Mut zur Lücke: Diese GapYear Optionen gibt es für Dich

Einfach mal eine Auszeit nehmen

Einfach mal eine Auszeit nehmen

Zwischendurch einfach mal eine Pause machen und für ein Jahr aussteigen. Das klingt gerade nach einem anstrengenden Schulabschluss oder einer lernintensiven Ausbildung himmlisch. Aber wie lässt sich die Lücke im Lebenslauf erklären? Wirft es nicht eine Menge Fragen auf, wenn ein junger Mensch auf dem Weg zu seinen beruflichen Zielen einfach für einige Monate den geplanten Weg verlässt und sich eine Auszeit gönnt?

Wenn die Lücke im Lebenslauf sinnvoll gefüllt wird, keineswegs. GapYear heißt das Zauberwort, das eine Auszeit nicht nur zu einem echten persönlichen Gewinn macht, sondern auch auf zukünftige Arbeitgeber durchaus einen sehr positiven Eindruck machen kann. Wir zeigen Dir, wie dein GapYear Dich persönlich und beruflich wirklich weiterbringen kann.

Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) einlegen

Mit einem freiwilligen sozialen Jahr kannst du nichts falsch machen. Soziales Engagement und bewusst gewählte Aktivitäten abseits von Schule und Ausbildung machen sich in jedem Lebenslauf hervorragend und sind auch bei den Entscheidungsträgern von Unternehmen immer gern gesehen.

Seit dem 1. Juni 2008 hat das freiwillige soziale Jahr, ebenso wie das freiwillige ökologische Jahr, einen festen Platz im Jugendfreiwilligendienstgesetz (JFDG). Es steht jedem Jugendlichen und jungen Erwachsenen offen, der nicht mehr Vollzeit schulpflichtig ist, gleichzeitig aber das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das FSJ wird als Bildungsjahr anerkannt und ist damit voll förderungsfähig.

Im Rahmen eines FSJ engagieren sich junge Menschen in Teil- oder Vollzeit im sozialen Bereich, sammeln dabei wertvolle Erfahrungen und können viele wichtige Projekte unterstützen. Sehr beliebt ist ein FSJ im Ausland, da auf diese Weise nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern auch Sprachkenntnisse und kulturelles Hintergrundwissen erworben werden können.

Auf der Suche nach der perfekten Stelle für Dein FSJ ist der Bundes-Freiwilligendienst ein starker Partner. Er vermittelt den Kontakt zu zahlreichen überregional tätigen Trägern, bei denen Dein soziales Engagement genau an der richtigen Stelle ist.

Im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) die Welt verändern

Das freiwillig ökologische Jahr (FÖJ) ist mit dem FSJ sehr eng verwandt. Es gelten dieselben rechtlichen Hintergründe, die im Jugendfreiwilligendienstgesetz verankert sind. Beim FÖJ liegt der Fokus auf Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Hier gibt es unzählige wichtige Projekte auf der ganzen Welt, die sich dafür engagieren, unsere Erde langfristig gesund zu erhalten und einen wertvollen Lebensraum für alle zu schaffen. Keine Frage, dass in diesem Bereich jede helfende Hand und jedes engagierte Herz gebraucht wird.

Ein FÖJ ist derzeit nur innerhalb des europäischen Raumes möglich. Auch hier sind Auslandseinsätze möglich und sehr beliebt. Wer sein FÖJ außerhalb Deutschlands absolvieren möchte, sollte allerdings zumindest über solide Englischkenntnisse verfügen.

Der Förderverein Ökologische Freiwilligendienste e.V. (FÖF e.V.) fungiert als Dachverband zahlreicher Träger, bei denen ein FÖJ absolviert werden kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Naturparks, Tierpflegestationen, Schulbauernhöfe und Einrichtungen, die sich mit Natur- und Umweltschutz und der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich beschäftigen, sind typische Anlaufstellen, die sich über tatkräftige Hilfe und kreative Ideen freuen.

Auch das FÖJ ist förderfähig. In welcher Höhe eine Förderung in Anspruch genommen werden kann, hängt allerdings von der jeweiligen Einrichtung ab, in der das FÖJ absolviert wird.

Soziales Engagement

Mit Work & Travel die Welt sehen

Ein sehr beliebtes und weit verbreitetes Konzept für die Gestaltung eines GapYears ist Work & Travel. Dabei nimmst Du Dir ein Jahr Auszeit, schnürst Dein Bündel und bereist die Welt. Besonders häufig zieht es junge Menschen in diesem Zusammenhang natürlich in weit entfernte Regionen wie Australien, Neuseeland oder Kanada. Für Viele ist das GapYear eben eine Once-in-a-lifetime-Gelegenheit und die darf ruhig ein echtes Abenteuer werden.

Beim Work & Travel geht es darum, möglichst viele Stationen zu bereisen und dabei seinen Lebensunterhalt durch Aushilfstätigkeiten zu verdienen. Tatsächlich ist das Prinzip inzwischen weltweit so verbreitet, dass es mit ein bisschen Planung überhaupt kein Problem ist, sich von Ort zu Ort mit befristeten Jobs durchzuschlagen. Häufig finden junge Menschen Arbeit auf Farmen, in sozialen Einrichtungen oder auch als Babysitter, Sprachlehrer oder Einkaufshelfer. Anlaufstellen für die Gestaltung des GapYears mit Work & Travel gibt es reichlich. Das Internetportal work-and-travel.de beantwortet viele Einsteigerfragen und vermittelt außerdem erste Kontakte, über die das GapYear mit Work & Travel geplant werden kann.

Die Bezahlung für Dein Engagement erfolgt in den meisten Fällen über Kost und Logis. Das heißt, Du kannst kostenlos irgendwo wohnen und bekommst Deinen Lebensunterhalt gestellt. Je nachdem, wie die Tätigkeit angesiedelt ist, bekommst Du auch noch ein kleines Taschengeld, mit dem Du Deine Freizeit im Reiseland gestalten kannst. Wer es sich leisten kann, darf natürlich auch eine mehr oder weniger lange Arbeitspause einlegen und die Welt einfach als Backpacker erkunden. Es ist auch möglich, ein halbes Jahr intensiv zu arbeiten und etwas Geld anzusparen und die zweite Hälfte des GapYears einfach die Seele baumeln zu lassen und Land und Leute auf Deinen Reisen zu genießen.

Work & Travel ist eine hervorragende Gelegenheit für alle, die ohne großen Kostenaufwand die Welt sehen, ihre Sprachkenntnisse aufpolieren und neue, interessante Menschen kennenlernen möchten. Manchmal lassen sich so auch erste berufliche Erfahrung in einschlägiger Richtung sammeln oder Kontakte knüpfen, die für den späteren Werdegang wertvoll sein können. Vor allem ist Work & Travel aber ein großes Abenteuer, das eine Menge Lebenserfahrung und persönliche Bereicherung bereithält.

Ganz familiär mit Au-Pair und Demi-Pair

Wer gerne im Reiseland sofort familiären Anschluss finden möchte, ist als Au-Pair oder Demi-Pair gut aufgehoben. Als Au-Pair lebst Du im Ausland ein Jahr lang bei einer Familie, die meist kleine Kinder hat. Unterkunft und Lebensunterhalt werden von der Gastfamilie gestellt, meist auch noch ein kleines Taschengeld für die Freizeitgestaltung. Dafür hilfst Du der Familie bei der Kinderbetreuung, übernimmst Tätigkeiten im Haushalt oder fungierst vielleicht als Nachhilfelehrer für die Sprösslinge. So lassen sich Land und Leute hervorragend im alltäglichen Leben kennenlernen und Sprachkenntnisse gibt es natürlich auch noch.

Beim Demi-Pair wird das Leben in der Gastfamilie durch einen intensiven Sprachkurs ergänzt. Auch hier wohnst Du in der Gastfamilie, die Du mit dem Haushalt und der Kinderbetreuung unterstützt. Es bleibt aber auch noch genügend Zeit, um Sprachseminare zu besuchen oder an bestimmten Vorlesungen an einer Universität oder einer anderen Bildungsstätte teilzunehmen. Je nach gewähltem Träger und Konzept ist es auch möglich, bestimmte Sprachzertifikate zu erwerben, die sich später im Lebenslauf sehr gut machen.

Beruflich durchstarten mit dem internen Praktikum oder dem Schnupperstudium

Wer schon eine recht genaue Vorstellung davon hat, wo es beruflich einmal hingehen soll, kann sein GayYear hervorragend nutzen, um in einem internen Praktikum oder einem Schnupperstudium erste Erfahrungen zu sammeln. Hier sind vor allem ausländische Unternehmen und Hochschulen sehr gefragt, denn ein Praktikum oder Schnupperstudium im Ausland ist eine echte Zusatzqualifikation.

Neben Sprachkenntnissen und interkulturellem Hintergrundwissen werden auch Erfahrungen auf internationalem beruflichem Terrain immer wichtiger, wenn es um die Auswahl der richtigen Bewerber für einen Ausbildungs- oder Studienplatz oder für die Besetzung einer Position im Unternehmen geht. Wer hier im Rahmen eines GapYears schone einmal ein bisschen in die Arbeitswelt in einem internationalen Unternehmen hineinschnuppern konnte, kann extrem punkten.

Internationale Unternehmen sind meist gerne bereit, junge Menschen nach ihrem Schulabschluss oder ersten Teilabschnitten in Ausbildung oder Studium in einem mehrwöchigen oder sogar mehrmonatigen Praktikum Erfahrungen sammeln zu lassen. Wer sich ein ganzes Jahr Auszeit gönnen möchte, hat oft die Möglichkeit, mehrere Unternehmen kennenzulernen oder neben einem internen Praktikum auch ein Semester Schnupperstudium an einer internationalen Hochschule mitzunehmen. Damit lassen sich schon viele wertvolle Weichen für den späteren Berufsweg stellen.

Wie Du siehst, kann ein GapYear viel mehr sein als eine Auszeit. Wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du die Lücke in Deinem Lebenslauf mit wertvollen Erfahrungen füllen, die Dich nicht nur persönlich bereichern, sondern auch spätere Arbeitgeber mächtig beeindrucken können. Vielleicht knüpfst Du Kontakte, die Dich für den Rest Deines Lebens begleiten werden, oder Du entdeckst persönliche Stärken und Talente an Dir, die Deinen weiteren Lebensweg entscheidend prägen können. Gönn Dir diese wertvolle Auszeit und finde heraus, wie sie Dein Leben ganz individuell bereichern kann.