Ausbildung zum Maler und Lackierer

Ausbildung zum Maler und Lackierer

Maler/-in und Lackierer/-in

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Ausbildungsvergütung: 505 € bis 690 € 
  • Dauer: 36 Monate
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer

Wenn du Schlösser und Burgen besuchst, dann bist du oft beeindruckt von Wandteppichen, die Szenen aus der Geschichte oder aus der Jagd in allen Einzelheiten farbenprächtig darstellen. Schaust du hinter diese prächtige Fassade erkennst du grobes,  unverputztes Mauerwerk. Der Wandbehang, auch als Gobelin bezeichnet, diente zum einen der Verschönerung des Raumes und zugleich der Behaglichkeit, denn die Abstrahlung von einer kalten, feuchten Wand wird anders empfunden als von einem Gewebe. Zudem zeugte die aufwändige Fertigung und Darstellung von der Macht des Besitzers, war also Werbung in eigener Sache. Derartig prachtvolle Wandbehänge blieben nur wenigen Fürsten, Königen und Kaisern in ihren repräsentativen Empfangsbereichen vorbehalten.

Das moderne Beschichten von Bauten und Objekten innen wie außen ist für jedermann zugänglich und dient wie ehedem der Verschönerung, aber auch der Energieeinsparung durch Wärmedämmverbundsysteme. Als Bauten- und Objektbeschichter/in gestaltest du Innen- und Außenflächen von Gebäuden und anderen Objekten;  solche Objekte können große immobile Silos, Kraftwerke, Fabrikanlagen, aber auch bewegliche, mobile Behälter und Fahrzeuge sein.

Vor der Endbeschichtung dem Malen und/oder Lackieren müssen Untergründe vorbehandelt werden, saugende Untergründe anders als nicht saugende. Die Vielzahl der zu beschichtenden Materialien und der modernen Beschichtungsmöglichkeiten erfordert eine gründliche, umfassende Ausbildung. Der Trockenausbau mit Gipskartonplatten kann ebenso als eine moderne Variante der vorgehängten Wandteppiche betrachtet werden. Im Außenbereich von Gebäuden haben Wärmedämmverbundsysteme aus Grundierung, Dämmstoff und schützender Endbeschichtung  weite Verbreitung gefunden. Neben vertikalen, aufgehenden Wandelementen sind ebenso ebene Flächen wie Fußböden oder Dächer zu beschichten. Hier kann wiederum eine Spezialisierung zum Bauwerksabdichter sinnvoll sein.  

Das Handwerk des/der Malers/-in und Lackierers/-in ist nicht so sehr von der Witterung abhängig, weil die Arbeiten für innen und außen, im Neubaubereich ebenso wie im Altbestand anfallen und entsprechen disponiert werden können. Der Beruf des/der Malers/-in und Lackierers/-in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf.

Gegenüber dem verwandten Beruf des/der Bauten- und Objektbeschichters/-in wird die Ausbildung hier in drei unterschiedlichen Fachrichtungen angeboten:

  • Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz
  • Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung
  • Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege

Die letztgenannte Fachrichtung leitet bereits in den Bereich der angewandten Kunst hinüber und verlangt schon eine künstlerische Begabung.

Voraussetzungen

Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben, jedoch stellen die Betriebe vorzugsweise Bewerber mit mindestens Hauptschulabschluss ein. 

Gute Kenntnisse in

  • Mathematik (z.B. zum Berechnen von Flächen und Mischungsverhältnissen von Farben) 
  • Chemie (z.B. zum Abschätzen des chemischen Verhaltens von Untergrund und Beschichtung)
  • Werken/Technik 

sollten vorhanden sein.

Ausbildung

Es handelt sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf  des Handwerks(Einzelheiten sind in der Ausbildungsverordnung geregelt). Die Ausbildungszeit erstreckt sich über drei Jahre und findet dual sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt.

Ausbildungsvergütung

Wie auch bei anderen handwerklichen Ausbildungsberufen soll die Vergütung von Jahr zu Jahr steigen. Eine beispielhafte Vergütung kann so aussehen:

  • 1. Ausbildungsjahr  505 €
  • 2. Ausbildungsjahr  555 €
  • 3. Ausbildungsjahr  690 €

Berufseinstieg und Perspektiven

Nach der Ausbildung finden sich Anstellungen in Malerfachbetrieben, der Gebäudesanierung, dem Innenausbau, Messebau, in Lackiererreien in der Denkmalpflege und allgemein in der Bauwerkserhaltung.

Anfnagsgehälter bewegen sich im Bereich 2300 bis 2700 €.

Die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen führt zu Spezialisierungen und sichert den Arbeitsplatz. Auch hier steht der Weg zur Meisterprüfung und in die Selbständigkeit offen.

Fachrichtungen

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist nach einem Modell der Stufenausbildung aufgebaut. Das heißt, dass man schon nach zwei Jahren Ausbildung einen Abschluss hat, und zwar als Bauten- und Objektbeschichter. Anschließend wählt man im dritten Ausbildungsjahr eine der drei folgenden Fachrichtungen:

  • Maler der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege renovieren Kirchen, Altbauten und denkmalgeschützte Gebäude und Objekte, können Fresco- und Seccomalereien durchführen und Rekonstruktionen ausführen
  • Maler der Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz helfen dabei, Bauwerke in Stand zu halten, führen Betonschutz- und Brandschutzmaßnahmen durch und sind an der Erstellung von Sicherheitskennzeichnungen und Straßenmarkierungen verantwortlich
  • Maler der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung können Farben ansetzen und mischen, beschichten Oberflächen und gestalten Schilder und Schriften

Ähnliche Ausbildungen

Auch in der Ausbildung zum Fahrzeuglackierer hier geht es um Farben und Lacke. Allerdings bist du in dieser Ausbildung auf das Lackieren von Fahrzeugen aller Art spezialisiert. Egal ob Kleinwagen, Motorrad oder Boot - Lackierungen und Oberflächenkonservierungen müssen durchgeführt werden.

Und jetzt?