Executive Summary zur Schülerbefragung 2012 in Deutschland
Die Bedeutung sozialer Netzwerke in der Zielgruppenansprache wird überschätzt
Knapp 3.000 Schülerinnen und Schüler nahmen in der Zeit von Januar bis Ende Mai an der vierten Schülerbefragung der STRIMacademy teil. Im Mittelpunkt standen 30 Fragen zu Berufswünschen, zur Arbeitgeberattraktivität, zu Marketing- und Bewerbungskanälen sowie zu MINT-Berufen.
Die Schüler sprechen eine deutliche Sprache: Sie setzen bei der Frage der Berufswahl nicht auf soziale Netzwerke, sondern suchen Informationen in Ausbildungsbroschüren, auf Messen oder allgemein im Internet, geben ihre Bewerbungen am liebsten persönlich ab, binden Eltern und Freunde in ihre Entscheidungsfindung ein und bewerten soziale Interaktion mit Kollegen und Vorgesetzten sowie vielseitige, interessante Tätigkeiten neben einer guten Bezahlung sehr hoch.
Mannheim/Edesheim, 21. Juni 2012.
Die Berufsausbildung steht vor großen Herausforderungen. Darin sind sich alle Experten in Instituten und Unternehmen einig. Nicht einig sind sie sich darin, welche Maßnahmen nun zu initiieren sind, um diese Herausforderungen zu meistern.
Einige dieser Herausforderungen sind von den Unternehmen nicht zu beeinflussen, so z.B. die demografischen Entwicklungen, der Wertewandel, die Digitalisierung und Virtualisierung der Arbeitswelt sowie die zunehmende Internationalisierung.
Die vom Unternehmen beeinflussbaren Herausforderungen können in folgenden, beispielhaften Fragen formuliert werden:
· Welche externen Faktoren beeinflussen unser Geschäft?
· Wie können wir die Tendenzen für uns sicht- und nutzbar machen?
· Welche Fähigkeiten sind für unseren Erfolg verantwortlich?
· Welche dieser Fähigkeiten können wir ausbauen,
um auch in Zukunft erfolgreich zu sein?
· Welche neuen Fähigkeiten müssen wir entlang
strategischer Stoßrichtungen ausbauen bzw. neu aufbauen?
· Wie kann eine unternehmerische Ausgangssituation erfasst werden?
· Wie können verschiedene Analysen zu einem Gesamtüberblick
zusammengefasst werden?
· Welche Werte und Normen sind für uns maßgeblich?
· Wer ist unsere Zielgruppe, wer sind unsere Bewerber?
· Welche Bewerbertypen wollen wir für unsere Berufsausbildung gewinnen?
· Wen wollen und sollen wir mit unseren Marketingaktivitäten erreichen?
Die Schülerbefragung gibt eine Fülle an Impulsen zu vor allem den drei letztgestellten Fragen. Im Folgenden werden drei Schwerpunkte hervorgehoben.
Das Attraktivitätsranking der Unternehmen ist ein zentrales Ergebnis der Schülerbefragungen.
Über die letzten Jahre hinweg haben sich die Polizei, die Sparkassen und – mit etwas Abstand – Metro und die Bundeswehr im Ranking oben festgesetzt. Wie bei den Hochschulabsolventen werden von den Schülerinnen und Schülern auch Automobilunternehmen, die Dt. Lufthansa sowie Unternehmen im Gesundheitswesen gut gerankt.
Der Satz „big is beautiful“ ist mit einigen Einschränkungen nachwievor gültig. Die Schüler heben in ihrer Begründung für das Ranking hervor,
· daß sie dort bereits ein interessantes Praktikum gemacht haben,
· daß sie Kontakt zu Menschen haben, die in diesem Unternehmen arbeiten,
· daß sie glauben, in diesem Unternehmen eine gute Ausbildung zu erhalten, und
· daß sich das Unternehmen in der Nähe ihres Wohnortes befindet.
Beide Geschlechter heben die Bedeutung „weicher Faktoren“, wie z.B. Arbeitsklima, hervor. Jungs sind in ihren Erwartungen etwas statusorientierter als Mädchen.
Die 16- bis 20-jährigen heben das gute Arbeitsklima hervor, die 13-jährigen die gute Bezahlung.
Gymnasiasten erwarten neben dem Arbeitsklima vielseitige, interessante Tätigkeiten. Bei den Realschülern überwiegt die gute Bezahlung. Berufsschülern sind Aufstiegsmöglichkeiten wichtig.
Durch parallel laufende Befragungen der STRIMacdemy bei ausbildenden Unternehmen können sehr interessante Vergleiche von Unternehmens- und Schülersicht angestellt werden. Zum Thema Arbeitgeberattraktivität beispielsweise unterschätzen die Unternehmen den Wunsch nach einer guten Betreuung während der Ausbildung sowie gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Gleichzeitig überschätzen sie die Bedeutung des direkten Vorgesetzten.
Bei der Entscheidung für ein Ausbildungsunternehmen spielt für Schülerinnen und für Schüler die Zukunftsperspektive des Unternehmens, die Moderne sowie die Fairness gegenüber Mitarbeitern und Konkurrenten eine wichtige Rolle.
Die Bereitschaft zum Wohnungswechsel nimmt mit dem Alter kontinuierlich zu. Ab den 20-jährigen bricht diese Entwicklung ab. Weniger als 50 Prozent wären bereit, für ihre Traumausbildung den Wohnort zu wechseln.
Nach Schultyp ist in diesem Zusammenhang die berufliche Schule besonders interessant. Keiner der dort zur Schule gehenden ist nicht bereit, den Wohnort zu wechseln. Grundsätzlich kann man sagen: Je höher das Bildungsniveau der Schule ist, desto eher sind die Schüler mobil.
Ein weiteres, zentrales Ergebnis dieser Befragung sind die Erkenntnisse bzgl. der Nutzung der Marketingkanäle.
Knapp 35 Prozent der befragten Schüler aus Deutschland nutzen im Bereich der Printmedien Ausbildungsbroschüren oder Berufsplaner, Karriereführer bzw. Studien- führer als Informationsquelle über Ausbildungsangebote. Anzeigen in Tageszeitungen folgen mit knapp 25 Prozent.
Während Ausbildungsbroschüren eher von Schülerinnen genutzt werden erfreuen sich Anzeigen und Plakate bei den Schülern etwas höherer Beliebtheit.
Gymnasiasten lesen häufig Berufsplaner/Karriere- und Studienführer sowie Ausbildungsbroschüren. Auch Realschüler präferieren diese Broschüren. Schüler der Berufsschule binden neben Broschüren vor allem Anzeigen in ihre relevanten Printmedien mit ein.
Die 18-jährigen - überwiegend Gymnasiasten - nutzen gerne Ausbildungsbroschüren und Berufsplaner, Karriereführer bzw. Studienführer.
Knapp 60 Prozent der befragten Schüler aus Deutschland nutzen das Internet als Onlinemedium zur Gewinnung von Informationen über Ausbildungsberufe. Suchmaschinen folgende mit weitem Abstand auf Platz 2. (Micro-)Blogs, Social Media Plattformen und soziale Netzwerke spielen kaum eine Rolle.
Unternehmen sind gut beraten, beim Thema Onlinemedien nicht zu einseitig zu agieren. Die Website des Unternehmens ist noch sinnvoll. Die Einbindung sozialer Netzwerke, die Entwicklung eines Ausbildungsfilms etc. sind unternehmensspezifisch zu prüfen. Ohne eine fundierte, strategische Analyse laufen die Unternehmen teilweise blindlings und im Herdentrieb in die „Social Media Falle“.
Um nicht missverstanden zu werden: Wir raten hier nicht zu einer völligen Ablehnung sozialer Netzwerke, sondern lediglich zu einem sehr fokussierten und crossmedialen Einsatz. Detaillierte Analysen und Hinweise hierzu finden sich in unserer Studie, die im dritten Quartal des Jahres 2012 erscheinen wird.
Als drittes, zentrales Ergebnis dieser Befragung stellen wir ausgewählte Erkenntnisse zu MINT-Berufen, speziell zu Informatiker und Technikern, vor.
Die Nachfrage an MINT-Fachkräften hat sich seit 1950 wegen eines tiefgreifenden Strukturwandels europäischer Volkswirtschaften hin zu einer technologieaffinen Wissensgesellschaft vervielfacht.
Studien kommen zum Ergebnis: Zeigen Jugendliche im Alter von 15 Jahren in MINT- Fächern Interesse und gute Leistungen und schätzen ihre Leistungsfähigkeit als gut ein, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie später ein MINT-Studium ergreifen.
Wie unsere Analysen einmal mehr zeigen, trifft diese Konstellation bei Jungen in viel höherem Masse zu als bei Mädchen. Die häufig an dieser Stelle genannte Maßnahme Girls-/Boys Day entbehrt unseren Erkenntnissen zufolge jeglicher Grundlage. Wir sind deshalb der Meinung, dass diese Maßnahme in puncto Begeisterung von Mädchen für MINT-Berufe keinen Beitrag leistet.
Da die maßgebliche Lebensphase für eine Entscheidung pro oder contra MINT zwischen den ersten Lebensjahren und dem 15. Altersjahr liegt, muss das Interesse für MINT in der Vorschule, im Kindergarten und in den ersten Schuljahren geweckt und gefördert werden. Auch Eltern spielen hierbei eine ganz wesentliche Rolle, wenn es beispielsweise darum geht, Fragen ihrer wissensdurstigen Sprösslinge zu beantworten. Interessante Verbindungen konnten zum Beruf des Vaters und der Mutter hergestellt werden; v.a. bei IT-Berufen.
So gaben Schüler, deren Eltern in IT-Berufen tätig sind, zu über 50 Prozent an, dass sie sich ebenfalls vorstellen könnten einen IT-Beruf zu erlernen.
Generell kann festgestellt werden: Je höher qualifiziert die beiden Elternteile sind, desto eher können sich die Kinder resp. Schüler ebenfalls mit diesem Beruf identifizieren.
Zur Thematik der Vorbereitung auf den Beruf in den Schulen fällt nun schon zum wiederholten Male auf, dass die Schüler sich im Bereich „Kenntnisse und Informationen über die Unternehmen und deren Berufsbilder“ überwiegend weniger gut bis schlecht vorbereitet fühlen. Das Thema Onlinebewerbung scheint ebenfalls kaum in der Schule behandelt zu werden. In besonderem Maße trifft dies auf die Gymnasiasten zu, und dies trotz BOGY (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium).
Sie sind an den vorab vorgestellten sowie zahlreichen weiteren Ergebnissen der Schülerbefragung interessiert?
Bestellen Sie Ihr Exemplar gegen eine Schutzgebühr in Höhe von EUR 186,00 bei Frau Christiane Mayer (christiane.mayer@strimgroup.com) oder Herrn Matthias Brauner (matthias.brauner@de.strimgroup.com).
Weitere Informationen erhalten Sie von Herrn Volker Mayer, CEO der STRIMgroup AG (volker.mayer@strimgroup.com), telefonisch erreichbar unter 0621 7481 742.
STRIMgroup AG: Die STRIMgroup AG mit Sitz in Binz/ZH fungiert als Holdinggesellschaft der STRIM Unternehmensgruppe. Diese ist organisatorisch in drei rechtlich selbständigen Geschäftsfeldern zu den Themen Strategie- und Managementberatung, Qualifizierung sowie Dienstleistung aufgestellt.
Die STRIMacademy – ein Geschäftsfeld der STRIMgroup AG – ist für die Qualifizierung zuständig und verantwortet alle Befragungen, Studien und Veröffentlichungen der STRIM Unternehmensgruppe als hauseigener Verlag.