Feinoptiker/-in

  • Mindestschulabschluss: mittlere Reife
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 520 € bis 1118 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Optik hat etwas mit Licht und Sehen zu tun. Die technische Optik zählt zu den Ingenieurwissenschaften. Im Gegensatz zur physikalischen Optik befasst sie sich nicht mit den theoretischen Grundlagen und der Natur des Lichtes, sondern hat als Aufgabe konkrete Konstruktionen und Geräte zu entwickeln, die die Leistungsfähigkeit des menschlichen Auges erweitern. Historisch kommen uns Namen wie Johannes Kepler, Joseph von Fraunhofer oder Ernst Abbe in den Sinn und wir denken an die Erforschung der Bewegung der Gestirne, an die spektrale Zerlegung des Lichtes und an die Mikroskopie. Heute wären diese Pioniere zugleich auch Feinoptiker, denn sie stellten ihre exzellenten Linsensysteme und Prismen noch selbst her.

Die technische Optik findet Anwendung in der Projektionstechnik, Holografie und Fotografie sowie in der Spektroskopie. Wichtige optische Bauelemente solcher Geräte sind die verschiedene Linsen, Filter, Spiegel, Prismen, Beugungsgitter um nur einige zu nennen. Der Feinoptiker stellt Komponenten für und  aber auch komplette optische Geräte her. Letztere sind uns bekannt als Lupen, Brillen, Fernrohr, Fernglas, Mikroskop, als Kamera, als Entfernungsmesser. als Zieleinrichtung und viele andere mehr.

Die Feinoptiker/-innen fertigen Linsen nach Auftrag. Zunächst wählen sie für die gestellte Aufgabe das geeignete Glas (Maßzahl ist die Lichtbrechung) aus. Aus dem gewählten Rohglas schneiden sie kleine Blöcke heraus und bearbeiten diese grob an einer Schleifmaschine. Die Werkstücke sind zwischen einem und 40 Millimetern groß, zerbrechlich und staubempfindlich; deshalb tragen die Feinoptiker/-innen feine Baumwollhandschuhe. Die Linsenrohlinge werden in spezielle Maschinen eingespannt und mit Diamant-Kronen-Werkzeugen vorgeschliffen. Da die Krümmungsradien der Linsen auf Vorder- und Rückseite unterschiedlich sind, ist jede Seite einzeln vorzuschleifen.

Der Linsenradius wird im nächsten Arbeitsschritt dem Feinschleifen(Läppen) mit Spezialwerkzeugen auf denen Pellets, die Diamantkörner zwischen 5 und 25 µm enthalten, feingeschliffen.

Jetzt werden die Linsenradien mit Werkzeugen poliert, die aus Leichtmetall (Aluminium) vorgedreht und mit einer Polyurethanfolie beklebt sind. Die Gegenwölbung(Negativform) der Folien werden mit Gegenwerkzeugen eingeschliffen  Die Folien in den Werkzeugen werden mit Gegenwerkzeugen eingeschliffen. Als Poliermittel zwischen der Polyurethanfolie und der zu polierenden Linse wird hauptsächlich Ceriumoxyd (Oxyd des Seltene Erden Elements Cer) verwendet. Die Form der Linsenoberfläche wird zwischenzeitlich berührungslos mittels eines Interferometers zu 100 % geprüft. Nachdem beide Radien (bzw. Flächen) poliert sind, erfolgt die Ausrichtung der Linse in einer Zentriermaschine nach ihrer  optischen Achse(Verbindung der maximalen Wölbung der beiden Radien. Die Justierung erfolgt mit einem Laserstrahl. Die ausgerichtete Linse wird fixiert und mit Diamantscheiben zentrisch abgeschliffen, gleichzeitig erfolgt die randliche Facettierung.

Für die Fertigung von Linsen stehen heutzutage CNC-Maschinen(Computerized Numerical Control) zur Verfügung. Bei Verwendung eines CAM-Systems(Computer Aided Manufacturing) können die Daten aus dem CAD-Programm(Computer Aided Design), mit dem in der Regel die Bauteile konstruiert werden, unter Berücksichtigung einiger weiterer Faktoren wie Geometrie der Werkzeuge, Drehzahlen, Vorschüben mit Hilfe eines Postprozessors in ein CNC-Programm umgewandelt werden. Am Ende des Prozesses, der weitgehend automatisch abläuft, kontrollieren Feinoptiker/-innen die Linsen zu 100%, das heißt jede einzelne Linse wird einer Güteprüfung mit optischen Verfahren unterzogen.

Diese Sorgfalt wird nicht nur beim Herzstück optischer Systeme, den Linsen, angewandt, sondern bei allen Einzelbauteilen. Bei der Entwicklung und Erprobung neuer Geräte werden Prototypen angefertigt; dabei kommt das handwerkliche Geschick der Beteiligten zum Tragen, bevor auch diese Fertigung in der Serie wieder automatisiert wird.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber/-innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Von neunzig Ausbildungsanfängern/-innen im Jahr 2013 in den Ausbildungsbereichen Industrie und Handel sowie Handwerk  hatten 77% einen mittleren Bildungsabschluss, 13 Prozent die Hochschulreife, aber auch 10 % einen Hauptschulabschluss.

Mathematik und Werken/Technik sollten als Rüstzeug schon zu deinen Vorlieben in der Schule gehört haben.

Ausbildung

Die Ausbildung geht über 3,5 Jahre und findet meistens in Spezialbetrieben zur Herstellung optischer Erzeugnisse statt. Der zweite Teil der dualen Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Bayern, Saarland, Schleswig-Holstein in Zwiesel (Bayern): Glasfachschule Zwiesel Staatliches Berufsbildungszentrum für Glas
  • für die Länder Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz in Wetzlar (Hessen): Werner-von-Siemens-Schule Wetzlar
  • für die Länder Brandenburg (Auszubildende aus dem Umkreis Berlin besuchen nach Absprachen zwischen Berlin und Brandenburg die Berufsschule in Berlin), Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen in Jena-Göschwitz (Thüringen): Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum Jena-Göschwitz

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung (monatlich brutto) liegt in der Industrie im oberen, beim Handwerk im unteren Drittel  aller dualen Ausbildungsberufe:

in der Industrie (monatlich brutto):                         im Handwerk (monatlich brutto):

1. Ausbildungsjahr: € 832 bis € 926                         1. Ausbildungsjahr: € 520 bis € 630
2. Ausbildungsjahr: € 905 bis € 975                         2. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 680
3. Ausbildungsjahr: € 974 bis € 1.061                      3. Ausbildungsjahr: € 620 bis € 800
4. Ausbildungsjahr: € 1.008 bis € 1.118                   4. Ausbildungsjahr: € 668 bis € 880

Berufseinstieg und Perspektiven

Feinoptiker/innen finden Beschäftigung in Betrieben, die optische, fotografische oder feinmechanische Erzeugnisse herstellen. Erstrebenswert für die berufliche Weiterentwicklung ist die Prüfung zum/zur Feinoptikermeister/in.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Photonik, Optische Technologien erwerben.

mit einer Werkstatt für (augen-)optische Erzeugnisse, mit einem Optikfachgeschäft oder einem Fach(handels)betrieb für optische Projektionstechnik ist der Schritt in die Selbständigkeit möglich.

Die Bruttogrundvergütung liegt etwa bei € 14,64/h

Und jetzt?