Bogenmacher/-in

  • Mindestschulabschluss: keiner
  • Dauer 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 400 € bis 520 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Zu jedem Streichinstrument gehört ein Bogen, es sei denn man wolle das Streichinstrument nur zupfen, aber wer will das schon? Das Schwingen der gestrichenen Saite ist der Wohlklang den wir hören wollen. Ein Streichbogen besteht aus der Bogenstange, an einem Ende sitzt der Frosch mit dem Beinchen. Der Frosch, so genannt weil dieses Spannelement für die Bespannung des Bogens an einen sitzenden Frosch erinnert, wird traditionell aus Ebenholz gefertigt. Das Beinchen ist ein Drehgriff am Griffende. Die Spitze ist das andere Ende des Bogens, ein untrennbarer, direkt angearbeiteter  Bestandteil der Stange. Die Bespannung des Bogens, der Bezug, besteht aus Rosshaar meistens von einem Schimmel.

Das eine Ende der Bespannung wird zusammengeknotet und der Knoten in dem hohlen Teil der Spitze untergebracht. Das Rosshaar wird durch einen Ring aus Neusilber, Silber oder Gold gehalten und gespreizt. Der hohle Frosch wird nach unten durch eine herausziehbare Platte abgedeckt, den Schub. Der Schub besteht oft aus Perlmutt, jedoch auch aus Neusilber, Silber oder Gold. Häufig ist in den Frosch beidseitig eine runde Perlmuttverzierung eingelassen, das Auge. Oben auf den Frosch ist die Bahn aufgeschraubt, ein eingelassenes Metallblech aus dem gleichen Material wie der Ring. In dieser Froschbahn gleitet beim Spannen des Bogens der hintere Teil der Bogenstange. In der Mitte der Bahn ist eine Ringmutter in den Frosch geschraubt, die im Zusammenwirkung mit der von hinten durch die bis auf Höhe der Froschmitte hohle Bogenstange gesteckte Schraube die Spanneinrichtung bildet. Die Schraube besteht aus einer Gewindestange mit einem aufgesetzten Drehgriff, dem sogenannten Beinchen. Das Beinchen wird meist aus dem gleichen Material gefertigt wie der Frosch und bei guten Bögen häufig noch mit eingelassenen Metallringen und einem Perlmuttauge auf der Endfläche verziert. Meisterbögen sind häufig auf der Stange im Bereich des Froschs beidseitig mit der Herstellersignatur gestempelt. Je nachdem, aus welchem Metall die Beschlagteile des Bogens angefertigt wurden, spricht man von Neusilber-, Silber- oder Goldbögen.

Der namhafte Violinist  prägte den Leitspruch . Die herausragende Bedeutung des Bogens auf das Spiel, aber auch den Klang der Streichinstrumente wurde durch den namhaften Violinisten Giovanni Battista Viotti sehr gut definiert, indem er sagte: «Le violon, c'est l'archet» („Die Geige, das ist der Bogen“).

Aus diesem kleinen Exkurs kann man erkennen, dass die Anfertigung eines Bogens eine Kunst und zugleich ein wesentlicher Teil eines Streichinstrumentes ist. Nur mit den vom Bogenmacher oder der Bogenmacherin gefertigten Bögen werden die Saiten von Streichinstrumenten, wie Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass zum Klingen gebracht. In jüngerer Zeit gewinnen auch wieder ältere Streichinstrumenttypen wie Fidel, Gaube, Rebec, Trumscheit, Drehleier, Nyckelharpa und die Viola d’amore an Bedeutung.

Der/die Bogenmacher/-in fertigen die Bögen nach technischen Zeichnungen in Handarbeit. Von der Materialauswahl über die Herstellung bis zur Klangprüfung beherrscht der/die Bogenmacher/-in seinen Beruf. Auch die Reparatur beschädigter Bögen und die beratung der Kunden bei Neuanschaffungen gehören dazu.

Vorausetzungen

keine Anforderungen an einen Schulabschluss. Die persönlichen Stärken der Bewerber sollten auf Mathematik, Physik, Kunst, Werken und Technik liegen.

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in Meisterbetrieben und an einer Berufsschule statt. Die schulische Ausbildung wird länderübergreifend durchgeführt.

Bogenmacher und Bogenmacherin 

Bayern (Mittenwald) Staatliche Berufsschule für Geigenbauer und Zupfinstrumentenmacher Mittenwald Partenkirchener Str. 24 82481 Mittenwald Telefon-Nummer: 08823/1353 Telefax-Nummer: 08823/4491 BW, BY, BE, HH, HE, NI, NW, RP 

Sachsen (Klingenthal) Berufliches Schulzentrum für Technik und Hauswirtschaft Reichenbach - Außenstelle Klingenthal Amtsberg 12 08248 Klingenthal Telefon-Nummer: 037467/23213 Anmeldung: Berufliches Schulzentrum für Technik und Hauswirtschaft Reichenbach Rathenaustr. 12 08468 Reichenbach Telefon-Nummer: 03765/55140 Telefax-Nummer: 03765/551499 BB, MV, SL, SN, ST, 

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung sah 2014 wie folgt aus

  • 1. Ausbildungsjahr 400 €
  • 2. Ausbildungsjahr 480 €
  • 3. Ausbildungsjahr 520 €

Einstiegsgehälter und Perspektiven

Biologiemodellmacher/-innen arbeiten in Handwerksbetrieben des Bogenmacherhandwerks. Die Stundenlöhne bewegen sich von 15,83 bis 17,00 €. Anzustreben ist die Ausbildung zum Bogenmachermeister/-in, der den Weg in die Selbständigkeit ebnet.

Und jetzt?