Freiwilliger Wehrdienst – Ein Erfahrungsbericht

Bis 2011 mussten die meisten Männer nach der Schule Wehrdienst bzw. Zivildienst leisten. Seit 2011 ist die Wehrpflicht ausgesetzt und es besteht nun sowohl für Männer als auch für Frauen die Möglichkeit, einen freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr zu absolvieren. Hierbei beträgt die Dauer zwischen 7 und 23 Monaten, in welcher der Wehrdienstleistende eine militärische Grundausbildung erhält und sich anschließend in bestimmte Fachrichtungen weiterbilden lassen kann. Obergefreiter Jessica Weronetzki ist eine Freiwillig Wehrdienstleistende des Luftwaffenamtes in Köln Wahn und berichtet von ihrer Aufgabe bei der Bundeswehr.

Freiwilligendienst ist wie Bürokaufmann light

Soldatin in Uniform am Schreibtisch

Büroarbeit gehört zu Jessicas täglichen Aufgaben (Quelle: Bundeswehr)

Die 19-jährige Kölnerin ist als Stabsdienstsoldat im Geschäftszimmer der Abteilung POCAR (Personal, Controlling, Aufwandsbegrenzung und Rationalisierung) des Luftwaffenamtes Köln Wahn eingesetzt. Dort wird unter anderem die Struktur der Luftwaffe mitgestaltet. “Ein Stabsdienstsoldat erledigt grundsätzlich alle Bürotätigkeiten in der Bundeswehr. Damit ist nicht das übliche Klischee von Kaffeekochen und Kopieren gemeint, sondern eher ein ‘Bürokaufmann light’. Meine Arbeiten finden immer in Reichweite eines Computers statt, PC-Kenntnisse sollten da schon vorhanden sein. Gleichzeitig wird das Geschäftszimmer als Vorzimmer genutzt, wer also zu meinem Chef möchte, muss erst an mir vorbei”, erzählt Jessica lächelnd. “Es ist wirklich spannend zu sehen, wie die neue Struktur der Bundeswehr Formen annimmt. Das Schöne an der Bundeswehr ist auch das Zusammenarbeiten mit vielen Menschen. Es ist immer ‘was los’. Ich lerne täglich neue Menschen, Tätigkeiten und Projekte kennen. Langweile kommt da erst gar nicht auf”, erklärt die junge Soldatin.

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Ein abwechslungsreicher Beruf im Wehrdienst

“Meine Wunschvorstellung vom Berufsleben war immer, dass ich eine Anstellung finde, die abwechslungsreich ist und mir zudem die Möglichkeit eröffnet, mit anderen, jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Das konnte mir die Bundeswehr bisher bieten. Ich habe überhaupt keinen Routinejob. Man ist aber auch nicht ständig busy. Klar, die Grundausbildung müssen alle Soldaten durchlaufen und da geht es dann auch mal hektischer zu – gerade weil man ja auch irgendwie eine neue Welt betritt und noch gar keine Ahnung hat, was einen eigentlich erwartet. Nach der Grundausbildung wird man dann allerdings in einem von ca. 200 Berufsbildern eingesetzt, das man sich Mehr oder Weniger selbst ausgesucht hat”, erinnert sich Jessica.

Auslandeinsätze im Freiwilligenwehrdienst – ein planbares Muss

“Dass auch Auslandeinsätze auf mich zukommen können, wusste ich spätestens nach dem Gespräch mit meinem Karriereberater. Das liegt nun mal in der Natur der Sache, wenn man den Beruf ergreift: Ein Polizist kann auch nicht zurück, wenn er zu einem Banküberfall fährt, genauso wenig wie ein Feuerwehrmann, wenn´s mal brennt. Aber auch diese Einsätze sind nur periodisch – genauso die Grundausbildung. Sicherlich ein Highlight, aber auch ein absehbares und planbares Muss, zumal man sich auch im Leben nicht immer die Rosinen rauspicken kann”.

“Natürlich hatte ich auch die Möglichkeit, statt dem Freiwilligen Wehrdienst den Bundesfreiwilligendienst zu wählen, eine sicherlich interessante und nützliche Alternative. Für mich war aber die Entscheidung, Soldat zu werden genau die richtige. Ich fand hier von Anfang an gewachsene Strukturen, Karriere- und Förderungsmöglichkeiten. Ein gutes Gefühl”, sagt Jessica.

Weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst und Ausbildung bei der Bundeswehr findet ihr auf dem Unternehmensprofil bei azubister.