Umzug für die Ausbildung – darauf musst du achten!

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz gestaltet sich immer schwerer und wer noch in der Heimatstadt eine Ausbildung beginnt, hat bereits Glück. Viele Azubis wechseln eigens für die Ausbildung die Region. Doch ob der Umzug aus beruflichen Gründen stattfindet oder nur aus dem Wunsch heraus, mit der Ausbildung vollständig auf eigenen Beinen zu stehen, ist unerheblich. Für die erste eigene Wohnung müssen etliche Punkte berücksichtigt werden, die dieser Ratgeber aufzeigt.

Beim Umzug genau rechnen - gerade für Azubis sehr wichtig!

Beim Umzug genau rechnen – gerade für Azubis sehr wichtig!

Beim Umzug in der Ausbildung musst du genau rechnen!

Das Budget – Kosten, die oft nicht eingeplant werden Miete, Strom, Wasser, Telefon und ein paar Lebensmittel. Dafür genügt doch ein knapp kalkuliertes Budget, ohne dass Geld zum Ausgehen fehlt? Zugegeben, wer den Umzug in die erste eigene Wohnung plant, rechnet oft noch sehr naiv. Das kann vermutlich jeder aus der eigenen Erfahrung bestätigen. Grundsätzlich sollte das Budget aber korrekt berechnet werden, wobei Aufrunden dem Abrunden immer vorgezogen wird. Nur, welche Kosten fallen tatsächlich an? Der Überblick zeigt in erster Linie folgendes Bild:

  • Miete inklusive Nebenkosten
  • Kaution
  • Strom
  • Telefon/Internet/Handy
  • Versicherungen
  • Fahrtkosten
  • Lebenshaltungskosten
  • Notgroschen für Sonderfälle

Die konkrete Miethöhe richtet sich natürlich nach dem Mietspiegel, der für die jeweilige Stadt gültig ist. Allerdings ist hier nicht allein die monatliche Miethöhe zu berücksichtigen, sondern zugleich die Kaution, die beim Abschluss des Mietvertrags fällig wird. Sie liegt meist im Bereich von bis zu drei Monatskaltmieten und muss dem Vermieter überwiesen oder auf ein eigenes Mietkautionssparbuch eingezahlt werden.

Clever umziehen in der Ausbildung – so sparst du bei den Energiekosten:

Die Stromkosten lassen sich hingegen selbstständig zu einem Teil bestimmen. Direkt nach dem Umzug, wenn keine eigene Erfahrung vorliegt, ist es sinnvoll, einen Tarif zu wählen, bei dem der Stromverbrauch eigenständig angesetzt wird. In diesem Bereich gibt es deutliche Vorgaben. So wird ein Singlehaushalt im Schnitt mit ungefähr 1600 Kilowattstunden im Jahr berechnet.

Tipp: Durch den vorab höher angegebenen Verbrauch steigen zwar die monatlichen Kosten im ersten Jahr an, zum Ende des Vertragsjahrs gibt es aber eine Anpassung und zudem eine Rückzahlung.

Beim Umziehen in der Lehre Telefon und Internet beachten!

Die Kommunikationskosten gehören ebenfalls fest mit in das Budget. Hier stellt sich die Frage, ob die Kommunikation überwiegend über das Handy erfolgen soll. Das ist günstig, birgt aber Nachteile. Gerade wenn während der Ausbildung viel im Internet recherchiert werden muss oder gar Projektarbeiten über das Internet versendet werden, ist ein heimischer DSL-Anschluss sinnvoll.

Unvorhergesehene Kosten beim Umzug in der Ausbildung

Mit der ersten eigenen Wohnung wird es zudem Zeit für Versicherungen. Besonders die Privathaftpflicht- sowie die Hausratsversicherung stehen im Mittelpunkt. Auf diese Versicherungen sollte kein Auszubildender verzichten, selbst wenn das Budget knapp kalkuliert werden muss. Der Kostenvergleich einzelner Anbieter hilft, um günstige und dennoch solide Tarife zu finden.

Ein besonderer Kostenfaktor sind die Fahrtkosten zur Arbeitsstelle. Werden diese mit dem Auto zurückgelegt, kommen noch Unterhaltskosten für den Wagen hinzu. Viele Azubis haben die Möglichkeit, auf vergünstigte Tickets zurückzugreifen, die der Ausbilder mitfinanziert. Dennoch muss hier ein konkreter Geldbetrag jeden Monat veranschlagt werden.

Unter die Lebenshaltungskosten fallen sämtliche Kosten, die mit Lebensmitteln, Haushaltsmitteln und auch Kleidung im Zusammenhang stehen. An dieser Stelle kann tatsächlich gespart werden. Unter vierzig Euro in der Woche sollten Azubis dennoch nicht rechnen, um mit Schulfreunden oder Arbeitskollegen auch einmal ausgehen zu können.

Der Notfallgroschen ist ein fest eingeplanter Betrag, der tatsächlich monatlich zurückgelegt werden sollte. Er dient nicht allein dazu, zu sparen. Viel wichtiger ist er, wenn ungeplant Anschaffungen getätigt werden müssen, die anderenfalls nicht oder nur schwer finanziert werden können. Eine defekte Waschmaschine beispielsweise reist beim mageren Azubigehalt durchaus ein großes Loch ins Budget.

Tipp: Sollte der Umzug aufgrund eines entfernt liegenden Ausbildungsplatzes stattfinden, wird er mitunter von der Agentur für Arbeit mitfinanziert, berichtet Merkur.de. Auszubildende haben, sofern sie die Bedingungen erfüllen, Anspruch auf die Förderung nach dem Bundesausbildungsgesetz. Der Antrag sollte jedoch rechtzeitig gestellt und die Bedingungen geprüft werden, da eine rückwirkende Zahlung erst ab dem Zeitpunkt der Antragstellung möglich ist.

Wenn der Umzug für die Karriere wichtig ist, ist dies mit sorgfältiger Planung im Normalfall auch machbar.

Wenn der Umzug für die Karriere wichtig ist, ist dies mit sorgfältiger Planung im Normalfall auch machbar.

Bietet der Ausbildungsbetrieb Urlaub für den Umzug?

Gerade bei Auszubildenden sind Arbeitgeber in der Regel sehr kulant. Findet der Umzug tatsächlich ausschließlich aufgrund des Ausbildungsbeginns statt, unterstützen die Ausbildungsbetriebe häufig sogar den Umzug. So helfen sie bei der Wohnungssuche. Kann die neue Wohnung erst nach Beginn der Ausbildung bezogen werden und musste der Azubi bis zu diesem Zeitpunkt pendeln oder in einem Hotel übernachten, kann er laut umzugsratgeber.de unter Umständen sogar auf Sonderurlaub hoffen. Die Grundlage bildet der Tarifvertrag, sofern der Beruf einen Tarifvertrag besitzt. Auch zeigen sich die Arbeitgeber in diesem speziellen Fall offen und bieten mitunter einen oder zwei Sonderurlaubstage an. Dies sollte zuvor aber unbedingt besprochen werden. Das bloße Fernbleiben während der Ausbildung wäre ansonsten ein Abmahnungs- und in der Probezeit ein Kündigungsgrund.

Umzug in der Ausbildung- selbst organisieren oder ein Umzugsunternehmen beauftragen?

Wie der Umzug letztendlich stattfindet, hängt von mehreren Faktoren ab. Befindet sich die eigene Wohnung relativ nah zum jetzigen Wohnort, kann der Umzug durchaus selbst durchgeführt werden. Ein paar Freunde, die Eltern und weitere Familienangehörige genügen schon, um die Möbel in das neue Heim zu bringen und die Wohnung zu renovieren. Immerhin besitzen Auszubildende in der Regel noch nicht viele eigene Möbel, sodass ein Transporter vollkommen ausreicht. Neu erworbene Möbel sollten direkt in die eigene Wohnung geliefert werden.

Wer zur Ausbildung in ein anderes Bundesland zieht, kann natürlich ein Umzugsunternehmen beauftragen. Auch hier gibt es deutliche Preisunterschiede, die sich anhand der zu transportierenden Gegenstände bemessen. Genügt ein kleiner Umzugswagen, liegen die Kosten durchaus im erträglichen Bereich. Zudem bietet das Unternehmen einen entscheidenden Vorteil. Die Möbel und Habseligkeiten sind während des Umzugs versichert und für Beschädigungen kommt das Unternehmen auf. Bei privat organisierten Umzügen ist dies nur eingeschränkt der Fall und trifft ausschließlich zu, wenn die Privathaftpflichtversicherung des Schädigers für die Schäden aufkommt.

  • Umzugsunternehmen sind mitunter teurer
  • Die Selbstorganisation stellt gerade für Azubis die günstigere Alternative dar
  • Beim Umzug in ein neues Bundesland kann trotzdem die Beauftragung eines Umzugsunternehmens sinnvoll sein.

So organisierst du deinen Umzug in der Ausbildung sicher

Für Azubis beginnt mit dem Ausbildungsbeginn ein neues Leben, welches aufregend ist und durch den Umzug stressig. Dennoch lässt sich der Umzug mit Unterstützung der Familie, Freunde und des neuen Arbeitgebers durchaus bewältigen, wenn er vorher gut geplant wurde. An dieser Stelle ist es ratsam, die Eltern gleich mit in die Planung einzubeziehen. Immerhin haben sie schon Erfahrung mit Umzügen und helfen, damit alles geregelt verläuft.

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