Rettungssanitäter/in

  • Schulische Ausbildung
  • Mindestschulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Dauer: je nach Bildungsanbieter 3 bis 9 Monate
  • Für Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Ausbildungsplätze Ausbildungsbetriebe

Berufsbild

Hat Dir der Erste HIlfe Kurs für den Erwerb des Führerscheins Spaß gemacht? Wenn Du eine Neigung zum Sanitätswesen verspürst und auch beim Anblick schwer verletzter Personen nach Unfällen oder hilfloser Menschen nach Infarkten oder Schlaganfällen ruhig und überlegt handeln kannst, dann kommt für Dich vielleicht der Beruf des Rettungssanitäters in Frage.

Rettungssanitäter kommen  zum Einsatz, wenn es im Rettungsdienst um Minuten geht  , beim qualifizierten Krankentransport arbeitest Du als Transportführer auf einem Krankentransportwagen und in der Notfallrettung bist Du Teil der Besatzung eines Rettungswagens, Notarztwagens oder Notarzteinsatzfahrzeuges. Bei Notfalleinsätzen gehört es zu Deinen Aufgaben, die Versorgung des Patienten frühzeitig einzuleiten und Notarzt sowie Notfallsanitäter (bzw. Rettungsassistent) bei der Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen und der Herstellung der Transportfähigkeit des Patienten zu unterstützen.

Voraussetzungen

Du solltest über einen Hauptschulabschluss oder über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Außerdem musst Du mindestens 18 Jahre alt sein.

Die Erfüllung gesundheitlicher Anforderungen müssen durch die Vorlage eines ärztlichen Gesundheitszeugnisses bestätigt sein. Darüber hinaus wird eine Ausbildung in Erster Hilfe verlangt, die nicht länger als ein Jahr zurück liegen darf. Ein Führerschein der Klasse B ist ebenfalls von Vorteil.

Ausbildung

Die Ausbildung ist in den meisten Bundesländern gesetzlich geregelt, nicht jedoch durch ein Bundesgesetz. Sie umfasst 520 Stunden und gliedert sich in vier Teile:

  • Zuerst werden 160 Stunden theoretische Grundlagen gelernt. Die behandelten Inhalte umfassen dabei Basiswissen zur Anatomie und Physiologie, allgemeine Inhalte und Maßnahmen der Notfallmedizin, spezielle Notfallkenntnisse zu wichtigen Fachgebieten (Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie, Psychiatrie, Pädiatrie etc.), weiter Themen zur Struktur des Rettungsdienstes sowie rechtliche und technische Inhalte. Praktische Übungen der Notfalltechniken sind ebenfalls ein integraler Bestandteil der Ausbildung.
  • Weitere 160 Stunden entfallen auf ein klinisches Praktikum in den Bereichen Notfallambulanz, Intensivstation und Anästhesie, in denen weitere medizinische Maßnahmen wie Vorbereiten einer Infusion, Assistenz bei der Intubation, Umgang mit Medikamenten, Patientenüberwachung, (klinische) Patientendokumentation etc. vermittelt werden.
  • Ebenso erfolgt ein 160-stündiges Praktikum auf einer Rettungswache, möglichst 80 Stunden auf einer Rettungswache mit Notarztdienst mit vorgeschriebenen Praktikantenschichten und der dazugehörigen Dokumentation auf Krankentransportwagen(KTW), rettungswagen (RTW) oder Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).
  • Als letzter Teil der Ausbildung folgt ein Abschlusslehrgang im Umfang von 40 Stunden mit anschließender Prüfung mit schriftlichen, mündlichen und praktischen Teilen.

Rettungssanitäter werden von Hilfsorganisationen und an privaten Rettungsdienstschulen ausgebildet. In Nordrhein-Westfalen besteht die Möglichkeit, einen verkürzten RS-Lehrgang zu besuchen, der auf dem “Rettungshelfer NRW” aufbaut. 

Die Ausbildungsdauer erstreckt sich in der Regel über 3 bis 9 Monate. Die Kosten werden oft vom Betrieb übernommen (Betriebsrettungssanitäter), auch das Arbeitsamt bezahlt die Maßnahmen im Rahmen von Umschulungen. Ansonsten sind die Kosten der Ausbildung und der Prüfung in der Größenordnung von über 1000 € selbst zu tragen, dazu kommen evtl. noch die Aufwendungen für Unterkunft und Fahrtkosten.

Allerdings verdient man nach der doch relativ kurzen Ausbildungszeit zwischen 1200 und 2200€ je nach Region und Belastung.

Perspektiven

Auf der Ausbildung zum Rettungssanitäter baut die Weiterbildung zum Rettungsassistenten und anderen medizinischen Berufen auf. 

Und jetzt?