man kann ausrechnen, welche Lasten so kurzfristig in den Straßenoberbau eingetragen werden. Nicht umsonst sehen wir deshalb bei Brücken häufig Geschwindigkeitsbeschränkungen für Lastkraftwagen. Für den Erhalt und die Erneuerung unserer Verkehrswege müssen wir immer erheblichen Aufwand betreiben und haben hier auch einen großen Bedarf an fachpersonal aller Qualifikationen.

In unserer arbeitsteiligen Welt unterstützen Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik  die Ingenieure und Ingenieurinnen dabei, neue Straßen und Bauwerke zu planen bzw. zu konstruieren und das vorhandene Straßen- und Verkehrswegenetz zu erhalten. Sie entlasten bei Routineaufgaben, erheben Verkehrsdaten, kontrollieren und vermessen das Gelände, fertigen Bauzeichnungen an, kalkulieren Materialbedarf sowie Kosten und überwachen den Bau.

Der Zustand der verkehrsflächen und zugehörigen Bauwerke muss regelmäßig von Fachkräften beurteilt werden. Dazu gehört die Kontrolle von Verkehrsflächen, Verkehrssteuerungsanlagen und Ingenieurbauwerken. Vorhandene Schäden sind zu erfassen, nach Prioritäten zu ordnen und intern entscheidungsreif als Baumaßnahme aufzuarbeiten. Dabei arbeiten Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik eng mit den Ingenieuren und Ingenieurinnen zusammen. Der Winterdienst ist vorausschauend zu planen (Streusalzvorräte müssen in den Autobahnmeistereien und Einrichtungen der Bundes- und Landesstraßendienste angelegt werden), der Baumschnitt, die Sicherung der Verkehrswege vor Wildwechsel und vieles mehr ist für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ständig nachzuhalten. Bei der vergabe der Aufträge an Fremdfirmen sind Ausschreibungsunterlagen zu erstellen, die Angebote vergleichbar zu machen und zu einer Entscheidung für die vergabe zu führen.

Vor dem Neubau von Straßen müssen dies projektiert werden, die dazu erforderlichen Verkehrsdaten (Durchgangs- und Quellverkehr) zu erhebn und auszuwerten kann ebenfalls zum Aufgabenbereich der Fachkräfte Straßen- und Verkehrstechnik gehören.Bauplanzeichnungen anfertigen

Sobald die grundsätzlichen Entscheidungen gefallen sind und erste Entwürfe der Ingenieure voeliegen, berechnen sie Alternativen und zeichnen die Entwurfspläne für die Bauvergabe und zur Kontrolle der Ausführung. Im Siedlungsbereich werden auch Grünanlagen, Pflasterflächen, Absenkungen für behindertengerechte Bordsteinkanten und vieles mehr berücksichtigt. Jeder Verkehrsweg stellt einen Eingriff in die Landschaft dar, die Belästigung durch Schall, Abgase und Feinstaub sind auf alle Aspekte der Umweltverträglichkeit zu prüfen. Einlassungen der betroffenen Anwohner sind in die Planungen einzubeziehen und führen oft zu neuerlichen Planungsansätzen. Bis der Verkehr wieder auf neuen Straßen rollen kann, ist von den Fachkräften für Straßen- und Verkehrstechnik viel sorgfältige Planungsarbeit geleistet worden. Es braucht geduld, wenn man das Gleiche mehrfach beginnen muss, weil andere Sichtweisen vorgetragen werden.

Voraussetzungen

Zwar gibt es rechtlich keine Anforderungen an einen bestimmten Schulabschluss, jedoch stellte die öffentliche Verwaltung, sowie Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung oder Tiefbauunternehmen im Jahre 2013 überwiegend Bewerber mit Hochschulreife(75%) ein, daneben mit einem mittleren Abschluss (25%)..

Wenn deine persönlichen Stärken in den Fächern Mathematik, Physik, Werken/Technik und Deutsch liegen, hast du gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung...

Die Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet in der öffentlichen Verwaltung, sowie in  Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung oder Tiefbauunternehmen statt. An der Berufsschule erfolgt die theoretische Vertiefung. Die Ausbildung ist dual. 

Ausbildungsvergütung

Im öffentlichen Dienst (monatlich brutto) wurden tarifvertraglich zuletzt folgende Vergütungen gezahlt:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 807
  • 2. Ausbildungsjahr: € 861
  • 3. Ausbildungsjahr: € 911

Für die Privatwirtschaft  liegen derzeit keine tarifvertraglichen Vereinbarungen vor, diese sind auszuhandeln.

Berufseinstieg und Perspektiven

Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik werden nach der Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung, insbesondere in Verkehrs- und Straßenbauverwaltungen, in Architektur- und Ingenieurbüros sowie in Straßenbauunternehmen eingestellt.

Für das berufliche Fortkommen ist eine Weiterbildung als Techniker/-in der Fachrichtung Bautechnik mit dem Schwerpunkt Tiefbau zielführend.

Die Hochschulzugangsberechtigung bietet die Möglichkeit über ein Studium einen Bachelorabschluss in Verkehrsingenieurwesen  zu erwerben.

Die Monatsgehälter liegen im öffentlichen Dienst zwischen 2798  und 3097 €; in der gewerblichen Wirtschaft zwischen 2210 und 2420 €.

Und jetzt?