Kraftfahrzeugmechatroniker/-in - Karosserietechnik

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 531 € bis 895 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Pro Jahr beginnen rund 20.000 Auszubildende eine Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker/-in; das bedeutet bei einem Kraftfahrzeugbestand von 54 Mio zugelassener Fahrzeuge am ersten Januar 2015, dass auf jede/n neue/n Auszubildende/n 2700 Fahrzeuge warten. Aber da sind noch diejenigen, die diesen Beruf schon vor ihm/ihr ergriffen haben und wenn wir einmal annehmen, dass wir etwa 50 Jahrgänge überblicken und noch bedenken, dass vielleicht nur etwa die Hälfte eines Jahrgangs tatsächlich mit direkter Arbeit am Fahrzeug befasst ist, dann kommen doch auf jeden in der Branche 100 Fahrzeuge aller Typklassen auf ihn zu. Das heißt bei rund 200 Arbeitstagen alle 2 Tage muss im Schnitt ein Fahrzeug wieder aus der Werkstatt sein. Zumindest erkennt man an diesem kleinen Zahlenspiel, dass noch ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage im Personalbereich zu bestehen scheint.

Karosserietechnik ist nicht nur Blech und massive Verstrebungen, sondern auch Achsen, Differenziale, Radaufhängung, Bremsen, Lenkung, Stoßdämpfer etc. Da überall in der Verkleidung bis zur Außenhaut des Fahrzeuges Kabelstränge verlaufen, die Informationen von Sensoren zu Anzeigeinstrumenten übertragen, muss der/die  Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, wie der Name schon andeutet, auch darüber Bescheid wissen und diese Kabelbäume und Instrumente aus- und einbauen können.

Routinemäßige Wartungsaufträge werden nach Serviceplänen abgearbeitet. Für die Vermessungen von Achsen, Sturz, Bremskraft u.s.w. stehen Diagnosestände zur Verfügung. Die Ergebnisse können direkt mit hinterlegten Daten des Herstellers abgeglichen werden. Wichtig ist hierbei auch die visuelle Inspektion auf Undichtigkeiten und Roststellen. Oft wird der Kunde vom Meister hinzugebeten, wenn Mängel erkannt werden, die nach Alter oder Kilometerlaufleistung noch nicht zu erwarten wären.

Aufwändiger ist die Untersuchung nach Unfällen, die der Fahrer oft als Bagatelle abtut, weil ein nachfolgendes Fahrzeug bei niedriger Geschwindigkeit auf das bereits stehende eigene Fahrzeug aufgefahren ist. Man sieht eigentlich nichts, nur der 2., 4. und 6. Gang lassen sich etwas schwerer einlegen. Nun muss der Fachmann schon mal den Rahmen vermessen; das geht exakt mit optoelektronischen Messgeräten. Mit Hilfe der Messdaten ermittelt der/die Kraftfahrzeugmechatroniker/-in des Schwerpunktes Karosserietechnik via Schadenskalkulationssystemen den Umfang der Reparatur und informiert auch hier bei größeren Abweichungen von der Erwartung des Kunden den Meister zur Abklärung des Auftrages. 

Blechschäden können meistens durch Austausch der Teile einschließlich der Lackierung der Rohlinge behoben werden. Arbeiten am Rahmen und den Säulen des Fahrzeuges sind sehr sorgfältig abzuwägen, weil auch nach der Reparatur die Sicherheitsaspekte für die Fahrgastzelle nicht gemindert sein dürfen.

Ist der Schadensumfang gering, beherrschen Kraftfahrzeugmechatroniker/-innen Reparaturverfahren für Lack- und Blechschäden, die einen kompletten Austausch eines Bauteils nicht erforderlich machen. Das gilt auch für Steinschlagschäden an der Windschutzscheibe. Sollten sich aber schon größere Risse im Glas zeigen, dann wird nach einer Vermessung des Rahmens eventuell eine neue Scheibe eingesetzt. Viele Verkleidungen sind heute aus Kunststoff und werden bei Beschädigungen meistens erneuert. 

Überraschend ist es schon, wenn ein zerknautsches Unfallfahrzeug wie neu aus der Werkstatt kommt, dank des Könnens und der guten Ausbildung der Karosseriebau-Fachleute.

Voraussetzungen

Obwohl wie bei den meisten Ausbildungsberufen keine rechtlichen Anforderungen an den Schulabschluss gegeben sind, wurden 2013 überwiegend Bewerber(alle Fachbereiche) mit   einem mittleren oder Hauptschulabschluss   eingestellt. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik, Physik und Werken/Technik liegen. 

Ausbildung

Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in der Regel in Betrieben der Kraftfahrzeuginstandhaltung und des Kraftfahrzeugbaus statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele in der Industrie (monatlich brutto):         Beispiele im Handwerk (monatlich brutto):

1. Ausbildungsjahr: € 531 bis € 719                        1. Ausbildungsjahr: € 531 bis € 644
2. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 759                        2. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 685
3. Ausbildungsjahr: € 620 bis € 756                        3. Ausbildungsjahr: € 620 bis € 837
4. Ausbildungsjahr: € 672 bis € 811                        4. Ausbildungsjahr: € 672 bis € 895

Berufseinstieg und Perspektiven

Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Karosserietechnik arbeiten in Reparaturbetrieben für Kraftfahrzeuge, in der Fahrzeugherstellung sowie im Handel mit Kraftfahrzeugen.

Für den beruflichen Aufstieg empfiehlt sich, die Prüfung als Karosserie- und Fahrzeugbauermeister/-in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Fahrzeugtechnik erwerben.

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist ebenfalls möglich, z.B. mit einem eigenen Betrieb des Kraftfahrzeugtechniker-Handwerks, etwa mit einer Reparaturwerkstatt.

Die tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich) liegt zwischen 2.524 und 2.695 €.

Ähnliche Ausbildungen

Weitere Spezialisierungen des KFZ-Mechatronikers:

Außerdem:

  • Fahrzeuginnenausstatter/-in: Ähnlich wie der KFZ-Mechatroniker beschäftigt sich dieser Beruf mit Autos oder anderen Fahrzeugen. Allerdings arbeitest du als Fahrzeuginnenausstatter eher im Innenraum von Fahrzeugen und kümmerst dich hier um die Ausstattung.
  • Fahrzeuglackierer/-in: Als Fahrzeuglackierer kümmerst du dich um die farbliche Gestaltung von Fahrzeugen oder Fahrzeugteilen. Diese Arbeit geht oft Hand in Hand mit der des KFZ-Mechatronikers.

Und jetzt?