Isolierfacharbeiter/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 24 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 609 € bis 1.060 €
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Der Wirkungsgrad von Wärmekraftmaschinen ist umso höher je höher die Temperaturdifferenz ist, ebenso ist der Wärmeübergang von Heiz- und Kühlaggregaten von der Temperaturdifferenz abhängig. Einmal erzeugte Energie in Form von Wärme so lange wie möglich, nach Zeitdauer und Wegstrecke, zu erhalten ist daher eine dringende Notwendigkeit in technischen Anlagen. Andererseits gilt es ständig große Wärmemengen aus Lagern, wo starke Reibung erzeugt wird, abzuführen, damit die Schmierstoffe weder verharzen noch verdampfen und sich die Lager festfressen. Nicht umsonst achtet jeder in seinem Auto auf einen intakten Kühlwasserkreislauf. Materielle Verluste durch Einsparungen bei der Isolierung können bei Großbetrieben schnell jährlich in die Millionen gehen, gesamte Produktionsprozesse können sogar unwirtschaftlich werden. Daher ist eine sachgerechte, durchgeplante Isolierung im industriellen Bereich immer gut investiertes Geld.

In der Automobilindistrie werden die Fahrerkabinen der Plattnasen-Zugmaschinen mit schall- und wärmedämmenden Matten gegen den Motorraum abgedichtet, aber auch bei den PKWs will der Fahrer im Innenraum lieber die Musik aus dem Radio hören, als das Geräusch des arbeitenden Motors.

In technischen Anlagen ist der Aufwand für die Energieerhaltung durch Dämmmaßnahmen zuweilen eine kleine Industrieanlage für sich. Da werden ebenfalls Trag- und Stützkonstruktionen eingezogen, um größere Dämmelemente zu fixieren; Räume werden durch besondere Trennwände isoliert und auf dem Boden Schüttungen unter einem schwimmenden Estrich aufgetragen. Im Außenbereich sind Dämmungen durch zusätzliche Verkleidungen gegen Witterungseinflüsse zu schützen. Die dafür benötigten Blech- oder Kunststoffformen werden maschinell nach Entwurfszeichnungen hergestellt und exakt angepasst. An Probenahmestellen, Ventilen, Flanschen und dem Verschleiß unterliegenden Krümmern bringen sie leicht montierbare Hauben mit innenliegender Dämmung an. 

Voraussetzungen

Die Betriebe stellen i.d.R. Bewerber ab Hauptschulabschluss  ein. Im Jahre 2013 verfügten fast 60% der Bewerber, die eine Ausbildung begonnen haben, über einen mittleren Schulabschluss. Allerdings wurde auch Bewerbern ohne Abschluss eine Chance gegeben. Deine persönlichen Stärken sollten günstigerweise auf den Fächern Mathematik, Werken/Technik und Physik liegen.

Ausbildung

Die zweijährige Ausbildung findet in der Regel in industriellen Isolierbaubetriebe sowie Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus oder des Fahrzeugbaus statt.  Im Rahmen der dualen Ausbildung erfolgt die theoretische Weiterbildung in der Berufsschule. 

Der Berufsschulunterricht wird teilweise in länderübergreifenden Fachklassen durchgeführt, derzeit:

  • für die Länder Brandenburg (Auszubildende aus dem Umkreis Berlin besuchen nach Absprachen zwischen Berlin und Brandenburg die Berufsschule in Berlin), Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt in Leuna (Sachsen-Anhalt) Berufsbildende Schulen II des Landkreises Saalekreis

 

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung liegt im mittleren Drittel aller dualen Ausbildungsberufe:

Beispiele (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 609 bis € 690
  • 2. Ausbildungsjahr: € 836 bis € 1.060

Berufseinstieg und Perspektiven

Isolierfacharbeiter/-innen finden ihren Arbeitsplatz in Betrieben, die kälte-, wärme- und schalldämmende Einrichtungen für industrielle Produktionsanlagen installieren oder auch fertigen. Ebenso sind sie im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeugbau oder in der chemischen Industrie, in der Energieversorgung oder der Abfallwirtschaft tätig.

Nach erfolgreicher Abschluss-/Gesellenprüfung können Isolierfacharbeiter/-innen ihre Ausbildung um ein Jahr fortsetzen und die Prüfung zum Industrie-Isolierer bzw. zur Industrie-Isoliererin ablegen. Dafür sind als Bedingung gute Prüfungsergebnisse nachzuweisen.

Für das berufliche Fortkommen ist es sinnvoll, die Prüfung als Industriemeister/in der Fachrichtung Isolierung abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Bauingenieurwesen erwerben.

Das Gehalt (monatlich) liegt im Bereich  2.730 bis 2.867 € 

Und jetzt?