Geigenbauer/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss 
  • Dauer: 36 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 400 € bis 520 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

“Die Anzahl der Geigenbauwerkstätten heute in Deutschland ist mindestens so eindrucksvoll wie die Information über die Anzahl der Geigenbauer um 1800 in Markneukirchen. “  Dieses Zitat aus einer Buchbesprechung aus dem Jahre 2009 weist darauf hin, dass Deutschland neben Italien, Frankreich und Tschechien auch heute noch ein Zentrum des Geigenbaus ist, selbst wenn dieser Beruf nur eine Facette des Musikinstrumentenbaus ist.

Zum Geigenbau gehört wohl von vornherein eine frühkindliche Prägung durch Musik, ein geübtes Gehör, die Beherrschung eines oder mehrerer Streichinstrumente und eine innere Leidenschaft führen hin zu diesem Beruf. Obwohl es heute schon industriell gefertigte Teile gibt, die arbeitsteilig in Geigenbauwerkstätten nur noch gefügt werden, so gibt es immer noch die handwerkliche, manuelle Kunst des Geigenbaus. Zu dieser Art des handwerklichen Geigenbaus gehört viel Erfahrung und es gehören Lehr- und Wanderjahre dazu, um die verschiedenen Schulen des Geigenbaus verinnerlicht zu haben bis man seinen eigenen unverwechselbaren Stil gefunden hat.

Wenn du dich berufen fühlst, diesen Weg zu gehen, dann kannst du dich zunächst einmal beim Verband Deutscher Geigenmacher und Bogenmacher e.V. in Frankfurt informieren (www.geigenbauerverband.de). Auch eine Anfrage bei der international bekannten Staatlichen Musikinstrumentenbauschule Mittenwald (info@instrumentenbauschule.eu) ist sicher hilfreich. 

Der Klang einer Geige wird zu einem großen Teil auch von der Art, dem Zustand und der Bearbeitung des Holzes bestimmt. Die Trocknungszeit für das Ausgangsprodukt Holz (Fichte, Bergarhorn, Ebenholz für das Griffbrett) kann bis zu 50 Jahren betragen. Selbständige Geigenbaumeister suchen sich oft ihre Bäume in den Alpen oder Karpaten selbst aus und lagern die Stämme über Jahre. Damit sichern sie sich dann auch eine Kontinuität aus einem Haus.

Das Schöne an diesem Handwerk ist, dass du nach vielen Arbeitsstunden, es können 100 bis 200 sein, dein Instrument anspielen kannst und der erste Ton berührt wie der Schrei eines Neugeborenen. Zusammen mit dem Auftraggeber machst du dich dann an die Feinabstimmung des Instruments. Wie schön muss es sein in einem Konzertsaal zu sitzen und dem Klang deiner Geige zu lauschen. Klingt romantisch, aber es ist das ganz Besondere an diesem Beruf.

Voraussetzungen

Bei Aufnahmeprüfungen an Instrumentenbauschulen muss man ein Musikstück auf dem erlernten eigenen Instrument vorspielen. Dafür kannst du dir ein Stück frei wählen, das deinen Leistungsstand widerspiegelt. Bei Streichinstrumenten wird das Spiel von einstimmigen Tonfolgen und verschiedenen Tonfolgen im Umfang von zwei Oktaven verlangt. Außerdem musst du deine Fähigkeiten in einem handwerklichen, praktischen Teil und im Zeichnen nachweisen.

Diese Aufgaben kannst du mit mindestens dem Hauptschulabschluss bewältigen, aber es erfordert dennoch bereits die Nähe zur Musik.

An einer Hochschule für Instrumentenbau wird in der Regel die Hochschulzugangsberechtigung verlangt, also das Abitur oder die Fachhochschulreife, aber im   Ausnahmefall kann bei besonderer Begabung vom Abitur und vom Nachweis der Fachhochschulreife abgesehen werden

  • Nachweis einer besonderen studiengangsbezogenen Eignung
  • Theoretische und praktische Eignungsprüfung
  • Nachweis einer praktischen Tätigkeit auf dem Gebiet des Musikinstrumentenbaus
  • Fachspezifische Gesellenprüfung (Geigenbauer, Zupfinstrumentenbauer)

Ausbildung

Die Ausbildung  bei einem Geigenbaumeister scheint heute eher selten zu sein. Dagegen kommt die Ausbildung an einer Berufsfachschule wie der Staatlichen Musikinstrumentenbauschule Mittenwald oder der Westsächsischen Hochschule Zwickau/Fachbereich Angewandte Kunst Schneeberg/Studiengang Musikinstrumentenbau in Frage.

Während der Ausbildung in einer Fachschule gehören Praktika in Instrumentenbauwerkstätten zum Inventar deiner Ausbildung.  Die Ausbildungszeit wird von der Berufsfachschule Mittenwald mit 3 ½ Jahren Vollzeit angegeben. Als Geselle sollte man dann bei verschiedenen Geigenbaumeistern in aller Welt einige Zeit zu Gast sein.

Ausbildungsvergütung

Wenn es gelingt bei einem Geigenbaumeister oder einem Betrieb in die Lehre zu gehen so sind die Ausbildungsvergütungen eher im unteren Bereich angesiedelt (Stand 05.03.2015):

  • 1. Ausbildungsjahr 400 €
  • 2. Ausbildungsjahr 480 €
  • 3. Ausbildungsjahr 520 €

Berufseinstieg und Perspektiven

Als ausgelernter Geselle kann man mit 15,83 bis 17,08 €/h rechnen. Anzustreben ist der Abschluss als Geigenbaumeister oder der Bachelorabschluss an einer Hochschule für Musikinstrumentenbau. Viele Aufträge kommen ebenso aus dem Bereich Konservieren und Restaurieren alter Instrumente.

Und jetzt?

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