Fischwirt/-in Schwerpunkt Kleine Hochsee- und Küstenfischerei

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsgehalt: 530 € bis 730 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Es gehört schon zu einem Urlaub auf einer der Nordseeinseln morgens vom Tuckern der Dieselmotoren geweckt zu werden, die durchs Watt vorbei an den Inseln in die offene See auslaufen. Abgesehen von drohenden scheren Sturmfluten laufen sie eigentlich bei jedem Wetter aus und kehren nach einigen Tagen mit dem frischen Fang zurück. Größere Kutter, die in die nördliche Norsee auslaufen sind auch mehrere Tage bis zu Wochen unterwegs. Außerhalb der Küstengewässer wird Frischfisch-Fischerei betrieben, der bereits an Bord verarbeitet (filetiert) wird oder als Frischfisch gut in Eis verpackt zu den Verkaufspunkten zurück gebracht wird.

In den küstennahen Bereichen wird die Krabbenfischerei, die Muschelfischerei und die Spezialfischerei auf Plattfische (Scholle, Flunder) betrieben. Daneben wird in den Gewässern der Nord- und Ostsee besonders der Heringsfang betrieben. Aale und Lachse, sowie Meeresfrüchte wie Herzmuscheln und Wellhornschnecken stammen aus den küstennahen Gewässern der Ostsee.

Fischwirte und Fischwirtinnen müssen Alleskönner sein, jeder muss jeden Handgriff, jede Maschine, jedes Gerät auf dem kleinen Arbeitsplatz kennen und bedienen können. Das gilt auch für die moderne Satelliten- und Radarnavigation, die Seezeichen und Leuchtfeuer. Alle Besatzungsmitglieder müssen seediensttauglich sein, einen Ausfall kann sich die Besatzung kaum leisten. Es ist ein harter, entbehrungsreicher Beruf, aber wen es einmal gepackt hat, den lässt er auch nicht mehr los.

Der Kutter ist Seefahrzeug, Arbeitsplatz und Wohnraum: kochen, reinigen, instandsetzen ist jedermanns Sache, andere sind nicht da - so ist das auf See.

Für die verschiedenen Meeresfrüchte und Fische sind die Kutter spezialisiert und führen ebenso unterschiedliche Fanggeräte und Anlagen zur Weiterverarbeitung mit. Krabbenfischer kochen den Fang direkt auf See, manchmal hat man das Glück auf der Hochseeinsel Helgoland vom Kutter frisch gekochte Krabben kaufen zu können, wenn ein aufziehender Sturm die Fangflotte in den hafen treibt.

Sie kommen zurück und schon vor dem Einlaufen in den Heimathafen werden die Abnehmer über den Fang informiert und die Bestellungen von diesen aufgegeben. Kaum ist der Fang gelöscht und die nächste Tour vorbereitet, geht es wieder hinaus.

Voraussetzungen

Bewerber sollten mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Da es keine rechtlichen Anforderungen an den Schulabschluss gibt, haben auch Bewerber ohne Abschluss eine Chance.
Es wäre schön, wenn deine Interessen in der Schulzeit auf den Fächern Biologie, Chemie, Physik gelegen haben.

Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet in Betrieben der Kutterfischerei statt. Der zweite Teil der dualen Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.
Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Rendsburg (Schleswig-Holstein)
  • Fischereischule Rendsburg

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt  im unteren Drittel  aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 530 bis € 630
  • 2. Ausbildungsjahr: € 570 bis € 675
  • 3. Ausbildungsjahr: € 640 bis € 730

Berufseinstieg und Perspektiven

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Fischwirte und Fischwirtinnen mit dem Schwerpunkt Kleine Hochsee- und Küstenfischerei in Fischereibetrieben, Fischverarbeitungsbetrieben oder in der Seen- und Küstenschifffahrt.

Berufliches Vorankommen kann durch die Prüfung zum/zur Fischwirtschaftsmeister/in im Produktionsbereich Kleine Hochsee- und Küstenfischerei abgesichert werden.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Nautik erwerben.

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. als Krabben- oder Muschelfischer/in, Muschelbauer/in oder mit einem eigenen Fischhandelsbetrieb.

Beispielhafte tarifliche Bruttoheuer (monatlich): € 2.500 bis € 3.500

Und jetzt?