Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 609 € bis 1.441 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Hier geht es nicht um gemütliche Kachelöfen für das heimische Wohnzimmer, sondern um die großen industriellen Feuerungsanlagen wie Kesselhäuser der Energieversorgungsanlagen, Tunnelöfen der Feuerfest-, Keramik-, Ziegel- und Glasindustrie, Brennöfen der Kalk- und Zementindustrie und Müllverbrennungsanlagen, um nur einige zu nennen.

In den Drehöfen der Zementindustrie hat die Flamme eine Temperatur von 2000°C und das Brenngut von 1400 bis 1430°C, in Hochöfen für die Roheisengewinnung herrschen in der Schmelzzone Temperaturen von 1800 bis 2000°C. Die Abgasleitungen, die das Gichtgas am Ofenkopf abführen müssen dagegen nur noch für Temperaturen von 200 bis 300°C ausgelegt werden. Klar, dass der Feuerungs- und Schornsteinbauerfür die verschiedenen Zonen auch unterschiedliche Feuerfestmaterialien für die Ausmauerung verwenden muss. Außerdem gehört gegen unerwünschte Wärmeverluste eine Dämmung an sinnvollen Stellen dazu. Wegen der großen Abmessungen muss auf Gerüsten in großer Höhe gearbeitet werden; Schornsteine sollen ja möglichst hoch sein, um eine schnelle Verteilung der Abgase ich der Luft zu erreichen. Eine robuste Gesundheit und Schwindelfreiheit müssen die Feuerungs- und Schornsteinbauer/-innen schon mitbringen. 

Wie bei allen Baumaßnahmen erfordert auch die Einrichtung der Baustelle viel Zeit und Sorgfalt. In die Bauzeichnungen musst du dich hineindenken können und während der Ausführung immer wieder Soll und Ist vergleichen. Bei Exportaufträgenfür Stahlwerke  ist es durchaus üblich bei der Warenannahme eine 100%-Prüfung zu vereinbaren, was zwangsläufig auch eine 100%-Prüfung beim Absender erfordert. Diese Präzision wird bei den Montagearbeiten kontinuierlich fortgesetzt.

Neben dem Neubau von Feuerungsanlagen gehören auch die Reparatur oder Inspektion von Abgasanlagen, einschlielich der Schornsteine dazu.

Feuerungs- und Schornsteinbauer/innen übernehmen auch Überprüfungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten und stellen Bauschäden und deren Ursachen fest. Beispielsweise sanieren sie Abgaskanäle, halten feuerfeste Konstruktionen instand oder beheben Schäden, etwa an Schornsteinbändern und Schornsteinkopfabdeckungen.

Industrieschornsteine, die frei neben der Produktionsanlage stehen (Ziegeleien, Keramikbetriebe), werden mehrschalig aufgebaut. Die Außenwand kann in Gleitschalungsbauweise aus Beton erstellt werden. Innen wird dagegen mit Feuerfestmaterial wie z.Bsp. Schamottesteinen gearbeitet. Mittlerweile kann man auch spritzfähige Feuerfestmassen aufbringen. Da Schornsteine beliebte Ausflugsziele für Blitze sind, gehört der Anbau einer leistungsfähigen Blitzschutzanlage als Abschluss ebenso dazu.

Voraussetzungen

Im Jahr 2013 konnten die meisten Bewerber/-innen einenmittleren Bildungsabschluss (67%) vorweisen, 33 % hatten einen Hauptschulabschluss.
Mathematik, Physik und Werken/Technik sollten aus der Schulzeit deine Interessenfächer gewesen sein.

Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre und findet in Handwerks- und Industriebetrieben statt. Der zweite Teil der dualen Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.
Der Berufsschulunterricht wird in einer länderübergreifenden Fachklasse durchgeführt, derzeit:

  • für alle Länder in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen): Hans-Schwier-Berufskolleg der Stadt Gelsenkirchen

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung in der Industrie(monatlich brutto) ist sehr gut und liegt deutlich  im oberen Drittel  aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 609 bis € 690
  • 2. Ausbildungsjahr: € 870 bis € 1.102
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.140 bis € 1.441

Berufseinstieg und Perspektiven

Feuerungs- und Schornsteinbauer/innen sind gefragt in Betrieben des Baugewerbes, z.B. bei Unternehmen des Feuerungs- und Industrieofenbaus, des Schornsteinbaus und der Schornsteinsanierung.

Für das berufliche Weiterkommen empfiehlt sich, die Prüfung als Maurer- und Betonbauermeister/-in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Bauingenieurwesen erwerben.

Schließlich ist noch der Schritt in die Selbstständigkeit  möglich, z.B. mit einem Betrieb des Maurer- und Betonbauer-Handwerks.

Die tarifliche Bruttogrundvergütung liegt beispielhaft bei 18,56 €/h.

Und jetzt?