Klavier- und Cembalobauer/-in Fachrichtung Cembalobau

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 400 € bis 956 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Cembali sind im Unterschied zum Klavier Tasteninstrumente mit Zupfmechanik. Äußerlich ist das Cembalogehäuse einem Konzertflügel ähnlich, aber schmaler und leichter. Die Saiten werden nicht mit Hämmerchen , sondern mit Hilfe von mechanisch bewegten Kielen aus Leder oder Kunststoff (früher aus Federkielen) angerissen. Die Tonerzeugung erfolgt somit durch das Anzupfen von  Saiten aus Messing, Stahl oder Bronze. Die Saiten sind über einen dünnen Resonanzboden mit Stegen gespannt. Weil man beim Cembalo im Gegensatz zum Klavier die Klangfarbe und Lautstärke nicht durch stärkeres oder schwächeres Betätigen der Tasten verändern kann, besitzen größere Cembali zwei terassenförmig angelegte Manuale(Tastenfelder) und Register, die durch Pedale aktiviert werden können.

Aus tausenden von Einzelteilen bestehen wie das Klavier auch Cembali, die zwar in der Regel in einem Betrieb hergestellt werden könnten, heute aber zunehmend von Zulieferern, die sich spezialisiert haben geliefert werden.

Wer in einen Betrieb des Cembalobaus hineinschaut kann leicht den Eindruck gewinnen, in eine Schreinerei geraten zu sein, weil ein großer Teil der Fertigung mit Holbearbeitung zu tun hat. Rahmen, Resonanzboden und Gehäuse mit den Füßen sind aus Holz. Selbst die Mechanik zum Übertragen der Hebelkräfte wird frei von störenden Schwingungen in Holz ausgeführt.

Schon während der Montage eines Cembalos werden die Saiten auf richtige Tonhöhe geprüft, aber erst, wenn es mechanisch komplett fertig gestellt ist, kann es gestimmt werden. Diese letzte Feinabstimmung verlangt ein absolutes Gehör für die Tonhöhen und wird nicht selten mit dem Kunden gemeinsam durchgeführt.

Klavier- und Cembalobauer/-innen der Fachrichtung Klavierbau können selbstverständlich auch in die Jahre gekommene Cembali wieder ertüchtigen oder Umzugsschäden reparieren. In der Regel muss ein Cembalo jährlich einmal gestimmt werden, weshalb Klavier- und Cembalobauer/innen der Fachrichtung Cembalobau viel unterwegs sind und die Instrumente bei ihren Kunden betreuen, z.B. in Musikschulen oder Konzertsälen.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen i.d.R. Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik, Physik, Werken/Technik und Musik liegen. 

Ausbildung

Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in der Regel in handwerklichen oder industriellen Betrieben des Klavier- und Cembalobaus statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für alle Länder in Ludwigsburg (Baden-Württemberg): Oscar-Walcker-Schule Ludwigsburg Gewerbliche Schule

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im unteren bis mittlerem Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Im Handwerk (monatlich brutto):             In der Industrie (monatlich brutto):

1. Ausbildungsjahr: 400 €                        1. Ausbildungsjahr: 420 bis  830 €
2. Ausbildungsjahr: 480 €                        2. Ausbildungsjahr: 450 bis  866 €
3. Ausbildungsjahr: 520 €                        3. Ausbildungsjahr: 481 bis  907 €
4. Ausbildungsjahr: 600 €                        4. Ausbildungsjahr: 510 bis  956 €

Berufseinstieg und Perspektiven

Klavier- und Cembalobauer/innen der Fachrichtung Cembalobau werden vor allem in Betrieben des Musikinstrumentenbaus beschäftigt.

Für die berufliche Weiterentwicklung empfiehlt sich, die Prüfung als Klavier- und Cembalobauermeister/in abzulegen.

Mit der Hochschulreife kann man studieren und einen Bachelorabschluss im Studienfach Musikinstrumentenbau erwerben.

Mit einer eigenen Werkstatt des Klavier- und Cembalobauer-Handwerks kann man den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Die tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde) lag zuletzt zwischen 15,83 und 17,08 €.

Und jetzt?

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