Leuchtröhrenglasbläser/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 590 € 800 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Leuchtröhrenreklame strahlt uns in den nächtlichen Städten allenthalben entgegen, manche verströmen ein warmes angenehmes Licht, andere wiederum sind grell und blinken auch noch. Firmennamen leuchten weithin über den Dächern der Verwaltungsgebäude, Kinos, Bars und Spielcasinos buhlen um Kunden.

Leuchtröhrenglasbläser/-innen stellen diese Schriftzüge und figürlichen Darstellungen aus leuchtenden Glasröhren her. Grundlage eine jeden Auftrags ist eine technische Zeichnung über den anzufertigenden Gegenstand. Die Glasrohre als Vorprodukte werden durch Anritzen oder Erhitzen und rasches Abschrecken mit einer Sollbruchstelle versehen und auf die gewünschte Länge gebrochen.

Um einen Buchstaben zu formen, erwärmen die Leuchtröhrenglasbläser/-innen das Rohr an der geplanten Biegestelle vorsichtig und gleichmäßig in der Flamme bis es biegsam wird. Mit einem Schlauch blasen sie in das Rohr, um den Durchmesser auch an der Biegestelle wahren zu können und formen den Buchstaben. Wegen der später zu montierenden Stromanschlüsse muss er/sie in Spiegelschrift arbeiten.

Damit die vorgefertigten Röhren weithin sichtbar leuchten, müssen sie entweder mit einem Leuchtgas gefüllt werden oder die Wandungen erhalten eine Beschichtung, die UV-Licht bei Quecksilber-Argon Füllungen in sichtbare Sekundärstrahlung wandelt(Fluoreszenz). Im Inneren der Röhren herrscht fast ein Vakuum, das heißt nur wenige Gasatome sollen den Elektronenstrom in der Gassäule abbremsen, die beschleunigten Elektronen schlagen beim Auftreffen auf die Gasatome Elektronen aus der äußeren Elektronenhülle heraus und verlieren dabei Energie und die sofort erfolgende Wiederherstellung des stabilen Zustands des Gasatoms durch Elektroneneinfang setzt den gleichen Energiebetrag wieder als emittierte Lichtwelle frei: das Gas beginnt zu leuchten: Neongas leuchtet orangerot; Helium weißrosa; Stickstoff gelbrosa; Argon rosa; Neon mit Quecksilberdampf grün und Argon mit Quecksilberdampf blau. In den meisten farbigen Leuchtröhren werden heute Beschichtungen aufgebracht, die durch die UV-Strahlung des Argon-Quecksilber-Gases zur Fluoreszenz angeregt werden (Sekundäranregung).

Damit in der Röhre ein Strom (beschleunigte Elektronen) fließen kann schmelzen die Leuchtröhrenglasbläser/-innen an beiden Seiten Elektroden an. An einer Elektrode befindet sich ein kleiner hohler Wurmfortsatz, der Pumpstängel, der die Verbindung zum Pumpstand herstellt, um die Röhre fast luftfrei zu machen. Anschließend füllen sie dann die Röhre mit Edelgas, wobei der richtige Füllgrad über Druckmembranen gemessen wird. Nach dem Abschmelzen der Röhre vom Pumpstand, bringen sie den Zündmechanismus und die Steckverbindungen zu den Elektroden an und prüfen abschließend das Ergebnis.

Defekte Leuchtreklamen entsorgen sie fachgerecht. Leuchtröhren enthalten kleine mengen Quecksilber und gehören nicht in den Hausmüll!

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss  und mittlerem Bildungsabschluss ein. Deine Schwerpunktinteressen aus der Schulzeit sollten auf den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Werken/Technik gelegen haben.

Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre und findet in Industriebetrieben statt. Die ergänzende theoretische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Baden-Württemberg, Brandenburg und Saarland in Wertheim (Baden-Württemberg): Berufliches Schulzentrum Wertheim
  • für die Länder Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen in Hadamar (Hessen): Erwin-Stein-Schule Staatliche Glasfachschule Hadamar

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt  im unteren Drittel  aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 590 bis € 650
  • 2. Ausbildungsjahr: € 640 bis € 700
  • 3. Ausbildungsjahr: € 720 bis € 800

Berufseinstieg und Perspektiven

Glasmacher/innen werden beschäftigt in Betrieben der glasverarbeitenden Industrie.

Für das berufliche Weiterkommen ist es erstrebenswert, die Prüfung als Industriemeister/in der Fachrichtung Glas abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Keramik-, Glastechnik erwerben.

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung (in der Stunde): 12,48 €

Und jetzt?