Pflanzentechnologe/-in

  • Mindestschulabschluss: mittlere Reife
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 807 € bis 911 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Die frühere Bezeichnung für diesen Ausbildungsberuf  “Landwirtschaftlich-technischer Laborant wurde 2013 aufgegeben.

Aus Gräsern wurden durch Beobachtung, Auswahl von Saatgut und Zufall im Laufe von Jahrtausenden unsere Getreidesorten, aus Wurzeln wurde Wurzelgemüse; diese evolutionäre vom Menschen beeinflusste Entwicklung führte zu unseren Kulturpflanzen. Heute sind viele Gesetzmäßigkeiten bekannt und wir haben Methoden entwickelt, um die Verbesserungen bei der Pflanzenzucht quantitativ zu verfolgen.

Nach einer langen Phase eines unverhältnismäßig hohen Einsatzes von chemischen Wirkstoffen zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung hat ein Umdenken begonnen. Kulturpflanzen sollen sich selbst besser gegen Krankheiten wehren können und weniger chemische Behandlung benötigen, solche Pflanzen, die eine erhöhte Widerstandskraft gegen Krankheiten zeigen, werden als Saatgut ausgewählt. Gleichzeitig wird angestrebt die Erträge pro Flächeneinheit zu steigern und die Pflanzen sollen sowohl Trocken- als auch Übernässungsperioden besser überstehen. Ganz schön viel verlangt oder?

Pflanzentechnologen und -technologinnen helfen den Pflanzen durch Zucht eine neue Generation von Kulturpflanzen hervorzubringen. Sie wählen geeignet erscheinendes Pflanzenmaterial aus einer großen Population aus und planen die Ausbringung in Labor-, Gewächshaus- und Freilandflächen.

Für die verschiedenen Belastungsfälle variieren sie die Wachstumsbedingungen und werten alle Daten in Verhältnis zu den Wachstumsergebnissen aus. Dies kann sich über mehrere Fruchtgenerationen hinziehen, bis sich erste Differenzierungen zeigen. Eine sorgfältige langfristige Planung und zugehörige Dokumentation mit spezifischen Kenngrößen ist unerlässlich, damit die Arbeit nicht sinnlos war. Nach bestimmten Zeitabschnitten erfolgen statistische Auswertungen, die zuverlässig und unbestechlich anfänglich aufgestellte Hypothesen bestätigen oder verwerfen.

Parallel zu beschreibenden Merkmalen untersuchen Pflanzentechnologen und -technologinnen die Bestandteile der Pflanzen mit biochemischen, chemischen und molekularbiologischen Methoden um stoffliche Veränderungen mit genetischen in Verbindung setzen zu können. Auch diese Ergebnisse werden nach statistischen Methoden für die Planung und Auswertung von Versuchen und Beobachtungen ausgewertet.

Voraussetzungen

Obwohl wie bei den meisten Ausbildungsberufen keine rechtlichen Anforderungen an den Schulabschluss gegeben sind, stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit   einem mittleren Bildungsabschluss oder Hochschulreife  ein. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Chemie/Physik/Biologie, Mathematik und Englisch liegen. 

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in  Unternehmen der Bereiche Pflanzenzüchtung, -schutz und -vermehrung, in Saatgutfirmen, in landwirtschaftlichen oder gartenbautechnischne Untersuchungs- und Forschungsanstalten statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen in Einbeck (Niedersachsen): Berufsbildende Schulen Einbeck

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 807
  • 2. Ausbildungsjahr: € 861
  • 3. Ausbildungsjahr: € 911

Berufseinstieg und Perspektiven

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Pflanzentechnologen und -technologinnen vor allem bei Unternehmen in den Bereichen Pflanzenzüchtung, -schutz und -vermehrung sowie bei Saatgutfirmen oder in landwirtschaftlichen oder gartenbautechnischen Untersuchungs- und Forschungsanstalten.

Für einen beruflichen Aufstieg empfiehlt sich, die Prüfung als Agrarbetriebswirt/-in abzulegen.

Wer die Hochschulreife besitzt, kann studieren und einen Bachelorabschluss im Studienfach Agrarbiologie erwerben.

Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütungen liegen im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich) zwischen 2.564 und 2.849 €, in der gewerblichen Wirtschaft (monatlich)zwischen 2.676 und 3.105 €.

Und jetzt?