Interview Hotelfachmann/-frau, Steffi
Im Interview mit
Steffi erfährst du mehr über die Ausbildung als Hotelfachmann/-frau.
- Wie weit bist du mit deiner Ausbildung, was hast du noch vor Dir?
- Ich bin im 3. Lehrjahr und in gut einem halben Jahr bin ich fertig mit der Ausbildung. Im Mai steht die schriftliche und im Juni die parktische Abschlussprüfung an. Danach möchte ich mit einer Freundin, die auch Hotelfachfrau lernt, für ein halbes Jahr ins Ausland gehen, um Erfahrungen zu sammeln. Wohin wir gehen, steht noch nicht fest, vielleicht nach Spanien.
- Wann stehst du morgens auf?
- Das hängt davon ab, was für einen Dienst ich habe und in welcher Abteilung ich bin. Wenn ich Frühdienst habe, stehe ich in der Regel zwischen 5 und 6 Uhr auf. Ausnahme ist die Küche, da beginnt der frühestes Dienst um 5 Uhr, dann ist die Nacht um 4 Uhr zu Ende. Dafür hat man auch nachmittags um halb 3 schon Feierabend. Wenn ich Spätdienst habe, schlafe ich aus und stehe meistens nicht vor 10 Uhr auf.
- War es einfach eine Ausbildung zu finden?
- Nein, einfach war es nicht. Ich habe ungefähr 25 Bewerbungen geschrieben und hatte ca. 5 Vorstellungsgespräche bzw. Einstellungstests. Von den Betrieben, die ich mich angeschaut habe, hat mir aber mein Ausbildungsbetrieb von Anfang am besten gefallen. Ich habe auch viele Absagen bekommen und ein paar Hotels haben gar nicht auf meine Bewerbung reagiert.
- Welchen Schulabschluss hast du? Wie würdest du deinen Abschluss (nach Noten) einstufen?
- Ich habe 2006 Abitur gemacht. Meinen Schulabschluss würde ich im Mittelfeld einstufen, ich habe mit einem Notendurchschnitt von 3,1 abgeschlossen. Hätte besser sein können, aber Hauptsache bestanden. :-) Auch wenn es nicht unbedingt Voraussetzung für diese Ausbildung ist, 13 Jahre zur Schule zu gehen, würde ich es jedem empfehlen. Man weiß nie, was später noch auf einen zukommt.
- Hast du vor deiner Ausbildung ein Praktikum gemacht?
- Ja ich habe vor Ausbildungsbeginn 2 Praktika gemacht. In den Weihnachtsferien habe ich ein zwei wöchiges Praktium in meinem Ausbildungsbetrieb gemacht. Und außerdem habe ich noch ein Wochenende in einem anderen Betrieb Probe gearbeitet. Viele Betriebe setzen ein Praktikum voraus, damit der Bewerber einen kleinen Eindruck vom Hotelalltag vermittelt bekommt.
- Wie bist du auf die Ausbildung gekommen, was war der Anlass für deine Berufswahl?
- Lange Zeit wusste ich nicht, was ich nach der Schule machen möchte. Für mich stand nur fest, was ich NICHT will: auf keinen Fall einen typischen Bürojob, in dem man jeden Tag von 8-17 Uhr am Schreibtisch sitzt. Ich habe mir einen Beruf gewünscht, in dem ich viel mit Menschen zu tun habe, mein Interesse an Fremdsprachen einsetzten kann und Abwechslung habe. Bei einer Berufsberatung beim Arbeitsamt hatte ich Glück: Der Mann dort war sehr nett und kompetent und hat mich auf die Idee gebracht.
- In was für einem Betrieb arbeitest du?
- Ich arbeite in einem vier Sterne Business Hotel in Düsseldorf mit 239 Zimmern und 8 Tagunsräumen und einem Restaurant mit 150 Sitzplätzen.
- Was magst du besonders an deiner Ausbildung?
- Ich mag besoders den täglichen Kontakt mit neuen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern, die Abwechslung und die Tatsache, dass es nie langweilig wird. Man durchläuft alle Abteilungen in einem Hotel, wie Service (Restaurant u.Bankett), Küche, Rezeption, Housekeeping, Lager, Buchhaltung und Verkauf. Man erlebt ständig etwas Neues, denn in einem Hotel ist kein Tag wie der andere.
- Was macht dir weniger Spass in der Ausbildung?
- Ab und zu gibt es Gäste, die denken, sie seien der Mittelpunkt der Welt. Doch auch mit schwierigen Gästen lernt man mit der Zeit umzugehen. Und wenn man dann wieder eine nette Unterhaltung mit einem freundlichen Gast führt, vergisst man den Ärger über den anderen Gast. Mit der Tatsache, dass man oft am Wochenende und an Feiertagen arbeiten muss, wenn die meisten Leute frei haben, habe ich weniger ein Problem. Über diese Tatsache sollte man sich vorher bewusst sein.
- Welche 3 Talente / Fähigkeiten sollte ein Azubi für eine Ausbildung als Hotelfachmann/-frau mitbringen?
- Ein Azubi sollte Durchhaltevermögen besitzen, flexibel sein und gut mit Stress umgehen können und unter Druck zuverlässige Arbeit leisten können. Denn in der Gastronomie steht man häufig unter Zeitdruck.
- Würdest du die Ausbildung nochmal machen?
- Ja, ich denke schon. Auch wenn es ab und zu sehr stressige, anstrengende Tage gibt, die man am liebsten aus dem Kalender streichen würde, macht die Ausbildung im Großen und Ganzen Spaß.
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