Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in

  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: 42 Monate
  • Ausbildungsvergütung: 880 € 1043 € 
  • Duale Ausbildung
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

“Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt…” haben vielleicht Deine Großeltern noch in der Schule gesungen; heute wird eher der mit Satelliten kommunizierende, mit einem GPS gesteuerte Traktor (GPS = grund positioning system) aus der Scheune gefahren, um mindestens Dezimeter genau den frühjahrsnassen Ackerboden aufzubrechen. Im Herbstnebel tauchten vor Dir auf der Landstraße hoch oben zwei engstehende Scheinwerfer auf, darunter aber, darunter öffnet sich wie ein Höllentor ein schwarzer Schlund: Du bewegst Dich in einem Weinbaugebiet und begegnest gerade einer Traubenerntemaschine. Bei einem Waldspaziergang schleudert ein Riese, Rübezahl etwa?, einen Baumstamm wie ein Streichholz durch die Luft und fräst Äste und Rinde in einem Arbeitsgang ab. Wogendes Ährengold verschwindet in den Zähnen großer Erntemaschinen und wird seitlich als Strom von Getreidekörnern auf LKW-Ladeflächen verbracht, während gleichzeitig hinten riesige Strohballen säuberlich von Folie umschlossen abgesetzt werden.

Das alles könnte Dein Arbeitsfeld werden, wenn Du Dich zum Land- und Baumaschinenmechatroniker ausbilden lässt. Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft sind heute mechanisiert und müssen beraten und betreut werden. Bei den harten Bedingungen bleibt der Verschleiß nicht aus, für besondere Verwendungsformen müssen An- und Umbauten vorgenommen werden, für die Präzision muss von Zeit zu Zeit die Maschine und ihre Steuerung neu eingerichtet werden. Für diese Dienstleistungen wird der Land- und Baumaschinen-Mechatroniker herbeigerufen, oft genug muss er dann Erste HIlfe auf dem Feld, im Wald oder im Morast der Baustelle leisten. Vielfach wird mit Rufbereitschaft gearbeitet; wichtige Leute, diese Ärzte für die großen und kleinen Maschinen - ohne sie bleibt alles liegen.

Hier nochmals im Überblick eine Zusammenstellung der Bundesagentur für Arbeit

Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen und Geräte warten, prüfen und instand setzen, ggf. Zusatzeinrichtungen wie z.B. Mähwerke installieren

  • Fahrzeuge und Geräte auf sichtbare Schäden untersuchen
  • Inspektionsprogramme nach Angaben des Herstellers ausführen, Ergebnisse in Prüfprotokollen festhalten
  • Funktionstests ausführen, z.B. am Motortester oder am Bremsenprüfstand
  • Störungen in mechanischen, hydraulischen, elektrischen und elektronischen Systemen beheben; Störungsursachen feststellen
  • Bauteile und Baugruppen auf Verschleißerscheinungen, Dichtheit usw. prüfen
  • defekte Bauteile instand setzen oder austauschen
  • Einbaustellen für die Installationen aussuchen und vorbereiten
  • Anlagen und Metallkonstruktionen aufstellen, einbauen, verbinden und anschließen
  • hydraulische, pneumatische, elektrische und elektronische Baugruppen installieren und anschließen
  • Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen sowie Armaturen installieren

Abgasuntersuchungen durchführen, Einrichtungen zur Emissionsminderung prüfen und einstellen

Stromanschlüsse herstellen und prüfen

Werkstücke und Bauteile von Hand bzw. mit Maschinen bearbeiten und zusammenfügen

  • Metallprofile und -platten, Bleche und Rohre durch Brennschneiden, Trennschleifen, Schneiden oder Sägen auf das geforderte Maß zuschneiden
  • Werkstücke und Bauteile z.B. durch Löten oder Schweißen fügen
  • Bauteile z.B. durch Biegen, Warm- und Kaltumformen, Richten und Pressen in die maßgerechte Form bringen
  • gefertigte Bauteile, Normteile und fertige Bau- und Zubehörteile montieren

Fahrzeuge und Systeme bedienen und in Betrieb nehmen

  • Probefahrten zur Prüfung von Funktionsfähigkeit und Fahrsicherheit von Fahrzeugen durchführen

Arbeitsabläufe planen und kontrollieren, Arbeitsergebnisse prüfen

  • technische Unterlagen wie Baupläne von Maschinen und Anlagen oder Schaltpläne berücksichtigen
  • technische Unterlagen wie technische Zeichnungen, Skizzen, Montagepläne für das Herstellen, Installieren und Montieren neuer Einrichtungen und Anlagen ggf. selbst anfertigen
  • Arbeitsschritte bei größeren Reparaturen und Montagearbeiten planen
  • notwendige Werkzeuge und Einrichtungen bereitstellen

Kunden beraten und betreuen, z.B. Fahrzeuge oder Maschinen an die Kunden übergeben; Kunden ggf. in die Bedienung einweisen

an der Produktentwicklung und Qualitätssicherung von Land- und Baumaschinen mitarbeiten

Interessiert? Deine Erfahrungen fließen wieder an die Konstrukteure der Maschinen, die Du warten musst, zurück und führen so zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften.

Voraussetzungen

Ein guter Hauptschulabschluss sollte es schon sein, ansonsten kannst Du alles in der drei- einhalb jährigen Ausbildung erlernen. Ein mittlerer Schulabschluss ist von Vorteil aber nicht zwingend. Interesse für Mechanik und Elektronik sollte vorhanden sein, denn das willst Du ja dann ein Leben lang machen. Daneben sind Englischkenntnisse erforderlich, weil die Bedienungsanleitungen oft auf Englisch geschrieben sind.

Ausbildung

Wie schon gesagt dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre. Die Ausbildung findet beim Maschinenhersteller oder Reparaturbetrieben statt. Außerdem wirst Du die Berufsschule besuchen. Die Ausbildungsvergütung sieht wie folgt aus 

  • 1. Ausbildungsjahr 880€
  • 2. Ausbildungsjahr 934 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1006 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1043 €

Die Einstiegsgehälter lagen 2014 bei 2000 bis 2500 €.

Perspektiven

Nach der Ausbildung findest Du Arbeitsplätze bei den Herstellern solcher Maschinen oder in großen regionalen Reparaturbetrieben. Weiterbildungsmaßnahmen führen zu Spezialisierungen, die unbedingt angestrebt werden sollten. Bewerber mit Hochschulreife können ein Ingenieurstudium anstreben.

Und jetzt?