Was bringt der Mindestlohn in einer Ausbildung?

Seit Anfang 2015 ist der gesetzliche Mindestlohn von 8,50€ die Stunde deutschlandweit Pflicht. Endlich ein Grund zu feiern für Minijobber! Oder etwa doch nicht? Dass nicht jeder auf den Mindestlohn wird zugreifen können, war ja von Anfang an klar. Aber für wen gilt die neue Regelung jetzt und wer profitiert davon? Wir haben für dich alle wichtigen Infos zum Mindestlohn nochmal kurz zusammengefasst. 

Kannst du den Mindestlohn in der Ausbildung beziehen?

Das Gesetz zum Mindestlohn wurde am 11. Juli 2014 vom Bundesrat verabschiedet und trat am 01.01.2015 in Kraft.  Seitdem verdient jeder Angestellte mindestens 8,50€ pro Stunde, was bei einer durchschnittlichen 40 Stunden Woche zu einem Monatseinkommen von 1360€ Brutto führt. Für viele Azubis klingt das zwar paradiesisch, aber leider trifft diese Regelung für sie nicht zu. Ein Ausbildungsverhältnis ist nämlich kein Angestelltenverhältnis im herkömmlichen Sinne. Die Löhne in einer Ausbildung sind viel eher allmähliche Geldschübe, die den Jugendlichen langsam vom Elternhaus in den eigenen Beruf überführen. Aus diesem Grund sind die Ausbildungsgehälter durchschnittlich sehr gering, wobei in der Regel davon ausgegangen wird, dass dem Jugendlichen noch andere Mittel wie Kindergeld oder Berufsausbildungsbeihilfe zur Verfügung stehen. Doch für Azubis ist der Mindestlohn auch nicht gemacht. Er soll vor allem Minijobber und Geringverdiener unterstützen und dafür sorgen, deren Lebensqualität nachhaltig zu unterstützen. Der Mindestlohn zählt allerdings für diverse Nebentätigkeiten wie Kellnern oder Putzen, aber auch für Praktika. Doch Vorsicht! Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Arbeitgeber den Mindestlohn umgehen können.

In welchen Fällen greift der Mindestlohn nicht?

Solltest du als Nebenjob Zeitungen austragen, wirst du den Mindestlohn erst ab 2017 erhalten. Vorher wird er ab 2015 nur prozentual gezahlt. Vielleicht überlegst du dir, deinen Nebenjob zu wechseln, um den Mindestlohn direkt zu beziehen.

Der Mindestlohn ist nicht nur für Jobs gedacht, sondern auch für Praktika. Das findest du sicherlich gut, wenn du vorhast, eines zu absolvieren. Aber ist es als berufsorientierendes Praktikum gedacht, profitierst du erst ab dem 4. Monat vom Mindestlohn. Ein freiwilliges Praktikum während deiner Ausbildung fällt auch darunter. Das sollte dir klar sein.

Diese beiden Schlupflöcher sind mittlerweile bekannt. Doch ist davon auszugehen, dass die Firmen weitere Mittel und Wege finden werden, um den Mindestlohn gekonnt zu umschiffen. Das Gute daran: Die deutlich günstigeren Azubis steigen wieder im Ansehen der Firmen und viele werden sich in den nächsten Jahren vermutlich überlegen, von den ehemals günstigen studentischen Hilfskräften abzulassen und sich wieder auf leicht zu kalkulierende Auszubildende zu verlagern.