Azubi des Jahres 2012 in den USA

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist Vorbild für viele andere Länder weltweit. Christina Chadwick macht in Florida, USA, eine Art der Ausbildung, die der deutschen Berufsausbildung im dualen System sehr ähnlich ist. Am 3. Dezember wurde sie von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer, als “Trainee of the year” (Azubi des Jahres) ausgezeichnet. 

Auszubildende des Jahres 2012

Christina macht eine Ausbildung im Bereich Maschinenbau und Schweißtechnik

Vormittags Highschool –  Nachmittags Werkbank

Christina Chadwick hat mit ihren 18 Jahren schon ganz genaue Vorstellungen von dem, was sie später einmal beruflich machen möchte: “Ich möchte im Maschinenbau arbeiten”. Hierbei ist sie schon über die Phase der Berufsorientierung hinaus und absolviert derzeit eine vierjährige Ausbildung im Bereich Maschinenbau und Schweißtechnik bei der US-amerikanischen Tochter der BAUER Spezialtiefbau GmbH in Chadwick, Florida. Die Ausbildung ähnelt hierbei dem deutschen System. Christina besucht vormittags die Highschool und nachmittags geht es dann an den praktischen Teil, die Werkbank. Die Highschool übernimmt hierbei den Part der “deutschen” Berufsschule. Sobald sie die Highschool abgeschlossen hat, geht Christina ans College, beendet parallel dann noch ihre Ausbildung bei BAUER.

Christina hatte im Sommer ein Praktikum bei der Firma gemacht und wurde anschließend als Auszubildende eingestellt. “Ich habe erst in verschiedenen Abteilungen gearbeitet, bis ich in die Werkstatt und Schweißerei kam – und entdeckt habe, wie viel Spaß mir die Arbeit hier macht.” Nach nur wenigen Wochen, hat sie schon eigene Werkstücke geschweißt und sich so den Respekt der männlichen Kollegen erworben. “Ich habe hier gelernt wie wichtig Teamwork ist”, erzählt sie. Christina´s Ausbildung gibt es in dieser Form in Deutschland zwar nicht, aber ist dennoch vergleichbar mit den Ausbildungen zum Konstruktionsmechaniker oder Metallbauer.

Duale Ausbildung als Vorbild für die USA

Für die Auszeichnung nominiert, wurde Christina von ihren Vorgesetzten bei BAUER. Ihnen dankte sie auch bei der Preisverleihung in New York: “Der Preis ist eine Große Ehre für mich”. Jurorin Katherine Newman von der Johns Hopkins University in Baltimore erwähnte im Rahmen der Preisverleihung die Vorteile des deutschen Ausbildungsmarkts: “Auszubildende werden schon früh an die Komplextität des Berufs herangeführt, für den sie ausgebildet werden. Sie werden entlohnt, es gibt einen Ausbilder und ein weithin anerkanntes Abschlusszeugnis – all dies macht das deutsche Modell so erfolgreich und attraktiv.”

Der Preis “Trainee des Jahres” der deutsch-amerikanischen Handelskammer, ist allerdings auch ein politischer Preis. Dieser zeigt den Amerikanern, wie gut das deutsche System der dualen Ausbildung ist. Die USA leidet zurzeit unter Massenarbeitslosigkeit und gut ausgebildete Fachkräfte fehlen – vor allem im Bereich Technik. Hierdran ist auch die Ausbildungsmisere der USA schuld, weswegen sich die Deutsche Botschaft in Washington und die Auslandskammern für eine “Skills Initiative” entschieden haben. Ziel ist es, das deutsche System den Amerikanern schmackhafter zu machen.