Holzmechaniker/-in Fachrichtung Möbelbau und Innenausbau

  • Mindestschulabschluss: Hauptschule
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 633 € bis 852 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Nach älteren Berufsbezeichnungen wäre das wohl eine Kombination aus Tischler und Schreiner. Sie fertigen Möbel nach Maß für Apotheken, Restaurants oder Wandschränke und Küchen. Dabei fertigen sie die Teile neben dem Einsatz tradioneller Handwerkstechniken zunehmend mit vollautomatischen Anlagen. Im betrieblichen Ablauf werden arbeitsteilig Schwerpunkte auf die Holzauswahl, Lagerung und Trocknung, dann auf die Fertigung und letztendlich auch auf die Wartung und Instandsetzung des Maschinenparks gesetzt. In der Ausbildung sollte man alle Bereiche kennengelernt haben.

Die Auswahl der Rohstoffe umfasst die Holzart nach Sorte und Güte (schnell oder langsam gewachsenes Holz), Maserung und Vermeidung störender Astlöcher. Außer Festholz werden auch Holzfaserplatten, Furniere und andere Beschichtungsmaterialien, sowie Kunststoffe, Leichtmetalle und in der Fensterfertigung auch Flachgläser verwendet. Verarbeitbares Holz erfordert zudem einen definierten Trocknungszustand.

Die Vorgaben nach Auftragsbuch werden einprogrammiert und schrittweise abgearbeitet; auf die Zuschnitte folgt die Bearbeitung mit Hobeln und Fräsen, um bestimmte Oberflächenqualitäten und Profile zu erzielen. Furniere und Verbundwerkstoffe mit Kunststoffbeschichtungen werden durch Kleben und Pressen hergestellt. Gegen Lärm, Dämpfe und Staub schützen sich die Holzmechaniker/-innen mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Zur Oberflächenbehandlung werden die Rohstücke geschliffen, Grate entfernt und abschließend profiliert. Danach erfolgt der Auftrag von Holzschutzmitteln und oder Farbe. Bauelemente und Rahmen werden sachgerecht zusammengefügt und durch Dübel, Zapfen oder Verleimung dauerhaft verbunden. Das Erlernen dieser Verbindungstechniken ist Bestandteil der Fachausbildung. Moderne Entwicklungen arbeiten beispielsweise bei der Herstellung von Snowboards auch mit dem Verschweißen von Holz unter hohem Druck und zusätzlicher Reibungsenergie. Ebenso können Holzteile in Sekunden durch eine Ultraschallerhitzung von thermoplastischen Kunststoffen miteinander verbunden werden, eine Technik, die dem herkömmlichen Verleimen überlegen ist.

Bauelemente werden vom/von der Holzmechaniker/-in zum Einsatzort befördert und eingebaut werden und teilweise auch vor Ort nachbearbeitet.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein; Bewerber mit Hauptschulabschluss und einem mittlerem Abschluss waren zuletzt etwa zu gleichen Anteilen vertreten. Deine persönlichen Neigungen aus der Schulzeit sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik, Physik/Chemie und Werken/Technik gelegen haben.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in Industriebetrieben statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt  im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 633 bis € 740
  • 2. Ausbildungsjahr: € 674 bis € 788
  • 3. Ausbildungsjahr: € 720 bis € 852

Berufseinstieg und Perspektiven

Bereits während der Ausbildung sollten Holzmechaniker/-innen Zusatzqualifikationen erwerben, z.B. als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten oder als CNC-Fachkraft.

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Holzmechaniker/innen der Fachrichtung Möbelbau und Innenausbau bei Möbelherstellern, in Tischlereien, in Raumausstatterwerkstätten oder auch in Möbelfachgeschäften, die über eine angeschlossene Werkstatt verfügen bzw. einen Montageservice anbieten.

Nach Ablegung der Prüfung als Industriemeister/in im Bereich Holz eröffnen sich Wege bis in Führungspositionen.

Die Hochschulzugangsberechtigung ermöglicht ein Studium mit einem Bachelorabschluss im Studienfach Holztechnik.

Die Verdiensstmöglichkeiten liegen als tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde) zwischen 15,83 und 17,08 €.

Und jetzt?