Fachkraft Wasserwirtschaft

  • Mindestschulabschluss: Hauptschule
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 853 € bis 949 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Die Wasserversorgung und auch die Entsorgung stellt die Lebensgrundlage aller Kulturen dar. Wassermangel ließ in der vergangenheit die Ernte verdorren und löschte mächtige Reiche aus. Über Wassermangel brauchen wir uns in Mitteleuropa eigentlich keine Sorgen zu machen, wohl aber um seine Reinhaltung, richtige Verteilung und Nutzung.

Wasserbewirtschaftung ist durch Wasserhaushaltsgesetze und durch Verordnungen geregelt. Die oberste Wasserbehörde ist bei den Umweltministerien der Länder angesiedelt, die oberen Wasserbehörden bei den Landesämtern oder Regierungspräsidien auf Bezirksebene; die untere Wasserbehörde ist für die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig; die Arbeitsstäbe befinden sich in den Wasserwirtschaftsämtern.

Überall in diesen Behörden arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen mit Fachkräften für Wasserwirtschaft an der Planung der ver- und Entsorgung, dem Gewässerschutz und der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (Überwachungsaufgaben). In das Bewusstsein wird es den Bürgern des Landes immer dann gerückt, wenn wir Nachrichten über lokale oder großflächige Ölverschmutzungen, Unfälle mit Tanklastzügen oder aufgegebene militärische Übungsgelände hören.

Zentrales Anliegen der Wasserwirtschaft ist der Umweltschutz, und zwar nicht als Selbstzweck, sondern um die Natur im Gleichgewicht mit dem kostbaren Wasser zu halten. Neben der Überwachung der Wasserqualität und der Kontrolle der punktuellen und diffusen Einleiter in das Vorflutersystem(natürliche Wasserläufe) gehört dazu auch die Landschaftsgestaltung und hier z. Bsp. zum Hochwasserschutz die Renaturierung kleinerer Bäche und Flüsse, sowie die Planung und Ausführung von Überflutungsflächen.

Betriebe entnehmen oft Grundwasser mit eigenen Brunnenanlagen als Kühlwasser. Da um jede Brunnenentnahmestelle eine Absenkung des Grundwasserspiegels erfolgt, sind die Auswirkungen auf die Flora vor einer Genehmigung der Brunnenanlage durch ein Umweltverträglichkeitsgutachten festzustellen. Bei solchen Genehmigungverfahren wirken die Fachkräfte der unteren Wasserbehörde mit und erstellen die nötigen Unterlagen. Für die Langzeitplanung werden Raumordnungspläne erstellt, auch bei der bearbeitung und Archivierung solcher PLäne wirken die Fachkräfte für Wasserwirtschaft mit.

Für größere Industrieanlagen sind Frischwasser- und Abwasserströme zu erfassen, eventuell zu behandeln und wieder gereinigt an das Vorflutsystem abzugeben. Die Planung, Vermessung, Ausschreibung, Vergabe, Überwachung der Baumaßnahmen und die Bauabrechnung gehört ebenso zum Aufgabenbereich der fachkraft für Wasserwirtschaft.

Dabei sind immer die einschlägigen Gesetze zu beachten. Die Vorgaben vonBodenschutzrecht, Wasserschutzrecht, Umweltschutzgesetzgebung, sowie Emissions- und Immissionsgesetze sind zu beachten.

Voraussetzungen

Rechtlich existieren keine Anforderungen an einen Schulabschluss; im Jahre 2013 besaßen die sechs Bewerber, die die Ausbildung aufgenommen haben, die Hochschulreife.

Gute Mathematik- und Informatikkenntnisse sind neben einer sicheren schriftlichen Ausdrucksweise in Deutsch förderlich, dazu solltest du für Werken/Technik befähigt sein.

Die Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre und findet in staatlichen und kommunalen Wasserwirtschafts- und Umweltverwaltungen sowie in Ver- und Entsorgungsbetrieben statt. Die allgemeine Ausbildung erfolgt  in der Berufsschule. Es handelt sich also um eine duale Ausbildung.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung im öffentlichen Dienst (monatlich brutto) liegt im mittleren bis oberen Bereich:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 853
  • 2. Ausbildungsjahr: € 903
  • 3. Ausbildungsjahr: € 949

Berufseinstieg und Perspektiven

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Fachkräfte für Wasserwirtschaft in der öffentlichen Verwaltung, z.B. in Wasserwirtschaftsämtern, Umweltämtern und Schifffahrtsverwaltungen. Zudem sind sie in Unternehmen der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung sowie in Ingenieurbüros für bautechnische Gesamtplanung tätig.

Als aufbauende Ergänzung für den beruflichen Aufstieg bietet sich mit einer Weiterbildung als Techniker/in der Fachrichtung Umweltschutztechnik mit dem Schwerpunkt Wasserver- und -entsorgung an.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Bauingenieurwesen erwerben.

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Planungsbüro.

Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): € 2.798 bis € 3.097

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (monatlich): € 2.213 bis € 2.417

Und jetzt?