Thema Handwerk

Waschen, legen, schneiden – Ausbildung zum Friseur/-in

Die Ausbildung zum Friseur ist besonders bei Mädchen sehr beliebt. Hierbei müssen Auszubildende viel lernen: neben dem eigentlichen Haareschneiden, müssen Kunden beraten, Haare gefärbt und gewaschen werden. Daneben müssen Friseure auch immer mehr bei aktuellen Trends in der Mode Bescheid wissen und übernehmen hier eine wichtige Beratungsfunktion. azubister hat sich mit Tanja getroffen, die im Kölner Salon Gloria Wüst eine Ausbildung zur Friseurin macht. Im Gespräch erzählt sie von ihrer Ausbildung.

Auszubildende im Friseurladen

Tanja über ihre Ausbildung: “Der Job macht mir eine Menge Spaß.”

Die Ausbildungsplatzsuche war schwerer als gedacht

azubister: Warum hast du dich für die Ausbildung zur Friseurin entschieden?

Tanja: Bei mir hat die Begeisterung für diesen Beruf schon als Kind angefangen. Fand das immer interessant und hab an meiner Mutter schon früh geübt :-). Nach meiner Mittleren Reife habe ich mich dann für die Ausbildung entschieden.

azubister: War es schwierig einen Ausbildungsplatz zu finden? Wie war das Vorstellungsgespräch?

Tanja: Ja. Ich habe an die hundert Bewerbungen geschrieben. Ich wurde dann zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen, wobei ich da immer recht schnell gemerkt habe, ob der Betrieb auch passt. Auf engem Raum merkt man, ob die Stimmung gut oder schlecht ist. Bei meiner jetzigen Ausbilderin hat es gleich von Beginn an gestimmt. Ich durfte schon beim Vorstellungsgespräch mehr machen, als bei den anderen und wurde beispielsweise beim Haarewaschen eingesetzt. Der Betrieb war die richtige Wahl und ich fühle mich sehr wohl.

azubister: Welche Aufgaben kommen so im Alltag auf dich zu? Wie läuft die Ausbildung ab?

Tanja: Die Ausbildung zur Friseurin ist eine dreijährige duale Ausbildung. Ich besuche neben meiner betrieblichen Ausbildung noch die Berufsschule. Im ersten Lehrjahr war ich einmal wöchentlich in der Schule, mittlerweile zweimal pro Woche. Im Betrieb ist es so, dass man langsam an die spätere Tätigkeit des Friseurs herangeführt wird. Zu Beginn fängt man mit den Basics, wie Haarewaschen und Färben an. Nebenbei werde ich von meiner Ausbilderin immer wieder zu ihren Kunden dazugeholt. Ich bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr und man bekommt schon immer mehr Verantwortung übertragen. Mittlerweile habe ich meine “eigenen” Modelle”, hier muss auch schon mal mein Freund oder die beste Freundin herhalten, denen ich dann die Haare schneide. Für Azubis ist es allerdings sehr schwer Modelle zu finden. Daneben finden von der Friseur-Innung-Köln viele Angebote und Schulungen zu aktuellen Trends in der Mode statt, z.b. welche Haarfarbe diese Saison “in” ist.

azubister: Wie ist es in der Berufsschule? Was lernt ihr da? Wie groß ist deine Klasse?

Tanja: Zur Zeit haben wir sehr viel Chemie. Beispielsweise lernen wir die Abläufe, wie Haare bei einer Dauerwelle reagieren. Rechnungswesen oder ähnliches haben wir zur Zeit eher weniger. In meiner Klasse waren wir anfangs knapp 30 Azubis. Mittlerweile sind aber nur noch 7 übrig geblieben. Der Schwund ist doch recht groß.

Kundenkontakt – Offenheit gehört dazu

azubister: Wie ist der Umgang mit Kunden? Gibt es hier auch mal schwierige Fälle?

Tanja: Der Umgang mit Kunden macht Spaß. Man muss schon ein offener Mensch sein für den Job. Schwierige Fälle hatte ich bis jetzt noch nicht. Alle Kunden waren bis jetzt sehr nett.

azubister: Was sollten angehende Azubis für die Ausbildung alles mitbringen?

Tanja: Junge Leute, die sich für den Job interessieren, sollten offen anderen Menschen gegenüber sein. Kundenkontakt ist das A und O in diesem Job. Daneben sollte man lange stehen können. Ich stehe von 9 Uhr morgens bis Feierabend – das muss man schon aushalten können. Auch sollte man begeisterungsfähig sein, sich für Mode und aktuelle Trends interessieren sowie eine hohe Einsatzbereitschaft haben. Da wir zudem viel mit Chemie zu tun haben, sollte man frei von Allergien sein bzw. sich bewusst machen, dass man immer Handschuhe beim Haarewaschen oder -färben tragen sollte.

azubister: Wie geht´s nach der Ausbildung weiter?

Tanja: Ich werde von meinem Betrieb übernommen und freue mich darüber sehr. Ob ich dann den Meister mache, oder eine Weiterbildung zur Maskenbildnerin oder Visagistin weiß ich noch nicht. Die Arbeit als Friseurin macht mir aber sehr viel Freude.

Dass Tanja der Job Spaß macht, hat man im Gespräch gemerkt. Offen und begeistert hat sie mir von ihrem Job erzählt.