Holzspielzeugmacher/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 420 € bis 907 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Es gibt schöne Holzkisten mit vielfältig geformten Holzklötzen, damit lassen sich Türme, Burgen, geheimnisvolle Verstecke und dunkle Gänge bauen. Holzspielzeug ist ideal für die ersten Lebensjahre eines Kindes und setzt gestalterische Kräfte frei. Eigentlich schade, dass Plastikspielzeug so viele kreative Möglichkeiten zudeckt. Neben einfachen Grundformen Würfel, Quader, Zylinder und Prismen über einfache Tierformen auf Rädern, die so herrlich mitlaufen können, über Holzeisenbahnen bis hin zu verschachtelten Ritterburgen, Kaufmannsläden und Puppenhäusern kann der/die Holzspielzeugmacher/-in alles herstellen, was das Kinderherz begehrt. Nun eigentlich sprechen wir über eine spezielle Ausrichtung des Drechslerhandwerks, denn mit diesen alten handwerklichen Techniken werden heute mit modernen Maschinen die Spielzeugentwürfe in die Realität umgesetzt.
Aus heimischen Hölzern wird zum Beispiel ein langer Quader gefertigt und die Umrisse eines Pferdes über die gesamte Länge hineingefräst; dann wird diese Form nur noch geschnitten und schon sind fünfzig und mehr kleine Pferdekörper entstanden. Die Feinarbeit besteht im Abrunden der Kanten, das Herausarbeiten der Ohren und der Beine und schließlich in einer farblosen oder farbigen Lackierung. Bei zusammengesetzten Spielwaren werden die Einzelteile so geplant, dass jedes für sich  in einfachen maschinellen Verfahren hergestellt und ebenso schnell zusammengesetzt werden kann. Nur so lassen sich große Mengen einfacher Spielzeuge auf Rädern preiswert fertigen.

Die klassische Drehbank oder moderne CNC (Computerized Numerical Control)-Maschinen helfen dabei runde Formen schnell, gleichmäßig in großer Zahl herzustellen. Räumliche Gebilde wie Puppenstuben, Spielzeugmöbel und Kaufmannsläden werden so wie die großen Vorbilder mit gleichen Fügetechniken verarbeitet: Nut und Feder, Holdübel und Zapfen kommen zur Anwendung.

Die Oberflächenbehandlung des Holzspielzeugs erfolgt mit kindgrechten Ölen, Lacken und Farben, an denen das Kleinkind auch schon mal die Zähnchen und den eigenen Speichel testen darf ohne dass gleich der Kinderarzt zu Rate gezogen werden muss.

Die aufwendigeren Puppenstuben, Fachwerkhäuser und Ritterburgen aus Holz werden  sorgfältig und liebevoll bemalt.

In der industriellen Fertigung oder Vorfertigung von Rohlingen kann es vorkommen, dass auch im Schichtdienst an den Maschinen gearbeitet werden muss.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein. Deine persönlichen Neigungen aus der Schulzeit sollten günstigerweise auf den Fächern Kunst, Mathematik und Werken/Technik gelegen haben.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in handwerklichen oder industriellen Unternehmen der Spielzeugindustrie statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für alle Länder in Seiffen (Sachsen): Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Technik, Wirtschaft des Erzgebirgskreises

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt für die Industrie im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele in der Industrie (monatlich brutto):

  •  1. Ausbildungsjahr:  420 bis  830 €
  •  2. Ausbildungsjahr:  450 bis  866 €
  •  3. Ausbildungsjahr:  481 bis   907 € 

Berufseinstieg und Perspektiven

Holzspielzeugmacher/innen arbeiten  in Betrieben des Handwerks, des Kunsthandwerks und der Spielzeugindustrie. Auch für die Arbeit in betreuten Werkstätten für Menschen mit Behinderung ist ihre Anleitung gefragt.

Für den beruflichen Aufstieg empfiehlt sich, die Prüfung als Drechsler- bzw. Elfenbeinschnitzer- und Holzspielzeugmachermeister/in abzulegen.

Wenn die Hochschulzugangsberechtigung vorliegt, kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Holztechnik erwerben.

Schließlich ist der Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Holzspielzeugmacherbetrieb möglich.

Verdiensstmöglichkeiten liegen als tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde) bei  14,65 €.

Und jetzt?