Figurenkeramformer/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Ausbildungsvergütung: 575 € bis 841 € 
  • Dauer: 36 Monate
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Porzellanfiguren sind schmückende Kunstgegenstände, die das Auge erfreuen und einem gedeckten Tisch eine persönliche Note verleihen; sie zeugen auf Möbelstücken und in Glasvitrinen von der künstlerischen Begabung und dem handwerklichen Können der Menschen, die sie geschaffen haben.

Solche Menschen sind besonders  die Figurenkeramformer/-innen, eine Spezialausrichtung des Berufsbildes Industriekeramiker/-in. Ihr Arbeitsplatz ist in der feinkeramischen Industrie und in Porzellanmanufakturen zu finden. Nach vorgegebenen Mustern aus Holz, Stein oder Metall, aber auch eine ältere Figur aus Porzellan fertigen sie zunächst eine Negativform an, die für eine Kleinserienfertigung anschließend als Arbeitsform dienen kann. Die Ausgangsmuster können von einem Künstler stammen. Die Arbeitsform wird aus Formgips (das ist eine Mischung verschiedener gebrannter Gipsarten) hergestellt und stellt einen Negativabdruck des Musters dar. Die Arbeitsform kann zunächst mit einem Schlicker der Porzellanmasse ausgestrichen werden, dann werden die Halbschalen der aufgeklappten Arbeitsform geschlossen und der Rohporzellanschlicker eingebracht. Ein Teil des Wassers wird über die Porosität der Arbeitsform aus der Masse langsam abgesaugt. Nach einer angemessenen Wartezeit kann die Arbeitsform wieder geöffnet werden und die immer noch feuchte, aber standfeste Positivform vorsichtig herausgehoben werden.

Nun können die beim Formen entstandenen Nähte und Grate mit Garnierhölzern, feinen Messern und Pinseln entfernt werden. Mit einem feuchten Schwamm oder Schlicker wird nun die Oberfläche nachgeglättet. Figurengruppen, die aus mehreren Einzelteilen betehen, werden jetzt mit Schlicker zusammengeklebt. Ragende Teile werden mit Hölzern abgestützt. Die fertige Rohfigur kann nun langsam getrocknet werden. Dieser Trocknungsprozess kann sich über Tage hinziehen.

Die getrocknete Figurengruppe wird von den Hilfsstützen befreit und gegebenfalls nochmals mechanisch mit feinem Schleifpapier an den Stützstellen nachbearbeite.

Dann verabschiedet sich der /die Figurenkeramformer/-in von seiner Figur , denn nun beginnt die lange Reise durch den Brennofen. Die Arbeit des/der Keramformers/-in ist getan.

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik und Kunst/Werken/Technik liegen. 

Ausbildung

Die dreijährige Ausbildung findet in der Regel in Betrieben der feinkeramischen Industrie statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Bayern, Brandenburg (Auszubildende aus dem Umkreis Berlin besuchen nach Absprachen zwischen Berlin und Brandenburg die Berufsschule in Berlin) und Saarland in Selb (Bayern): Staatliches Berufliches Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik Selb

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt für die Industrie im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 575 bis € 692
  • 2. Ausbildungsjahr: € 624 bis € 758
  • 3. Ausbildungsjahr: € 667 bis € 841

Berufseinstieg und Perspektiven

Figurenkeramformer/-innen arbeiten nach der Ausbildung in Keramik- und Porzellanmanufakturen.
Für die berufliche Weiterentwicklung sollte die Prüfung als Industriemeister/in der Fachrichtung Keramik abgelegt werden.
Die Hochschulzugangsberechtigung eröffnet den Weg zum Studium mit einem Bachelorabschluss im Studienfach Keramik-, Glastechnik.
Die tarifliche Bruttogrundvergütung (monatlich) ist bei 2.073 bis  2.189 € angesiedelt.

Und jetzt?