Feinpolierer/-in

  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 853 € bis 982 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Bei dem Wort Glanz denkst du vielleicht sogleich an edlen Schmuck, an glänzendes Geschmeide und Pokale. Da liegst du richtig, jedoch es gibt auch viele feinteilige Präzisionsgeräte bei denen es auf fehlerfreie, geglättete Oberflächen ankommt. Dazu können Nadelventile für die Dosierung sehr kleiner Gas- oder Flüssigkeitsvolumina gehören. Bei den Wintersportarten Bob, Skeleton, Schlitten werden die Kufen in der letzten Bearbeitung auch noch poliert. 

Feinpolierer/innen benötigen an ihren Schleifmaschinen eine ruhige Hand, um exakt und sauber zu arbeiten. Zwar sollen sie kleinste Unebenheiten beseitigen, jedoch nicht zuviel des Edelmetalls bei einem Goldring abtragen. Sie arbeiten mit verschiedenen Metallen und einer großen Zahl von Poliermitteln, je nach Körnung, Material und Aufgabenstellung. Die Polierprozesse werden auftragsgemäß geplant. Um Gold- und Silberwaren den gewünschten Oberflächenglanz zu verleihen, gehen Feinpolierer/innen schrittweise vor; im Prinzip immer vom Groben zum Feinen. Ganz klar, dass nach jedem Arbeitsgang eine gründliche Reinigung des Werkstücks, des Arbeitsplatzes und der Geräte erfolgen muss, denn jedes einzelne gröbere Körnchen unter Milliarden kleinerer erzeugt wieder Kratzer. Danach bearbeiten sie die Werkstücke durch Vor- und anschließendes Feinpolieren mit sogenannten Schwabbelscheiben; das sind mehrer Lagen vernähter Stofftücher übereinander, etwas schwabbelig eben, die mit Hartwachs getränkt aind und dem Werkstück höchsten Glanz verleihen. Bei Polieren eines Autos mit Hartwachs und einem Lammfellhandschuh schwabbelst du auch.

Als Vorbereitung vor einem elektrochemischen Auftrag von Metallschichten auf Werkstücken(Galvanisieren) setzt du als Feinpolierer/-in auch das Gleitschleifverfahren ein. Stelle dir einfach einen großen Topf vor, in den du das oder die zu schleifenden oder zu polierenden Werkstücke gibst. Die Masse des Materials besteht aber aus einem Gemisch von Schleifmittel und Öl. Nun versetzt du den Topf in eine Taumelbewegung und das Schleifmittel gleitet ständig an den zu behandelnden Oberflächen der Werkstücke vorbei, sie werden fein geschliffen oder poliert, je nach dem welche Körnung du aufgegeben hast.

In Werkstätten von Handwerksbetrieben können Feinpolierer-/innen den hergestellten Schmuckstücken den Feinschliff verpassen, sagt man doch so oder? Alte Familienerbstücke sehen danach ganz anders aus.

Voraussetzungen

Im Jahr 2013 hatten alle Bewerber/-innen einen Hauptschulabschluss.
Mathematik, Chemie und Werken/Technik sollten deinen Neigungen für eine erfolgreiche Ausbildung entsprechen.

Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre und findet in Industriebetrieben der Schmuckherstellung statt. Der zweite Teil der dualen Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.
Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für alle Länder in Pforzheim (Baden-Württemberg): Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung in der Industrie(monatlich brutto) liegt im oberen Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 853
  • 2. Ausbildungsjahr: € 903
  • 3. Ausbildungsjahr: € 982

Berufseinstieg und Perspektiven

Es ist überraschen wie groß die Beschäftigungsmöglichkeiten von Feinpolierer/-innen nach ihrer Ausbildung sind: sie arbeiten  in Industrie- und Handwerksbetrieben der Schmuckherstellung und verwandten Produktionszweigen, zum Beispiel bei Silberschmieden, Goldschmieden oder Juwelieren. Ebenso nachgefragt werden sie bei Herstellern von feinmechanischen und optischen Erzeugnissen, von Schneidwaren oder Besteck. Durch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse erweitern. Das Themenspektrum reicht dabei von Galvanik und Oberflächenbehandlung bis hin zu Produktions- und Fertigungstechnik.

Wer einen beruflichen Aufstieg anstrebt, sollte die Prüfung als Industriemeister/in der Fachrichtung Metall ablegen.

Manch einer/eine mit Hochschulzugangsberechtigung geht den Umweg über eine praktische Tätigkeit und studiert danach mit dem Ziel einen Bachelorabschluss im Studienfach Materialwissenschaft erwerben. Der Vorteil der praktischen Tätigkeit ist, dass er oder sie dadurch erfährt, die Arbeit und Leistungen anderer besser einzuschätzen und zu würdigen.

Die Bruttogrundvergütung liegt beispielhaft bei  2.391 bis  2.723 €

Und jetzt?