Duales Studium: Zahl der befristeten Mieten bei Wohngemeinschaften steigt

„Ich muss für sechs Monate nach Stuttgart (Praxisphase) und würde gerne mein Zimmer in Vauban für den Zeitraum zwischenvermieten“ schreibt Linda in ihrer Anzeige. Mit der Suche nach einem Zwischenmieter ist sie nicht alleine – auf WG-Gesucht.de sind etwa zwanzig Prozent der inserierten Angebote für eine WG in Freiburg befristet, bei Gesuchen ist es sogar mehr als ein Drittel.

Trend zur Zwischenmiete

Wohnungssuche

Aushänge mit QR-Codes verbinden die Zimmersuche offline und online

Das duale Studium ist wie bei Linda ein Grund für den Trend zur befristeten Miete. Die Kombination aus Theorie und Praxis während des Studiums ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Studenten, die sich für ein duales Studium entscheiden, schätzen vor allem den wesentlich höheren Praxisbezug als bei einem normalen Hochschulstudium. 60 Prozent wechseln während der Praxisphase zwischen Hochschulstandort und der Firma; und damit auch häufig ihren Wohnort. Die Vorteile bei einer Zwischenmiete in einer Wohngemeinschaft sind, dass die Neuankömmlinge in ein möbliertes Zimmer einziehen und durch die Mitbewohner schnell Anschluss in der neuen Stadt finden.

Ein weiterer Grund für die steigende Zahl der befristeten Mieten: Gerade in beliebten Städten wie Berlin, München, Hamburg, Stuttgart oder Freiburg ist es schwer, eine zentrale und preiswerte Wohnung zu finden. Deswegen möchten die Bewohner ihr Zimmer nicht aufgeben, wenn klar ist, dass sie nach der Praxisphase wieder zurückkommen werden.

Alle Kanäle zur Zimmersuche nutzen

Wer wie Linda auf der Suche nach einer befristeten Miete während einer Praxisphase ist, sollte nicht nur entsprechende Angebote kontaktieren, sondern auch selbst ein Gesuch inserieren. Denn manche Vermieter ziehen es vor, sich aktiv mit Zwischenmietern in Verbindung zu setzen statt ihre Daten in einem Angebot zu veröffentlichen. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, empfiehlt es sich außerdem, alle Kanäle zu nutzen, und sich zum Beispiel auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook umzuschauen und dort eine „Pinnwand zu Pinnwand“-Propaganda zu starten. Vielleicht kennt ja der Freund eines Freundes jemanden, der einen Zwischenmieter sucht …

Eine weitere Alternative sind Aushänge. Suchende platzieren sie an Pinnwänden oder schwarzen Brettern in Hochschulen, öffentlichen Einrichtungen oder größeren Einkaufszentren. Der Vorteil: Auch wenn Aushänge auf den ersten Blick altmodisch wirken, erreichen Suchende damit vor allem lokale Vermieter, die weder im Internet noch in der Zeitung inserieren. Inzwischen sind auf vielen Aushängen, die von Anzeigen auf Internetplattformen generiert werden können, QR-Codes integriert, die die Suche offline und online verbinden.

Linda hat sich für die Suche über das Internet entschieden und so einen Zwischenmieter für ihr Zimmer in Vauban gefunden: Sie bekam eine Anfrage eines Interessenten aus Stuttgart, der ein Zimmer für sechs Monate in Freiburg suchte – und konnte so ihr Zimmer einfach tauschen.