Industriekeramiker/-in Dekorationstechnik

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 575 € bis 817 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Sobald die Grundbedürfnisse Nahrungsaufnahme und zugehörige Vorratshaltung in Gefäßen befriedigt sind, streben Menschen danach auch Gebrauchsgegenstände zu schmücken und zu verzieren. Dieses Verlangen sehen wir durchaus mit dekorativer Porzellanmalerei befriedigt, wenn wir auf einen festlich gedeckten Tisch oder eine Kaffeetafel schauen. Besonders schöne Exemplare werden als Sammeltassen oder als Zierteller in heimischen Vitrinen ausgestellt. Bemalte Figuren und Figurengruppen zieren manche Wohnung und lassen die persönliche Note des Besitzers spüren. Händische Porzellanmalerei ist eine ästhetische Kunst.

Industriekeramiker/-innen Dekorationstechnik zeichnen oder malen meistens vorgegebene Muster, Blumen, Vögel, Tiermotive oder geometrische Ornamente auf Porzellangrundkörper (Unterglasurmalerei) vor dem Glattbrand oder auf die Glasur. Aufglasurfarben werden nach dem Scharff- oder Glattbrand aufgetragen und sinken beim Muffelbrand in die Glasur ein und verbinden sich so mit dieser, dass sie auch dauerhaft eingebunden sind (spülmaschinenfest). Sehr früh hat man begonnen Gold zur Verzierung aufzutragen, dabei lässt sich Meissner Glanzgold relativ leicht abreiben, während Poliergold durch den Einbrand mit einem Flussmittel dauerhaft ist. Die Maltechnik bleibt von der Art der chemischen Fixierung des Goldes unberührt.

Die Industriemechaniker und Industriemechanikerinnen Dekorationstechnik erlernen verschiedene Techniken für die Bemalung hochwertigen Porzellans und müssen zugleich Kennntisse darüber haben, wie sich die Farben beim Brand verhalten.

Gebrauchsgegenstände werden auch flächig mit Verlaufsfarben in Spritzkabinen gespritzt. In der Serienfertigung werden Farben mit verschiedenen Drucktechniken auf die unglasierten oder glasierten Grundkörper aufgetragen. Dadurch werden sehr gleichmäßige Motive erzeugt, allerdings geht damit auch die Individualität der Einzelstücke verloren.

Wie bei Glas kann auch die Oberfläche glasierter Porzellane durch Ätztechniken mit Säuren modifiziert werden. Wegen der Säuredämpfe werden solche Arbeitsplätze sorgfältig mit Absaugvorrichtungen versehen. Die nicht zu ätzenden Stellen werden mit säurefesten Lacken abgedeckt.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen i.d.R. Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein. Im Jahre 2013 wurden neben Bewerbern mit Schulabschlüssen bis zur Hochschulreife auch 20% ohne Abschluss eingestellt. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik, Physik/Chemie und Kunst/Werken/Technik liegen. 

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in Betrieben der keramischen Industrie statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Saarland in Selb (Bayern): Staatliches Berufliches Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik Selb
  • für die Länder Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in Rheinbach (Nordrhein-Westfalen): Staatliches Berufskolleg Glas Keramik Gestaltung des Landes NRW Rheinbach
  • für die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen in Meißen (Sachsen): Berufliches Schulzentrum Meißen
  • für die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen in Hermsdorf (Thüringen): Staatliches Berufsschulzentrum Hermsdorf

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt für die Industrie im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 575 bis € 706
  • 2. Ausbildungsjahr: € 624 bis € 760
  • 3. Ausbildungsjahr: € 667 bis € 817

Berufseinstieg und Perspektiven

Industriekeramiker/-innen Dekorationstechnik arbeiten nach der Ausbildung in den Veredelungsabteilungen von Betrieben der Keramik- und Porzellanindustrie. 

Für die berufliche Weiterentwicklung sollte die Prüfung als Industriemeister/-in der Fachrichtung Keramik abgelegt werden.

Die Hochschulzugangsberechtigung eröffnet den Weg zum Studium mit einem Bachelorabschluss im Studienfach Keramik-, Glastechnik.

Die tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich) ist bei 2.073 bis  2.189 € angesiedelt.

Und jetzt?