Ausbildungsvergütung muss weiter angepasst werden

Grafik Gehaltsunterschiede nach Branchen

Die Ausbildungsvergütung ist im Handwerk niedriger als in anderen Branchen

Anfang Januar ließ das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einer Pressemeldung verlauten: “Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2012 – Kräftiger Anstieg in West und Ost”. Auch azubister hat im Magazin über diese erfreuliche Entwicklung berichtet. Schaut man sich die Zahlen allerdings genauer an, so wird deutlich, dass es immer noch sehr große Gehaltsunterschiede gibt – regional wie auch in einzelnen Branchen. Warum gibt es diese Unterschiede und sind diese tatsächlich gerechtfertigt?

Bei den Gehaltsunterschieden werden zwei Punkte deutlich. Zum Einen der Unterschied in der Ausbildungsvergütung zwischen West- und Ostdeutschland. Ein Auszubildender verdient in Westdeutschland durchschnittlich 63,- € mehr, als ein Azubi in den neuen Bundesländern (Durchschnittsverdienst West: 737,- / Ost: 674,-€). Doch grade die neuen Bundesländer haben mit den Folgen des demografischen Wandel zu kämpfen: das Durchschnittsalter steigt, jüngere Erwachsene wandern immer häufiger ab. Der Osten bietet anscheinend zu wenig Perspektiven, grade wenn es um berufliches Gehalt geht. Deswegen ist in meinen Augen die Frage erlaubt, ob nicht eine Gleichschaltung der Azubi-Gehälter zumindest mögliche Hindernisse abschwächen und gleichzeitig einen Anreiz schaffen könnte, die Berufsausbildung doch in der Heimat zu absolvieren?

Grafik - Ausgewählte Berufe nach Ausbildunsgvegrütung

Die Grafik verdeutlicht die teilweisen großen Unterschiede in der Vergütung ausgewählter Berufe

Der zweite Punkt, sind die Gehaltsunterschiede in Berufsbildern. Besonders drastisch ist die Lücke zwischen typischen Männer- bzw. Frauenberufen. Eine Friseurin verdient durchschnittlich ca. 360,-€. Eine Mechatroniker hingegen knapp 897,- €. Klar, manche Branchen können mehr zahlen als beispielsweise Kleinbetriebe im Handwerk. Doch werden einige Azubis nicht fast schon ausgebeutet, wenn diese weniger verdienen als ein 400-Euro-Jobber? Diese Frage muss gestattet sein.

Meiner Meinung nach, ist die Entwicklung der letzten Jahren trotz der oben aufgeführten Punkte eine sehr erfreuliche. Gute Arbeit muss gut entlohnt werden. Dennoch sollten Defizite weiter aufgeholt werden: in Ostdeutschland könnte eine bessere Entlohnung von Auszubildenden die Abwanderung junger Leute möglicherweise etwas zurückfahren. Dass hingegen eine Friseurin mit weniger als 400,- € im Monat auskommen muss, finde ich persönlich einfach nur unfair.

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