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Veröffentlichungsdatum: 19.02.2015

Pimp up your Stellenanzeige

Wie die moderne Stellenanzeige für einen Ausbildungsplatz aussieht

„Sind Stellenanzeigen nicht out?“ Diese Frage wird mir gerade in letzter Zeit häufiger gestellt. Dabei wird völlig verkannt, dass Anzeigen über offene Ausbildungsplätze nach wie vor ein wichtiges Instrument im Ausbildungsmarketing darstellen – egal ob in Schülerzeitungen, im Lokalblatt oder im Internet.

Es kommt nur darauf an, wie diese gestaltet werden. Denn old-fashioned Anzeigen reißen heute keinen Jugendlichen mehr vom Hocker. Die Generation Z hat andere Wünsche und Erwartungen an einen Ausbildungsplatz wie frühere Generationen.

Anzeigen, die nur oder an erster Stelle die Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz nennen oder gekaufte Stockbilder verwenden, sind nicht sehr ansprechend. Auch fehlende Ansprechpartner und Anschriften für die Bewerbung lassen zu wünschen übrig. Ebenso wirken ein fehlender Hinweis auf die Ausbildungshomepage für weitere Informationen und Einblicke in den Ausbildungsberuf und das Unternehmen nicht professionell. Selbstverständlich muss diese Ausbildungshomepage dann aktuell und mit guten Inhalten bestückt sein. Aber halten wir uns nicht weiter mit den Punkten auf, die noch viel zu oft in den Stellenanzeigen zu sehen sind, aber nicht als Vorbild dienen dürfen. Lassen Sie uns nun einen Blick auf die Do´s werfen.

6 Tipps, wie die moderne Stellenanzeige um einen Ausbildungsplatz gestaltet sein sollte:

1. Verwenden Sie für die Anzeige Bilder auf denen eigene Auszubildende und/oder Ausbilder zu sehen sind – möglichst aus dem Ausbildungsalltag. Dadurch kann gleich ein viel persönlicherer Einblick gewonnen werden.

2. Die Anzeige muss Schülern auf vier entscheidende Fragen eine kurze prägnante Antwort geben:

  • Wer? Wer sucht Auszubildende (Unternehmensbeschreibung)?
  • Was? Um welchen Beruf geht es (Ausbildungsinhalte)?
  • Warum? Was bringt es mir, wenn ich mich hier bewerbe (Nutzen)?
  • Wie? Wie und wo bewerbe ich mich (Kontaktdaten)?

3. Vergessen Sie auf keinen Fall den Nutzen zu nennen, den der Schüler hat, wenn er sich für einen Ausbildungsplatz in Ihrem Unternehmen entscheidet. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Weisen Sie als erstes auf die Punkte hin, die Sie dem zukünftigen Auszubildenden bieten (und erst danach auf eventuell gewünschte Voraussetzungen).

4. Beschreiben Sie den Beruf klar und verständlich. Abwechslungsreich sind so gut wie alle Berufe heutzutage. Das hilft dem potentiellen Bewerber nicht weiter. Veranschaulichen Sie konkret, was abwechslungsreich bedeutet. Zum Beispiel: „ Sie lernen 10 verschiedene Abteilungen während der 3-jährigen Ausbildungszeit kennen und arbeiten dort aktiv mit.“ Weisen Sie auch auf Zukunftschancen und Entwicklungsmöglichkeiten hin.

5. Nennen Sie den Namen, die Telefonnummer und/oder E-Mailanschrift eines Ansprechpartners für weitere Fragen.

6. Verweisen Sie für weitere ausführliche Informationen auf eine gute und modern gestaltete Ausbildungshomepage. Die Checkliste „Pimp up your homepage“ können Sie zur Überprüfung Ihrer Ausbildungshomepage unter www.bleumortier.de kostenfrei herunterladen.

Besonders erfolgreich kann es auch sein, wenn Sie Ihre eigenen Auszubildenden in deren Worten ihre Nachfolger suchen und die Anzeige entsprechend gestalten lassen.

Viel Erfolg!

Checkliste „Ist Ihre Stellenanzeige ansprechend gestaltet?“

Werfen Sie doch einen Blick auf Ihre vorhandenen Stellenanzeigen und prüfen mit folgender Checkliste, an welcher Stelle noch Verbesserungspotential besteht.

  • Verwenden Sie Bilder Ihrer Auszubildenden aus dem Ausbildungsalltag?
  • Gibt Ihre Anzeige auf alle vier Fragen (wer, was, warum, wie) eine Antwort?
  • Haben Sie den Nutzen bzw. das Besondere eines Ausbildungsplatzes in Ihrem Unternehmen beschrieben?
  • Ist die Beschreibung des Berufes eindeutig und klar verständlich formuliert?
  • Sind Namen und Kontaktdaten für Fragen und Bewerbung genannt?
  • Ist der Link zur Ausbildungshomepage mit weiteren ausführlichen Informationen vorhanden?
Sabine Bleumortier

Sabine Bleumortier ist Ausbildungsexpertin mit über 16jähriger Erfahrung in der betrieblichen Ausbildung. Sie arbeitet als selbständige Beraterin, Trainerin und Rednerin rund um die Berufsausbildung. Neben Seminaren zur Ausbilderqualifizierung für Ausbildungsbeauftragte wie Ausbilder und Trainings für Auszubildende hält sie Vorträge. Zuvor war sie als Ausbildungsleiterin eines international agierenden Industrieunternehmens tätig. Sie ist Dipl.-Ökonomin (Univ.), geprüfte Trainerin und Beraterin BaTB/BDVT und Professional Speaker GSA (SHB). Zudem ist sie Autorin zweier Bücher und zahlreicher Fachartikel. Ihr 2014 erschienener Ratgeber „Hilfe, ein Azubi kommt! – Was Azubibetreuer wissen müssen“ wurde zum Beststeller. Einen Newsletter für Ausbilder und weitere Informationen finden Sie unter www.bleumortier.de.