Erfahrungsbericht: Ausbildung in Frankreich

Einen direkten Einblick, wie es ist im Ausland ein Praktikum während seiner Ausbildung zu absolvieren, zeigt der Erfahrungsbericht von Julia Engels. Julia macht eine Ausbildung zur Raumausstatterin und ist im 3. Lehrjahr. Sie hat mit Hilfe der Handwerkskammer Düsseldorf ein ein 3-wöchiges Praktikum in Frankreich gemacht und hier Einblicke in die Ausbildung im Ausland bekommen. Julia hat uns erzählt wie es war, in der Ausbildung ins Ausland zu gehen:

Junge Frau arbeitet an einem Tisch und restauriert einen alten Stuhl

Julia hat einen Tischleraustausch in Frankreich gemacht und uns hiervon erzählt

Die Reise geht los

“Im Frühjahr 2010 berichtete unser Berufsschullehrer von der Möglichkeit ein Auslandspraktikum zu machen. Sofort war ich von der Idee begeistert und hatte als große Frankreichliebhaberin auch direkt mein Wunschziel im Kopf. Am 8. Januar 2011 startete ich mit einer zehnstündgen Autofahrt ins ca. 1000 km entfernte Angoulême, welches in der Region Poitou-Charentes im Westen Frankreichs liegt . Während meines 3-wöchigen Praktikums in Frankreich wohnte ich bei den Compagnons du Devoir, einer Wandergesellschaft, bei denen eine große Gruppe junger Leute aus verschiedenen Gewerben (Tischler, Dachdecker, Maler und Raumausstatter) zusammen lebt, lernt und arbeitet. Ich wurde sehr  freundlich aufgenommen, musste mich aber zunächst ein wenig umstellen, was die Unterkunft betraf, da ich mit vier Mädchen in einem Zimmer gewohnt habe und wir in punkto Komfort einige Abstriche machen mussten. Trotzdem fand ich sofort Gefallen daran, in so einer engen Gemeinschaft zu leben.”

Arbeiten mit den französischen Kollegen

“In den ersten beiden Wochen habe ich in der Altstadt von Angoulême in einem kleinen Raumausstatterbetrieb namens „Lignes et couleurs d’intérieurs“, gearbeitet. Ich hatte einen sehr netten Chef und wurde direkt in alle Arbeiten miteinbezogen, so dass ich nie das Gefühl hatte, nur Praktikantin zu sein. In der zweiten Woche habe ich zusätzlich einen abendlichen Unterricht besucht, der sich mit dem deutschen Berufsschulunterricht vergleichen lässt, was für mich sprachlich sowie beruflich sehr bereichernd war. Die französische Raumausstatterlehre dauert übrigens nur zwei Jahre, weshalb alles sehr komprimiert (Berufsschule auch samstags) erlernt werden muss. Während meiner Pausen habe ich zusammen mit der Auszubildenden meines Gastbetriebes die wunderschöne Altstadt von Angoulême erkundet und in kleinen Cafés zu Mittag gegessen. In der dritten und letzten Woche lernte ich ausschließlich im Haus der Compagnons, das etwas außerhalb von Angoulême liegt, und habe dort mit den französischen Azubis den praktischen und theoretischen Berufsschulunterricht von 8-22 Uhr besucht. Bei aufkommenden Fragen gab es nie Schwierigkeiten und auch bei Verständigungsproblemen haben die anderen Azubis und das Lehrpersonal mit viel Geduld reagiert und geantwortet.”

“Eine tolle Erfahrung”

“Zusammenfassend kann ich sagen, während meines Auslandspraktikums sehr viel Neues gelernt zu haben, besonders was den Bereich traditionelles Polstern angeht, außerdem konnte ich auch bereits Gelerntes oftmals anwenden. Für mich waren die drei Wochen eine sehr bereichernde Erfahrung, sowohl was meine berufliche als auch meine persönliche Entwicklung angeht. Ich würde diese Möglichkeit immer wieder nutzen und kann deshalb nur empfehlen ein Auslandspraktikum während der Ausbildung zu absolvieren. Ein Aufenthalt im Ausland hat viele Vorteile

Warst du auch mal im Ausland während deiner Ausbildung? Wie wars bei dir? Einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren ist sicherlich eine tolle Erfahrung.