Holzbildhauer/in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 419 € bis 744 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Wenn du mit dem Auto oder zu Fuß in den waldreichen Gegenden Deutschlands unterwegs bist, kommst du oft an Gärten vorbei, in denen eine Anzahl von figürlichen Darstellungen aus Holz ausgestellt sind. Damit macht ein Holzbildhauer auf sich aufmerksam. Es ist schon erstaunlich, wie sehr die Kunst des Holzschnitzens nachgefragt wird. Neben allgemeinen figürlichen Darstellungen(für den Garten, das Haus oder Masken) und Gebrauchsgegenständen sind Figuren und Szenen aus der biblischen Geschichte beliebt. Auch in unserer modernen Zeit werden noch Heiligenfiguren und Altäre bei Holzbildhauern/-innen in Auftrag gegeben.

Holzbildhauer/-innen sind kreative Künstler, die sowohl eigene Vorstellungen als auch solche, die mit Kunden besprochen wurden, umsetzen. Wenn faktische Dinge wie die klimatischen Bedingungen des späteren Standortes und daraus abgeleitet die Wahl des Holzes abgeklärt sind, wird der/die Holzbildhauer/-in zunächst ein maßstabsgerechtes Modell aus Ton, Gips oder auch Holz anfertigen, nochmals mit dem Auftraggeber Details klären und sich dann an die Umsetzung des Kunstwerks begeben.

So wie der Kunstmaler zunächst nur ein weißes Blatt vor sich hat, so ist der/die Holzbildhauer/-in mit der Vorstellung im Kopf, dem Modell und einem sorgfältig ausgewählten Holzblock allein. Für die grobe Umrissgestaltung greift man da auch schon mal zur Bandsäge. Danach werden erste Strukturen mit dem hölzernen, runden Hartholzhammer, dem Klüpfel, und einem Meißel geschlagen. Für die weitere Bearbeitung stehen dem/der Holzbildhauer/-in rund 1000 verschiedene Werkzeuge zur Verfügung - es braucht wohl Zeit, um diese und deren richtige Verwendung zu erlernen. In mittleren Betrieben werden Serienfertigungen von Tierfiguren oder Zierdeckel von Schatullen auch schon nach Entwurf am Computer mit CNC-Fräsmachinen hergestellt; das ist dann bereits industrielle Serienfertigung und führt vom Berufsbild des/der Holzbildhauers/-in weg.

Die fertigen Kunstwerke des/der Holzbildhauers/-in werden zum Oberflächenschutz noch mit Beize oder Wachs nachbehandelt.

Neben der Erschaffung neuer Kunstgegenstände ist der/die Holzbildhauer/-in auch mit Reparaturen aller Art an kunstvollen Bilderrahmen, Leuchtern und Möbelstücken  befasst.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein; in den letzten Jahren hatten die Bewerber allerdings Hochschulzugangsreife. Deine persönlichen Neigungen aus der Schulzeit sollten günstigerweise auf den Fächern Kunst, Mathematik und Werken/Technik gelegen haben.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in Betrieben des Holzbildhauerhandwerks statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein in Bad Kissingen (Bayern): Staatliche Berufsschule Bad Kissingen
  • für die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen in Bad Salzungen (Thüringen): Staatl. Berufsbildungszentrum und Medizinische Fachschule Bad Salzungen

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt  im unteren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele im Handwerk (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 419 bis € 560
  • 2. Ausbildungsjahr: € 480 bis € 648
  • 3. Ausbildungsjahr: € 583 bis € 744

Berufseinstieg und Perspektiven

Holzbildhauer/-innen finden vorwiegend in Holzbildhauerwerkstätten eine Beschäftigung.. Zur beruflichen Vervollkommnung ist es erstrebenswert die Prüfung als Holzbildhauermeister/in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Holztechnik erwerben.

Häufig ist das Fernziel, sich mit einem eigenen Holzbildhauerbetrieb selbstständig zu machen.

Verdiensstmöglichkeiten liegen als tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde) zwischen 15,83 und 17,08 €.

Und jetzt?