Ein Dachdecker unter Wikingern

Die Mobilitätsberatung der Handwerkskammern macht es möglich: einen Austausch ins Ausland während der Ausbildung. Moritz Bökenkamp, Auszubildender im Dachdecker-Handwerk bei der Firma “Karl Junker Bedachungen GmbH” in Hessisch Oldendorf, hat die Chance genutzt und ist für drei Wochen in den hohen Norden nach Norwegen gegangen. 

Unterschiede zur Ausbildung in Deutschland

Handwerkeraustausch nach Norwegen

“Eigenständiges Arbeiten wird gefördert”, sagt Moritz über seinen Austausch nach Norwegen

“Der größte Unterschied ist, dass es den Beruf des Dachdeckers in Norwegen gar nicht gibt. Stattdessen arbeiten in Norwegen die sogenannten ‘Snekker’, die quasi Tischler, Zimmerer und Dachdecker in Einem sind”, erklärt der Handwerker, der gerade sein drittes Lehrjahr absolviert. Während seines Norwegen-Aufenthaltes wurde eine Feriensiedlung erstellt, wobei er unter anderem für die Montage von Fensterlaibungen und den Zuschnitt von Bauteile verantwortlich war.

Vorteile eines Auslandaufenthalts während der Ausbildung

Handwerker bauen auch an einer Ferienhaussiedlung in Norwegen mit

Moritz Bökenkamp war unter anderem für die Montage von Fensterlaibungen zuständig

Ein Auslandsaufenthalt hat viele Vorteile, sowohl für den Auszubildenden als auch für den Lehrbetrieb. Lena Specht von der Handwerkskammer Hannover erzählt: “Sowohl für den Betrieb als auch für die Lehrlinge sind diese Erfahrungen äußerst wertvoll. Es sind nicht nur die fachlichen Unterschiede zwischen der norwegischen und der deutschen Bauweise. Auch der interkulturelle Austausch trägt dazu bei, Barrieren abzubauen und Kompetenzen zu erwerben, die im späteren Berufsleben sehr nützlich sein können.” Moritz Bökenkamp betont: “Das selbstständige Arbeiten wird definitiv gefördert, zudem muss man sich neuen Herausforderungen stellen, was für das weitere Berufsleben sicherlich wichtig sein wird.”

Ins Ausland mit der Handwerkskammer

Seit 2009 bietet die Handwerkskammer Hannover Auszubildenden die Möglichkeit, zu erleben, wie die Arbeit im eigenen Handwerk im Ausland funktioniert. Auch 2013 steht wieder ein Austauschprogramm mit Norwegen auf dem Programm. “Es sind noch Plätze frei. Wer seinen Auszubildenden diese Möglichkeit eröffnen möchte, sollte sich so schnell wie möglich bei uns melden”, sagt Specht. Kontakt und alle Infos findet ihr hier.