Fischwirt/-in Schwerpunkt Fischhaltung und Fischzucht

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 530 € bis 730 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Ein großer Teil der Fische aus heimischen Gewässern, die wir auf unserem Speiseplan haben, stammen aus künstlichen Teichanlagen. In diesen Teichanlagen schaffen Fischwirte/-innen für die Haltung und Aufzucht einen optimalen Lebensraum. Diese künstlichen Teiche oder Wasserbehälter können unterschiedliche Formen haben und aus verschiedenen Materialien bestehen. Je nach Besatz, z. Bsp. mit Regenbogenforellen und Karpfen, Saiblingen und Schleien, Hechten und Zander, variieren sie die Wasserbewegung und Belüftung.

Das Wasser muss in diesen künstlichen Gewässern ständig an natürliche Bedingungen angepasst bleiben, dafür ist die ständige Kontrolle des Sauerstoffgehaltes, des Säuregehaltes oder der Basizität (gemessen mit dem pH-Wert), der Nähstoffgehalt, der Algen- und Unkrautgehalt erforderlich. Mit kontinuierlich arbeitenden Messgeräten werden wichtige Werte 

erfasst und können auf einem Bildschirm abgerufen werden. Bei Abweichungen außerhalb vorgegebener Toleranzen erfolgt ein Alarm und der/die Fischwirt/-in kann sofort gezielt eingreifen und das Ökosystem wieder stabilisieren.

Natürlich dürfen die Fische in dem fast perfekten Ökosystem nicht verhungern, deshalb werden sie regelmäßig gefüttert. Auch die Abwehr und Bekämpfung von Krankheiten oder Parasiten, Würmern und Pilzen gehört zu den Aufgaben der Fischwirte/-innen. Wie bei uns Menschen geht es manchmal nicht ohne Medikamente.

Fischzucht von der Ablage des Laichs über die Aufzucht der Jungbrut bis zum Besatz in eine Teichanlage, in der sie zu verkaufsfähigen Fischen heranwachsen, nimmt einen großen Teil der Arbeit der Fischwirte-innen im Schwerpunkt Fischhaltung und Fischzucht ein. Durch Auswahl besonders gesunder, kräftiger Elterntiere wird der Bestand robuster gegen Krankheiten und leistungsfähiger für ein gesundes Wachstum gemacht. Sobald die Jungbrut eine bestimmte Größe erreicht hat, werden sie Fische in Außenanlagen verbracht. Über den Besatz der zahlreichen Kunstgewässer wird genau Buch geführt.

Wenn die Fische ausgewachsen sind, werden die Teiche mit Netzen abgefischt. Der grund des Teiches wird dabei mit dem Fangnetz belegt und das Wasser langsam abgelassen, bis die Fische in der Fischgrube das Wasser durch ihre Aktivität “zum Kochen” bringen, sieht zumindest so aus. Das Netz wird schnell hochgezogen, die Fische nach Sortierung auf  Transportbehälter für den Frischversand verteilt.

Ein Teil des Fangs wird direkt vor Ort für den verkauf weiter verarbeitet. Die Fische werden entschuppt, ausgenommen und filetiert. Andere werden geräuchert. Ware, die nicht unmittelbar in den Verkauf geht, wird in Kühlhäusern zwischengelagert. Die Betriebe beliefern den Groß- und Einzelhandel, verkaufen auf Märkten oder in eigenen Verkaufsstellen.

Klar, dass zu so einem großen Produktionsbetrieb dann auch viel Planung, Dokumentation und Buchhaltung gehört. 

Voraussetzungen

Bewerber sollten mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Da es keine rechtlichen Anforderungen an den Schulabschluss gibt, haben auch Bewerber ohne Abschluss eine Chance.

Es wäre schön, wenn deine Interessen in der Schulzeit auf den Fächern Biologie, Chemie, Physik gelegen haben.

Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet in Betrieben der Fischzucht, -haltung und -veredelung statt. Der zweite Teil der dualen Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.
Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in Starnberg (Bayern): Staatliches Berufliches Zentrum Starnberg
  • für die Länder Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in Hannover (Niedersachsen): Justus-von-Liebig-Schule Hannover
  • für die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Bautzen (Sachsen): Berufliches Schulzentrum für Ernährung und Hauswirtschaft

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt  im unteren Drittel  aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 530 bis € 630
  • 2. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 675
  • 3. Ausbildungsjahr: € 640 bis € 730

Berufseinstieg und Perspektiven

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Fischwirte und Fischwirtinnen mit dem Schwerpunkt Fischhaltung und Fischzucht in der Teichwirtschaft, auf Fischgütern oder in Fischbrutbetrieben, zum Teil auch in gemischten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben mit angeschlossener Teichwirtschaft.

Die Prüfung als Fischwirtschaftsmeister/in im Produktionsbereich Fischhaltung und Fischzucht ist für einen weiteren beruflichen Aufstieg erstrebenswert..

Wer die Ausbildung mit einer Hochschulzugangsberechtigung macht, kann anschließend studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Agrarbiologie erwerben.

Mit einer eigenen Fischzucht oder einem eigenen Fischhandelsbetrieb kannst du dich selbständig machen.

Die Bruttogrundvergütung  liegt tariflich zwischen 2121 und 2234 €.

Und jetzt?